Warum habt ihr keinen Huforthopäden oder seid selbst keiner?

Moderator: Sheitana

crinblanc
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Re: Warum habt ihr keinen Huforthopäden oder seid selbst keiner?

Beitrag von crinblanc »

:teehee:
genau die meinte ich auch mit "Ressentiments gegen bestimmte Schule"
die Ur-Schule sitzt ja nicht weit von hier- aber was ich da so gesehen hab, hält mich echt ab. Autsch. Könnte sein, wenn ich einen vernünftigen S-Bearbeiter kennenlernte, daß ich den nach gründlicher Vorbesprechung viiiielleicht.... aber gezielt jemanden aus der Ecke holen :-u
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tara
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Re: Warum habt ihr keinen Huforthopäden oder seid selbst keiner?

Beitrag von tara »

ich habe zB auch festgestellt, daß ein Wechsel des Bearbeiters*) nach längerer Zeit manchmal ganz hilfreich sein kann. Der Bearbeiter macht das, was er schon immer bei diesem Pferd gemacht hat, und 'übersieht' - unbeabsichtigt - kleine Veränderungen. Ein neuer Bearbeiter geht mit frischem unvoreingenommenen Blick ans Werk.

*) kam bei uns so alle 5 Jahre mal vor, bedingt durch Stallwechsel, Geschäftsaufgabe, Umzug ...
Liebe Grüße
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Romy
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Re: Warum habt ihr keinen Huforthopäden oder seid selbst keiner?

Beitrag von Romy »

Lieben Dank für eure ganzen Berichte und Standpunkte!
Nucades hat geschrieben: Fr 9. Jan 2026, 09:31Es ist dann jemand geworden, der bei Frau Dr. Strasser gelernt hat. Er hat uns über viele Jahre begleitet und ich habe sehr viel von ihm gelernt.
Nun haben wir seit einigen Jahren eine HO und die Hufe haben sich zum Glück nicht verändert.
Das ist spannend! Hast du mal mit der HO darüber gesprochen, warum das so ist? Also ob sie im Fall deines Pferdes die gleichen Ziele verfolgt wie ein Strasser-Bearbeiter und unter welchen Bedingungen sie das so oder anders machen würde? Das wäre zum Beispiel auch etwas, das mich in so einer Studie interessieren würde - also ob es bestimmte Hufsituationen gibt, bei denen die Ansichten verschiedener Schulen eher konvergieren oder auseinandergehen und von welchen Faktoren genau das abhängt.
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Romy
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Re: Warum habt ihr keinen Huforthopäden oder seid selbst keiner?

Beitrag von Romy »

crinblanc hat geschrieben: Fr 9. Jan 2026, 11:59Der Bunte wurde bei den Vorbesitzern angeblich von ner HO bearbeitet, kann aber nicht sagen, daß das besser ausgesehen hätte oder das Pony stabiler gewesen wäre, im Gegenteil. Sein "Dreh-Huf" sah aus wie ein Croissant.
Ich bin am Donnerstag einen Tag lang bei einem HO mitgefahren (und mache das am Montag nochmal) und mich hat es auch überrascht, dass er bei einigen der Pferde nicht versucht hat, den sehr schiefen Hufen entgegenzuwirken. Er hat mir dann jeweils erklärt, warum die Verformungen das jeweilige Pferd nicht stören und dass er nichts ändern würde, das nicht problematisch ist, weil das immer die Gefahr birgt, sich damit neue Probleme einzuhandeln, die man vielleicht gar nicht absehen kann. Sowas sehe ich selbst noch gar nicht gut, also ob etwas, das von einer Idealvorstellung abweicht, funktional ist oder nicht. Da freue ich mich sehr darauf, darüber in der nächsten Zeit mehr zu lernen.
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Re: Warum habt ihr keinen Huforthopäden oder seid selbst keiner?

Beitrag von Wallinka »

Ich habe nicht viel Ahnung von verschiedenen Hufschulen. Mein Schmied (klassischer Hufbeschlag) ist bei mir, weil er mir an meinem ersten Seniorpferd erklärt hat, warum er dem schiefe Hufe lässt: die würde er sich schief laufen aufgrund der Beinfehlstellung drüber und in dem Alter käme es nur noch drauf an ".Das die Schlappen bequem sind beim Laufen" dass nebenbei der Hornriss, den alle Bearbeiter vorher nicht in den Griff bekommen haben, innerhalb 3 Monaten ausgewachsen war, war das I-tüpfelchen
Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie, was man bekommt.
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Romy
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Re: Warum habt ihr keinen Huforthopäden oder seid selbst keiner?

Beitrag von Romy »

sacramoso hat geschrieben: Fr 9. Jan 2026, 12:05Das was für das eine Pferd paßt und super funktioniert kann für das nächste die Vollkatastrophe sein.
Von daher finde ich einen bewertenden Vergleich der verschiedenen Schulen sehr schwierig.
Falls du mit dem "bewertenden Vergleich" meine Studien-Ideen meinst: Mir ginge es gerade nicht um die Bewertung, sondern eher um die Argumentation. Also wenn man zum Beispiel Bilder von ein und derselben Hufsituation zeigt - was erzählen die jeweiligen Bearbeiter dazu? Was sehen sie? Wie interpretieren sie das? Was schlussfolgern sie daraus?

Mir ginge es dabei nicht darum, ob eins besser ist als das andere, sondern um eine Kategorisierung der Aussagen. Zum Beispiel dass in der visuellen Analyse Hufschule A mehr Aussagen zu Eigenschaften einzelner Hufstrukturen macht und Hufschule B mehr zu Relationen zwischen verschiedenen Hufstrukturen. Oder dass bei der Interpretation Hufschule A mehr Aussagen zu Belastung macht und Hufschule B mehr zu Bewegungsabläufen oder zu zeitlichen Prozessen. Das ist jetzt wild gesponnen, aber sowas in die Richtung könnte ich mir vorstellen.
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Re: Warum habt ihr keinen Huforthopäden oder seid selbst keiner?

Beitrag von Romy »

Schnucke hat geschrieben: Fr 9. Jan 2026, 12:17Ich hab sie drauf angesprochen und beschrieben was ich anders machen würde (eher Richtung NHC) . Ihre Antwort war, ja das sieht sie auch, ABER so würde sie nicht bearbeiten das ginge gegen alles was sie jemals gelernt hat :staun: .
Das erzählt mir Konstanze auch, die die DHG-Ausbildung macht, dass viele Azubis sich stark darauf verlassen, was sie gelernt haben oder was ihnen ein erfahrener Kollege gesagt hat, ohne das immer direkt zu hinterfragen für die jeweilige Situation. Und dass manche echt verunsichert seien, wenn die Antwort "es kommt drauf an" ist. Das kenne ich von unseren Studenten auch so.

Für mich wird es erst bei diesem "es kommt drauf an" richtig spannend - und noch mehr bei der Frage, worauf es denn dann für verschiedene Leute ankommt. Aber mein Ziel ist ja auch ein anderes. Ich will ja nicht Huforthopäde werden, sondern Denkprozesse besser verstehen. Ich bin sehr gespannt, wie das wird, wenn ich ab dem Frühling die HO-Ausbildung mache und eigentlich ein ganz anderes Ziel verfolge. Aber das ist zum Glück klar kommuniziert und explizit okay oder wird sogar als Chance gesehen.
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Re: Warum habt ihr keinen Huforthopäden oder seid selbst keiner?

Beitrag von Schnucke »

Romy hat geschrieben: Sa 10. Jan 2026, 10:21
Schnucke hat geschrieben: Fr 9. Jan 2026, 12:17Ich hab sie drauf angesprochen und beschrieben was ich anders machen würde (eher Richtung NHC) . Ihre Antwort war, ja das sieht sie auch, ABER so würde sie nicht bearbeiten das ginge gegen alles was sie jemals gelernt hat :staun: .
Das erzählt mir Konstanze auch, die die DHG-Ausbildung macht, dass viele Azubis sich stark darauf verlassen, was sie gelernt haben oder was ihnen ein erfahrener Kollege gesagt hat, ohne das immer direkt zu hinterfragen für die jeweilige Situation. Und dass manche echt verunsichert seien, wenn die Antwort "es kommt drauf an" ist. Das kenne ich von unseren Studenten auch so.

Für mich wird es erst bei diesem "es kommt drauf an" richtig spannend - und noch mehr bei der Frage, worauf es denn dann für verschiedene Leute ankommt. Aber mein Ziel ist ja auch ein anderes. Ich will ja nicht Huforthopäde werden, sondern Denkprozesse besser verstehen. Ich bin sehr gespannt, wie das wird, wenn ich ab dem Frühling die HO-Ausbildung mache und eigentlich ein ganz anderes Ziel verfolge. Aber das ist zum Glück klar kommuniziert und explizit okay oder wird sogar als Chance gesehen.
Naja meine HO war jetzt keine frisch von der Schule. Die erste die ich am Pferd hatte war eine die an der Schule lehrt und zB die ganzen Sezierkurse macht A.A. . Und die an die ich dann "vermittelt" wurde war damals im Prüfungsausschuß, dazu Osteopathin mit eigener Schule.
Ich fand das damals ziemlich schade, denn obwohl ich ja lange begleitet wurde, wars wie ins kalte Wasser werfen. Frau Pferds Hufe haben mir dann allerdings sehr geholfen mich zu trauen, die fingen nämlich an ihre lange Zehe "abzuwerfen", sprich ich mußte nur noch berunden.
Was mich bei viele Hufleuten stört ist das dogmatische strikt nach ihrer Schule arbeiten, selbst wenn sie sehen es tut dem Pferd nicht gut.
Keine Stunde im Leben, die man im Sattel verbringt, ist Verloren (Sir Winston Churchill)

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crinblanc
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Re: Warum habt ihr keinen Huforthopäden oder seid selbst keiner?

Beitrag von crinblanc »

Er hat mir dann jeweils erklärt, warum die Verformungen das jeweilige Pferd nicht stören und dass er nichts ändern würde, das nicht problematisch ist, weil das immer die Gefahr birgt, sich damit neue Probleme einzuhandeln, die man vielleicht gar nicht absehen kann.
naja, das war ein komplettes Croissant (wahlweise Sichel oder Ziegenhorn) mit Bodenkontakt nach innen, nicht nur schief. Da war die Gefahr, daß der bei Hängenbleiben abbricht. Wenn das so "geplant" gewesen sein sollte, versteh ich das tatsächlich nicht und kann daran nichts sinnvolles sehen- und der Bewegungsablauf und Lauflust ist seit "Croissant kurz" einfach um Klassen besser (Fotos sind leider mit dem alten Handy in die ewigen Jagdgründe)

Wie gesagt, die Bearbeitung war fällig, was mich aber arg gestört hat, war, daß die HO bei so langen Intervallen bei einem Problemhuf die Besitzer nicht ein bißchen eingespannt hat, hier und dort mal 3 nötige Feilenhiebe zu machen. Wär für alle Beteiligten eine Erleichterung gewesen.

Was ich noch merkwürdig fand- lt der Huf-Frau war die gesamte "unklare" Lahmheit darauf zurückzuführen, daß das Pony bis zu seinem Unfall 1,5 Jahre bevor wir ihn gekauft haben mit Eisen gelaufen sei und der mit ihrer Bearbeitung wieder würde .... ähm, ja, sicher. Die Fraktur des Hüfthöckers (von der dort keiner was ahnte) wird da nix mit zu tun gehabt haben... :whistle:

Ich hätte trotzdem gern wenigstens mal einen Kennenlern- und Erklär-Termin gemacht, da war aber die Entfernung zu groß. :nix:
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Scheckenfan
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Re: Warum habt ihr keinen Huforthopäden oder seid selbst keiner?

Beitrag von Scheckenfan »

Ich hab es so gelernt dass von unten erkennbar sein sollte, dass der Huf einigermaßen gleich belastet ist (gleich große Hälften), wenn der dann von außen "schief" erscheint ist es nicht so wild. Lieber Huf schief als Gelenke schief.
Wir der Huf aber akut ungleichmäßig belastet, werden ziemlich sicher auch die Gelenke falsch belastet.

Auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel, richtig sagen kann man es natürlich erst wenn man röntgt und die Gelenkspalten anschaut, aber wie oft macht man das schon.
Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst in dieser Welt.
- Mahatma Ghandi
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