Schafe und Pferde in Wechselbeweidung

Moderator: Sheitana

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Lottehüh
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Re: Schafe und Pferde in Wechselbeweidung

Beitrag von Lottehüh »

Lotti und Pablo wohnen bei einem Schäfer. Lotti ist sehr empfindlich was Würmer angeht - kleine Strongyliden. Das war schon immer unser Problemthema (also lange bevor sie am jetzigen Stall angekommen ist). Wir haben sie - zwar auf einem hohen Level - aber doch relativ stabil mittlerweile. Die Schafe beweiden bei uns sämtliche Heuwiesen. Durch die Wurmproblematik lasse ich bei Lotti regelmäßig Kot untersuchen und wir haben nur und ausschließlich kleine Strongyliden drin und die sind definitiv nicht von den Schafen. Einmal im Jahr entwurme ich trotzdem chemisch, um ganz sicher zu sein.

Auf Teilen der Koppel waren die Schafe auch schon und ich bin ehrlich gesagt auch dafür, sie da drauf zu lassen. Ich kenne es auch so, dass der Schaftritt den Boden belebt - wie eine Massage sozusagen ;-) Auf der einen Koppel, auf der die letzten 2 Jahre dauerhaft Pferde waren, die jetzt aber umgezogen sind, waren die Schafe vor einigen Wochen und was da nachwächst lässt einen neidisch werden. Es sieht einfach frisch und gut aus und die Pferde gehen da gerne drauf.

Wenn es Deine eigenen Schafe sind, kannst Du sie ja auch entsprechend auf Würmer untersuchen lassen bzw. enwurmen. Nur, weil Schafe diese Parasiten haben KÖNNEN, heißt das ja nicht, dass jedes Schaf bis zum Abwinken verwurmt ist.
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Berry
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Re: Schafe und Pferde in Wechselbeweidung

Beitrag von Berry »

Sorry, ihr habt recht, der Tritt ist nicht das "schlechte" bei Schafen, sondern der "giftige Zahn"! Die verbeissen die Grasnarbe angeblich sehr tief und scharf und müssen rechtzeitig umgetrieben werden. Irgendwie hatte ich das falsch im Kopf! ;)
Ursprünglich eigenen Sinn lass dir nicht rauben! Woran die Menge glaubt, ist leicht zu glauben.
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Lottehüh
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Re: Schafe und Pferde in Wechselbeweidung

Beitrag von Lottehüh »

Das ist jetzt nicht bei uns am Stall direkt, also nicht "unsere" Schafe, aber im Nachbarort ist ein Schäfer, der seine Schafe auf dem Weg zu unserem Stall weiden lässt. Die Schafe haben so viel Futter auf ihren Tageswechselweiden, dass sie immer nur das Grasblatt fressen. Wenn sie da waren, sieht diese Wiese ganz komisch aus, wie eine Garsstoppelwiese,w eil nur ncoh die Stiele stehen ;-) Also ich denke, es kommt darauf an, wieviel Futterangebot sie haben. Pferde beißen ja auch bis auf den Boden, wenn nix anderes Genießbares mehr da ist. Würde man sie rechtzeitig woanders drauflassen, hören sie bei ca. 5 cm (?) auf.
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ehem User

Re: Schafe und Pferde in Wechselbeweidung

Beitrag von ehem User »

Ich habe jetzt nicht alle Beiträge gelesen, nur einige überflogen und ich weiß nicht, woher z.B. Nelchen und andere ihre Infos haben. Aber ich kann aus der Praxis berichten: Wir haben seit 8 Jahren Schafe (ostfrisische Milchschafe) und Pferde (Hanoveraner, Mecklenburger und Oldenburger WB) abwechselnd und gleichzeitig auf der Weide und es gab noch nie Probleme mit Parasiten bei den Schafen oder Pferden (außer letztes Jahr bei den Schafen, weil es sehr feucht war und wir die Schafe zu schlecht entwurmt haben) Aber: Unsere Weiden sind in TOP-Zustand, keine Geilstellen, keine "Unkräuter" wenig kahle Stellen (nur die Pferdewälzplätze). Unsere 4 TÄ sagen übereinstimmend, daß es keine gemeinsamen Parasiten oder Artübergreifende parasitäre Folgeschäden gibt und es keine Gründe gibt, Schafe und Pferde nicht gleichzeitig auf derselben Weide zu halten. Wir entwurmen die Pferde 3x jährlich und die Schafe je nach Witterung 3-4x jährlich mit wechselnden Wirkstoffen.
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Lottehüh
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Re: Schafe und Pferde in Wechselbeweidung

Beitrag von Lottehüh »

Piebald hat geschrieben:Unsere 4 TÄ sagen übereinstimmend, daß es keine gemeinsamen Parasiten oder Artübergreifende parasitäre Folgeschäden
Das sagt mein Lieblings-TA auch, aber andere haben mir auch schon anderes gesagt. Da weiß man echt nicht, was man glauben soll - Ich entscheide dann halt nach Sympathie und glaub lieber meinem Lieblings-TA ;-) Bin also voll PRO Schafe :dance1: :-D
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ehem User

Re: Schafe und Pferde in Wechselbeweidung

Beitrag von ehem User »

Lottehüh hat geschrieben:
Piebald hat geschrieben:Unsere 4 TÄ sagen übereinstimmend, daß es keine gemeinsamen Parasiten oder Artübergreifende parasitäre Folgeschäden gibt......
Das sagt mein Lieblings-TA auch, aber andere haben mir auch schon anderes gesagt. Da weiß man echt nicht, was man glauben soll - Ich entscheide dann halt nach Sympathie und glaub lieber meinem Lieblings-TA ;-) Bin also voll PRO Schafe :dance1: :-D
Was haben denn die anderen anderes gesagt und wie haben sie es begründet? Das fände ich schon interessant, hätte da aber gerne belegbare Fakten.
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Lottehüh
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Re: Schafe und Pferde in Wechselbeweidung

Beitrag von Lottehüh »

Mit Fakten kann ich Dir nicht dienen, aber unser Lieblings-TA sagt, dass die Würmer nicht artübergreifend sind (was zum Beispiel bei Hunde- und Pferdeparasiten ja durchaus Sinn macht - ein Wurm der sich beim Fleischfresser wohl fühlt, wird wohl beim Pflanzenfresser eher nicht satt und andersrum, aber mit dem Verdauungstrakt der Schafe kenne ich mich zugegebenermaßen bisher nicht wirklich aus) und die anderen sagen, dass eben die Schafe Leberegel und Lungenwürmer hätten, die dann auf's Pferd gehen würden. Wobei einer der beiden soweit ich weiß eine bestimmte Schneckenart als Überträger benötigt (Sumpfirgendwasschnecke?), also auch nicht ohne Weiteres vom Schaf ins Pferd laufen kann.
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Vronja
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Re: Schafe und Pferde in Wechselbeweidung

Beitrag von Vronja »

:puh: Uff, zum Glück sind doch noch ein paar Schaffans aufgetaucht. Entwurmt sind sowohl die Schafe, als auch die Pferde. Bei den Pferden steht eh grad wieder die nächste Kotprobe an, da werde ich den TA mal ausführlich befragen. Die Schafe wurden lt. Züchter nämlich bisher im 5-wöchigen Rhytmus entwurmt, das kommt mir relativ viel vor. 3-4 mal pro Jahr hört sich da schon besser an.
ehem User

Re: Schafe und Pferde in Wechselbeweidung

Beitrag von ehem User »

Hm...... alle 5 Wochen, da hätte ich Angst, Resistenzen zu züchten......... bin mal gespannt, was Dein TA sagt. Wenn er artübergreifende Parasiten oder parasitäre Folgeschäden befürchtet, dann frag ihn mal `nen Loch in den Bauch welche er genau meint, würde mich sehr interessieren.
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Vronja
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Re: Schafe und Pferde in Wechselbeweidung

Beitrag von Vronja »

So, inzwischen hab ich mit dem TA auch nochmal gesprochen. Er meint, wenn die Schafe aus einem gut geführten Betrieb stammen (sprich bisher regelmäßig entwurmt wurden) ist die Verwumung normalerweise kein großes Thema. Die Pferde sollen wie bisher weiterentwurmt werden. Bei den Schafen können wir den gleichen Rhytmus wie bei den Pferden mitmachen und wegen der Leberegel prophylaktisch 1x jährlich Fasinex dazugeben.
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