Wandern ist anstrengend?

Moderator: Sheitana

Lisa-Marie

Wandern ist anstrengend?

Beitrag von Lisa-Marie »

Ihr Lieben,
nun hab ich mal eine grundsätzliche Frage. Mein Pferd ist ein Hannoveraner mit Vollblutanteil (sieht eher etwas vollblütig aus), heute waren wir 5,9km in fast ebenem Gelände (Höhenunterschied knapp 60m) wandernd unterwegs und das letzte Drittel ist er nur noch geschlichen.
Ganz ggf. könnten die Hufe ein Thema sein, wobei er dieses Jahr nicht besonders fühlig war. Er sucht zwar, wenn er die Wahl hat, den Grünstreifen, aber über eine größere Schotterstrecke ist er heute mit normalen Bewegungsablauf gegangen (das war am Anfang der Strecke).

Er ist 6 Jahre alt, gesund und steht in Offenstallhaltung. Figur ist normal (schlank), Hufe vor 2 Wochen gemacht. Unser Training besteht aus Longieren, Handarbeit und eben mindestens 1x wöchentlich ein längerer Spaziergang (mind. 1 Stunde).

Nun hat mir letztes Jahr mal eine Ernährungsberaterin gesagt, dass längere Schrittausritte (wir sind heute alle zu Fuß gelaufen) ihn wohl schaffen würden (falls er also zu dick werden würde, könnte ich ihn damit abspecken :shifty: ), da eher Vollblut und daher wohl muskulär nicht für "Ausdauer" gemacht.

Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht mit den unterschiedlichen Pferdetypen?
Kann es sein, dass die "paar Kilometer" ihn so schaffen? Ich bin ein bißchen irritiert, weil ich erwartet hatte, dass er sowas "auf einer Arschbacke" abläuft :nix:
Bei Sarah von verwandert*de steht zwar auch, dass man mit ca. 3 km/h auf längeren Strecken rechnen sollte (das kam heute in etwa hin, mit 3 kleinen Graspausen) - aber ganz ehrlich: sie läuft mit 'nem Shetty und meinte damit auch, dass man Umwege und Pausen einplanen soll.

Habt Ihr Ideen? Wäre toll!
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Biggi01
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Re: Wandern ist anstrengend?

Beitrag von Biggi01 »

Also so aus der Erfahrung mit meinem Pferd kann ich direkt nichts beitragen, der ist der Typ, der nach einer Stunde laufen erst so richtig warm wird ;).

Aber so im Prinzip: Bei Pferden, die jeden Tag eine Stunde im zügigen Tempo in der Führmaschine laufen, merkt man deutlich, dass die Kondition besser wird. Also ist das Schritt Gehen wohl schon anstrengen und baut Kondition und Kraft auf.

Bei "Bummeltempo" könnte es aber auch sein, dass dein Süßer von all den Eindrücken in der großen weiten Welt erschöpft ist? Vielleicht ein bißchen was von Beidem :nix:
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WaldSuse
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Re: Wandern ist anstrengend?

Beitrag von WaldSuse »

Du liest ja hin und wieder in unserem TB mit und weißt,daß wir am ersten Septemberwochenende auf nem Wanderritt waren.Am ersten Tag waren wir 10 Stunden unterwegs,die er mich natürlich nicht hat tragen müssen,ich bin sehr viel gelaufen.Ich weiß nicht,wie viele Kilometer es waren,aber auf jeden Fall über 35km.Mein Pferd ist ein Württemberger mit Hannoveraner und Holsteiner Vorfahren.Er ist 20 Jahre alt und hat das besser als ich gepackt.
Also glaube ich nicht,daß der kleine Spaziergang deinen Buben erschöpft hat.Ich tippe eher auf Langeweile und Unlust.Zudem könnte auch der Fellwechsel beteiligt sein.Mein Pferd ist zur Zeit auch recht langsam,was er aber sowieso ist.
Wenn ich mit Dustin spazieren gehe,latscht er auch lustlos hinter mir her,läßt sich manchmal regelrecht ziehen.....er findet spazieren gehen doof.Außer es gibt ausgiebige Graspausen. :lol:
Nicht müde werden,
sondern,
dem Wunder leise,
wie einem Vogel,
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jella
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Re: Wandern ist anstrengend?

Beitrag von jella »

Hi Lisa,

ich tippe auch eher auf gelangweilt als kaputt. Dass er lieber auf Gras läuft als auf Schotter ist für mich sehr verständlich, du hast ja einen Barhufer. Meine laufen beide gezielt lieber auf Gras. Da ich sehr häufig auf dem Laufband bin, kenne ich meine Laufgeschwindigkeit sehr gut und ich gehe im Schnitt so ca. 5 km/h, wenn ich Jakari spazierenführe. Das ist zackig und nicht immer will sie dieses Tempo. Aber dann ist sie wach und aufmerksam. Werde ich langsamer, fängt sie an zu schlurfen und wirkt träge.
Wenn du gesundheitlich alles ausschließen kannst, würde ich wirklich vermuten, dass er eher gelangweilt ist. Die Strecke ist für ein gesundes Pferd ein Witz. Klar, wenns sehr warm ist sieht das anders aus, aber das schließe ich jetzt mal aus. Hier hatten wir heute 16 Grad.
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_Eva
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Re: Wandern ist anstrengend?

Beitrag von _Eva »

Bei Spaziergängen würde ich auch eher auf keine Lust tippen oder dass er dicht macht wegen zu vielen Eindrücken.
Bei Schrittausritten kenne ich das auch so wie du schreibst, Lisa-Marie: Lange Schrittausritte um Kondition aufzubauen. Ob das irgendeinen Zusammenhang mit der Muskelstruktur hat weiß ich nicht...
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ehem User

Re: Wandern ist anstrengend?

Beitrag von ehem User »

Wie lange habt ihr denn für die Strecke gebraucht?
Bzw. wie viele km schafft ihr sonst bei euren längeren Spaziergängen?

Ausritte bzw. Spaziergänge im Schritt (nicht im Bummeltempo) werden ja immer wieder zum Fitwerden und Abnehmen etc. empfohlen, also müssen sie schon anstrengend sein können - sonst hätten sie diese Wirkung ja nicht.
Ich würde also pauschal nicht sagen, dass er keine Lust hatte. :nix:
Was für ein Pferd anstrengend ist, ist nicht in erster Linie von Alter oder Typ abhängig, sondern vom aktuellen Gesundheits- und Fitnesszustand.

Man schätzt das denke ich oft falscher ein, als man vermutet, daher werde ich selber mir jetzt zB auch einen Pulsmesser anschaffen.
(Bei uns gehts um Verbesserung der Fitness und Erhöhung des Trainingseffekts)
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Re: Wandern ist anstrengend?

Beitrag von Cate »

Sorry, aber wenn es Pferde gibt, die für Ausdauer gezüchtet sind, dann sind es blutgeprägte Pferde, zu sagen die hätten die falsche Muskulatur ist Schmarrn :nix:
Ihr arbeitet bisher nicht wirklich viel in eurem Alltag, was ihr tut ist meist noch nicht mal "leichte Arbeit", dazu war er ja vor nicht allzulanger Zeit in nur mäßiger Verfassung, dem wird's einfach noch an Grundkondition fehlen. Öfter mal machen, das kühlere Herbstwetter ist doch genau richtig dafür. :-)
Es ist sinnvoll, sich mit dem Üben anzufreunden, denn man wird weit mehr Zeit mit Üben verbringen als damit, perfekt zu sein - Maren Diehl

Was wir sehen, hängt hauptsächlich davon ab, wonach wir suchen - Sir John Lubbock :puppy: :puppy:
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Sheitana
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Re: Wandern ist anstrengend?

Beitrag von Sheitana »

Das hat aber sogar C.R. letztens im Futterseminar gesagt, dass es Vollblütern oft viel leichter fällt, sich im bequemen Trab oder langsamen Canter vorwärts zu bewegen, als im Schritt und dass die da durchaus schon mal schneller müde werden. Nordpferden glaub ich liegt dann eher der Schritt.
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Re: Wandern ist anstrengend?

Beitrag von Cate »

Dann liegt es aber daran, dass das mit ihnen nicht trainiert wurde, nicht daran, dass sie es nicht können. Wir sind früher auf Blütern stundenlang Schritt geritten bei der Konditionsarbeit und die würden u.a. dadurch fit genug für ** und *** Prüfungen. :nix:
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Lisa-Marie

Re: Wandern ist anstrengend?

Beitrag von Lisa-Marie »

Danke schonmal für Eure Antworten.
Langeweile paßt mir nicht so ganz "rein", denn normalerweise läßt er sich schon auch antreiben. Heute hätte ich ihn jedoch wahrscheinlich echt bös anmachen können, und er wäre nicht schneller geworden.
Da paßt vielleicht noch die geistige Überforderung eher dazu, denn wir hatten eine neue Runde.
Plüschtiger, wir haben ca. 1,75 Stunden gebraucht (haben nicht auf die Uhr geschaut, nur ca. berechnet von Ankunftszeit und wann wir wieder Richtung nach Hause sind), da waren aber Graspausen dazwischen.
Ich hatte schonmal ca. 5km in 1 Stunde mit Elysion und würde auch meinen, dass das MEINEM Wandertempo mehr entspricht.
Grad ist er schon schwerer motivierbar (naja, bis auf vorgestern, da war er Feuerstuhl), aber das heute hat mich einfach irritiert.
Sheitana, C.R. war letztes Jahr auch bei mir, daher wollte ich wissen, ob diese Angaben denn erfahrungsgemäß hier bestätigt werden. Ich hab irgendwie gedacht, dass Araber z.B. ja viel für Distanzen eingesetzt werden (Trab und Galopp) und diese Leistung wohl sehr gut erbringen können. Was der Unterschied zwischen langsam traben und Schritt ist (von der Anstrengung her) erschließt sich mir einfach nicht....
Cate, was meinst Du mit "vor einiger Zeit in mäßiger Verfassung"?
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