Biomechanik Rollkur

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Sheitana
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Re: Biomechanik Rollkur

Beitrag von Sheitana »

Ich höre gerade viel Podcasts. Unter Anderem mit IW und D. Schnei***. Nur mal so als Randnotiz, wenn diese Reiter nach ihren Wünschen, Träumen, Zielen gefragt werden..... da kommen im Grunde die gleichen Aussagen, wie unsereins sie vermutlich tätigen würde: In Harmonie sein mit dem Pferd, das Pferd mit seinem Wesen und Charakter nehmen, wie es ist, es fördern, zusammen zu wachsen und sich zu entwickeln...
Ich mag ihre Reiterei nicht, aber ich glaube absprechen, dass auch sie das Beste für ihre Pferde wollen, das kann man ihnen auch nicht. Wessen Standpunkt nun richtig ist, wer weiß das schon?

Was ich aber eigentlich schreiben wollte: D. Schnei*** ist direkt gefragt worden, wie sie mit den heutzutage doch hypermobilen und gangstarken Pferden umgeht. Da sagt sie ganz klar, egal welches Pferd, Balance steht erstmal voran, Takt, Geraderichten...... Und bei so hypermobilen Pferden viel die Pferde erstmal runterholen, stabilisieren, damit man sie gesunderhaltend reiten kann. Klar, auch die Möglichkeiten rausreiten, aber sehr viel die Pferde schließen, balancieren, stabilisieren und lieber einmal mehr etwas weniger, als zuviel, weil einfach die Gefahr besteht, dass sie doch schneller verschleißen. Damit das Pferd eben gesund alt werden kann, und nicht jung schon kaputt ist. Es scheint also den Reitern durchaus bewusst, wie die Entwicklung der Pferde ist, vermutlich ziehen sie nur andere Schlüsse.

Bei aller berechtigter Kritik, ich glaube man tut ihnen Unrecht, wenn man sagt es gehe nur um den Sport und den Erfolg.
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Riff
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Re: Biomechanik Rollkur

Beitrag von Riff »

Ich glaube eher, dass denen die Geldgeber arg im Nacken sitzen. Wahrscheinlich auch Verbände und Züchter.
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Sunny77
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Re: Biomechanik Rollkur

Beitrag von Sunny77 »

Ich weiß nicht. Frau Schn***** sitzt ja in Fra****heim, direkt gegenüber von einer alten Freundin von mir. Und wenn sie von "runterholen" und "schließen" und "stabilisieren" spricht, hat die glaube ich ein GANZ anderes Bild davon, als wir... Und ich kenne die Anlage und die Pferde darauf seit fast 15 Jahren live.
Zuletzt geändert von Sunny77 am Di 13. Jul 2021, 14:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Sheitana
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Re: Biomechanik Rollkur

Beitrag von Sheitana »

Ich weiß nicht.......

Also Verbände... ja sicherlich. B.Hac** hat dazu viel gesagt, dass ihn die Verbände anrufen und sich über ihn beschweren und ihm vorschreiben wollen, wie er sich zu verhalten hat.

Aber I.W. z.B. hat Madeleine W.-S. als Geldgeber im Hintergrund. Alles, was ich über diese Frau gehört habe spricht nicht dafür, dass sie mit dem Hammer kommt, wenn ein Pferd mal nicht gut abschneidet. Und gerade IW kann sich die Pferde doch aussuchen.

Ich mag ja gar nicht bestreiten, dass im System was hinkt. Ich denke nur es ist zu einfach zu sagen "denen sind die Pferd egal, die machen das doch nur fürs Geld, sch**** auf Gesundheit, Wohlergehen, Psyche...."
Ich denke, diese Reiter sind felsenfest der Überzeugung, das absolut Richtige für ihre Pferde zu tun. Ob es das ist, das muss man diskutieren dürfen und auch kritisieren..... Ich für meinen Teil muss jetzt sagen, ich kann mich nicht mehr so einfach hinstellen jetzt und sagen "ihr macht das nicht richtig". Denn letztlich ist es ja nur meine Wahrheit, was ich für richtig und für falsch erachte.
Die Grenze ist natürlich erreicht, wo es Tierquälerei ist. Aber wann ist es Tierquälerei? Und wann geht es den Pferden schlecht? Rollkur ist Tierquälerei, okay. Das kann man auch wissenschaftlich nachweisen. Aber der Rest? Wo ist die Grenze?

@ Sunny Ja, ich bin überzeugt davon, dass sie ein anderes Bild davon hat. Aber was lässt dich glauben, dass dein Bild richtiger ist, als ihres?
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Riff
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Re: Biomechanik Rollkur

Beitrag von Riff »

Okay, das finde ich aber ja auch- es gibt viele Wege. Ob ich die alle toll finde ist egal. Und es wäre schlimm, wenn die selber denken würden, dass sie da was Ungutes fürs Pferd tun. Denke schon, dass die da mit sich im Reinen sind.

Dennoch handeln sie schon aus einem Druck heraus. Meine Meinung. Ob der eigene oder von außen. Aber auch das ist deren Sache.

Was ich allerdings weiß, ist dass viele junge Pferde dem Druck in diesen Ställen nicht gewachsen sind und mit 5 platt sind,w eil sie es körperlich nicht schaffen oder psychsich nicht verkraftet haben. Auch bei einer K.

Ob das nun an der modernen Zucht liegt oder nur am Gereite, weiß ich nicht. Aber es gehen eine Menge Pferde da rein und die meisten packen es nicht.

Aber auch das ist verständlich. Nicht jedes Pferd ist für den großen Sport gemacht. Auch, wenn das Züchter oder Besitzer gerne so hätten.

Zur Balance- ich glaube, da verstehen "die" aber auch etwas anderes drunter, als "wir". Zumindest nehme ich das auch diversen RS, die man nebenbei mitbekommt mit. Es ist einfach eine andere Art mit den Pferden zu arbeiten. Von außen sieht es aus, als arbeiten die das Pferd und nciht mit dem Pferd. Aber wissen kann man das wohl nur, wenn man dort mal gut reingeschnuppert hat.

Böses und Absicht in dem Sinne unterstelle ich aber keinem von denen.
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Sunny77
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Re: Biomechanik Rollkur

Beitrag von Sunny77 »

Sheitana hat geschrieben: Di 13. Jul 2021, 14:27 Ich denke, diese Reiter sind felsenfest der Überzeugung, das absolut Richtige für ihre Pferde zu tun. Ob es das ist, das muss man diskutieren dürfen und auch kritisieren..... Ich für meinen Teil muss jetzt sagen, ich kann mich nicht mehr so einfach hinstellen jetzt und sagen "ihr macht das nicht richtig". Denn letztlich ist es ja nur meine Wahrheit, was ich für richtig und für falsch erachte.
Die Grenze ist natürlich erreicht, wo es Tierquälerei ist. Aber wann ist es Tierquälerei? Und wann geht es den Pferden schlecht? Rollkur ist Tierquälerei, okay. Das kann man auch wissenschaftlich nachweisen. Aber der Rest? Wo ist die Grenze?

@ Sunny Ja, ich bin überzeugt davon, dass sie ein anderes Bild davon hat. Aber was lässt dich glauben, dass dein Bild richtiger ist, als ihres?

Ich habe mal einen wirklich tollen Parelli Schnupperkurs gemacht. Die Dozentin, 4*, hat damals gesagt "Keiner will seinem Pferd bewusst schaden. Jeder macht es so, wie er es für richtig und gut hält. Mein Weg erscheint mir der Richtige, aber das heißt nicht, dass der Weg der anderen Person mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung nicht für sie der Richtige sein kann. Ich versuche nie zu missionieren, sondern durch gesunde, rittige Pferde neugierig zu machen auf meinen Weg."
Die fand ich damals richtig gut.

Allerdings gibt es genügend Studien und Untersuchungen und Beweise, dass Rollkur und LDR für die Pferde schmerzhaft und schädlich ist. Und jemandem, der sich diesen Erkenntnissen verweigert und TROTZDEM so reitet und damit Schäden und Leid in Kauf nimmt (warum auch immer), dessen Weg kann und WILL ich nicht als "genauso gut" betrachten. ICH kann mit meiner Ablehnung solcher Praktiken gut leben und hoffe einfach inständig, dass dass irgendwann auch mal als tierschutzrelevant eingestuft wird.
Liebe Grüße,
Sunny
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Cashew
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Re: Biomechanik Rollkur

Beitrag von Cashew »

Also, das driftet ja jetzt etwas ab vom ursprünglichen Thema, aber :shy: irgendwie gehört es ja auch dazu.

Ich weiß den offenen Geist in diesem Forum sehr zu schätzen und möchte keinem das Recht zu einer eigenen Meinung absprechen. Anderseits denke ich, gibt es bestimmt Einsichten, vor denen sollte man sich einfach besser nicht verschließen. Man könnte Stunden debattieren, warum manche Menschen den Klimawandel leugnen.

Vor hundert Jahren hatten Frauen kein Stimmrecht. Das war total normal, genauso normal wie Kindern eine Tracht Prügel zu verabreichen. In vielen Ländern ist es immer noch Alltag, dass Kinder (hart) arbeiten müssen. Damit ich hier nicht nur Äpfel mit Birnen vergleiche: In der Pferdehaltung war Ständerhaltung vor noch nicht allzu langer Zeit ziemlich alltäglich. Klar hatte das auch Vorteile (für wen?), vielleicht war das aus einer gewissen Perspektive auch nicht falsch. Aus der Perspektive des Tierwohls aber ganz sicher.

Ich finde (und das wirklich nur persönlich), manchmal ist auch mit Toleranz eine gewisse Vorsicht geboten. Es ist super, Empathie zu haben, den eigenen Blickwinkel immer wieder ändern zu können, auf andere eingehen zu können. Aber lasst uns nicht vergessen, dass Lebewesen oft genug genau deswegen unterdrückt werden, weil sie sich nicht wehren können. Und wenn die Kinderrechtler, Frauenrechtler, Klimarechtler,.... immer bloß Verständnis gezeigt hätten, bzw zeigen - dann sähe die Welt (sorry - bei "uns" in West-Europa) heute ganz anders aus. Ich finde das ziemlich richtig, aber es gibt ganz sicher Menschen, die das falsch finden :nix:
Sunny77 hat geschrieben: Di 13. Jul 2021, 14:39 Allerdings gibt es genügend Studien und Untersuchungen und Beweise, dass Rollkur und LDR für die Pferde schmerzhaft und schädlich ist. Und jemandem, der sich diesen Erkenntnissen verweigert und TROTZDEM so reitet und damit Schäden und Leid in Kauf nimmt (warum auch immer), dessen Weg kann und WILL ich nicht als "genauso gut" betrachten. ICH kann mit meiner Ablehnung solcher Praktiken gut leben und hoffe einfach inständig, dass dass irgendwann auch mal als tierschutzrelevant eingestuft wird.
Genau deshalb möchte ich das einfach nur zu 100% unterschreiben.
Viele Grüße,
Sarah und Co


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lungomare
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Re: Biomechanik Rollkur

Beitrag von lungomare »

hmja - das Toleranzproblem. Um das ging es mir im Grunde schon ein paar Seiten früher: wo ziehen wir denn jetzt die Linie? bei "Pferd wird aktiv hinter die Senkrechte gezogen" oder schon bei "wir nehmen billigend in Kauf, dass Pferd mehrere Runden mit dem Kopf hinter der Senkrechten läuft"?
das hier ist die Fortsetzung vom Longenkursforum. Babette hat damals schon immer betont, wer Ausbinder beim Longieren benutzt, nimmt in Kauf, dass das Pferd beim Abstrecken mit der Nase hinter die Senkrechte kommt und dass es dies zu verhindern gilt: daher longieren ohne Hilfszügel
Ich persönlich ziehe meine Toleranzlinie eben schon deutlich früher, nämlich bereits da, wo die Nase länger als ein paar Schritte hdS gerät. die meisten hier haben inzwischen festgestellt, dass sie das nciht so eng sehen und das Pferd da shconmal hin geraten und auch trotz nachtreiben ne Weile bleiben kann. ist ein Punkt, den ich durchaus auch schon problematisch betrachte, weils einfach Grenzen verschiebt. wenn 99% der Pferde die Nase vor der Senkrechten haben und eins dahinter, wird man deutlich genauer hingucken, ob das so rictig ist. solange aber möglichst viele Menschen hinnehmen können, dass das arg bewegliche Pferd mal ne Runde hdS läuft, dann ist der Schritt zur Rollkur (ist ja nur noch ein bisschen enger....) deutlich kleiner, als wenn bei der breiten Mehrheit die Alarmglocken schon bei ersten Schritt hdS schrillen... meine Meinung.
Choose being kind over being right and you'll be right most of the times.
... die mit der buchstabenfressenden Tastatur..
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A.Z.
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Re: Biomechanik Rollkur

Beitrag von A.Z. »

Ich reite ja aktuell im Grunde nicht ... der Meine kommt auch an der Longe (Kappzaum, einfache Longe, niemals Ausbinder) beim Haltungen durchtesten hinter die Senkrechte und widersteht auch schon mal mehr als ein paar Tritte jeglichen Korrekturansätzen. :-e Und den halte ich noch nichtmal für besonders überbeweglich. Und nu?
Viele Grüße Angela

Oh Großer Geist, hilf mir, nie über einen anderen Menschen zu urteilen, bevor ich nicht zwei Wochen lang in seinen Mokassins gelaufen bin. (Lachender Fuchs, Sioux-Häuptling)

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Belgano
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Re: Biomechanik Rollkur

Beitrag von Belgano »

Lungo, irgendwie habe ich mit deinen Verallgemeinerungen und Übertreibungen ein Problem.

Ich zähle mich jetzt auch zu den Leuten, die gesagt haben: hdS kann passieren, sollte man kein Drama draus machen, aber es muss korrigiert werden.
Aber ein Pferd ist doch keine Maschine, wo ich nur den richtigen Knopf drücken muss, damit sie wieder richtig läuft.
wir nehmen billigend in Kauf, dass Pferd mehrere Runden mit dem Kopf hinter der Senkrechten läuft"
Das hat doch hier niemand gesagt oder wo hast du das raus gelesen?
Ich persönlich ziehe meine Toleranzlinie eben schon deutlich früher, nämlich bereits da, wo die Nase länger als ein paar Schritte hdS gerät.

Und was machst du dann? Nase am Zügel hochziehen oder Pferd bestrafen, sobald es sich ein wenig Strecken will, damit es bloß nicht zu eng wird? Pferd gar nicht IN Anlehnung reiten, denn dann könnte es ja passieren, dass das Pferd sich ausprobiert und, genau, zu eng wird? Sorry, ich weiß ich argumentierte gerade nicht mehr wirklich sachlich, aber ich habe bei dir das Gefühl, du willst es falsch verstehen.
die meisten hier haben inzwischen festgestellt, dass sie das nciht so eng sehen und das Pferd da shconmal hin geraten und auch trotz nachtreiben ne Weile bleiben kann.
Nochmal, ein Pferd ist doch keine Maschine. Es muss doch erstmal lernen und wissen, was ich mit dem nachtreiben bezwecke. Es gibt nunmal reichlich Pferde, denen aufgrund ihres Körperbaus das hdS körperlich im ersten Moment leichter fällt und das korrekte Laufen und Tragen ist für diese viel anstrengender. Natürlich wählen Sie dann erstmal die einfache Variante. :nix:


Sowohl eine Mona als auch eine Enni muss man wahrscheinlich wirklich schon extrem zusammenziehen, damit sie hdS kommen. Das sieht bei anderen Pferdetypen halt ganz anders aus.


Edit: ich möchte noch einmal betonen, dass ich deine Beiträge sonst sehr schätze, liebe Lungo, aber hier kann ich deinen Argumenten wirklich nicht folgen
Gelassenheit, Heiterkeit und viel Geduld sind die Basis jeder harmonischen, respektvollen Beziehung.(Audrey Hasta Luego)
Levi - ein kleiner Held wird groß
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