Fütterung über alles?!

Moderator: Sheitana

ehem User

Re: Fütterung über alles?!

Beitrag von ehem User »

Ich würde 6h Knabberweide auch nicht wirklich als Fresspause bezeichnen. Es geht da ja nicht nbedibgt, um die mengen, die gefressen werden, sondern darum, dass der Magen-Darm-Trakt nicht völlig leer ist. Und ich glaube, wir nyerschätzen, was Pferde auf einer augenscheinlich abgeweideten Weide noch alles so finden! :-D

Und wie andere auch schon erwähnt haben, es ist ja ausbaufähig, vielleicht schaffst du es ja langriftig die SB zu überzeugen im Winter auf den Paddocks/Winterweiden Heu zur Verfügung zu stellen.

Akut würde ich da jetzt auch nicht schnell oder übereilt ausziehen. Langfristig würde ich mir einen OS suchen, aber das muss letztendlich jeder selber entscheiden, was er für sich und sein Pferd möchte.
ehem User

Re: Fütterung über alles?!

Beitrag von ehem User »

Also, aktuelle Situation - 6-7 Stunden auf magerer Herbstweide und den Rest HEu satt finde ich völlig ok.

Ich kenne die Faustregel so, dass man sagt, nicht länger als 6 Stunden mit leerem Magen. Deine Stute geht ja mit vollem Magen auf die Koppel, der Magen braucht ca 1 Std, bleiben noch 6 Stunden ohne Fressen.
Und man darf die runtergefressenen Koppeln nicht unterschätzen, es ist zwar nicht viel drauf, aber zum knabbern reicht es.

Die Winterregelung hört sich nicht so toll an. 2x 2 Stunden - nicht viel, geht grad so. Aber wie sehen die Paddocks aus, befestigt, Sand, Naturboden? Ist nur der Weg zu den Paddocks matschig oder die auch? Wie gross? Welche Form? Platz zum geradeaus toben? Wie ist es bei schlechtem Wetter? Unterstand vermutlich nicht? Für ein gelangweiltes Jungpferd, was aus der Box kommt, finde ich einen knüppelig gefrorenen Matschpaddock nicht ungefährlich. Und im Schlamm und Regen auf einem viereckigen mittelgrossen Paddock stehen meistens alle nach einmal toben nur rum und bewegen sich nicht. DAs ist dann auch nicht so richtig tolle Bewegung. Futter brauchen sie finde ich bei 2-4 Stunden in der Paddockzeit nicht, aber einen guten Boden und Bewegungsanreize!

Unsere Paddocks saufen bei Dauerbenutzung nach Ende der Weidesaison und nassem WEtter ab - und wir haben festgestellt, dass unsere Offenstallpferde dann freiwillig zu Stubenhockern werden. Jetzt sind wir dabei, eine Art Trail aus Paddockplatten zu bauen, so dass es überall trockene Wege gibt - zum Heufresstand, zum höher gelegenen Teil des Paddocks, der trocken bleibt etc... und siehe da, sie bewegen sich auf diesen Wegen ganz wunderbar gleichmässig über den TAg.

Ich hab meinen eigenen Traum offenstall - viel Arbeit, viel Gummistiefel, aber ich möchte nicht tauschen. Ich kann mir vorstellen, dass es total schwierig ist, den idealen Stall zu finden, der eigene Ansprüche und die der Pferde unter einen Hut bringt.
Was ich aber ehrlich gesagt nicht verstehe, sind die vielen Geschichten von Stallbesis, die für jede Extra Regelung angefleht werden müssen. Ich höre sowas in der Gegend hier häufiger und lese es im Forum. Ihr bezahlt da viel GEld jeden Monat, um euch extra Heu zu kaufen und um Heunetze und 2 Stunden mehr Paddock zu bitten und zu hoffen, dass vielleicht ja noch was möglich wäre??? Für mich bin ich als Stallpächterin, die Offenstallplätze anbietet, jemand, der eine DIENSTLEISTUNG anbietet. Und letzendlich die Verantwortung für die Gesundheit von Tieren hat. Da versuche ich doch alles, um das so optimal wie möglich zu gestalten für alle Beteiligten?? Klar geht nicht immer alles, ich kann nicht die Weide 12 Monate aufmachen, sonst wächst nächstes Jahr kein Gras mehr. Ich kann es nicht ändern, dass wir Lehmboden haben und dass unser Misthaufen bei Regen Untiefen entwickelt. Ich kann nicht verhindern, dass es auch in einer gut eingwöhnten Pferdegruppe mal kurz Zoff geben kann. Aber über alles andere kann man reden und Lösungen finden. Ist das wirklich so selten? :shock:

Abstriche muss man sicher immer irgendwo machen, aber ich würde schon immer eine Rechnung im Kopf aufstellen - stimmt die Leistung des Stalls für das Geld, sind die Haltungsbedingungen so, wie ich es akzeptieren kann? Mache ich mir selber viel Stress und Arbeit, um auszugleichen, was der Stall nicht bietet? Wenn das so ist, stimmt was nicht. Oder sehe ich das falsch?

Lg, Trixi
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Lottehüh
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Re: Fütterung über alles?!

Beitrag von Lottehüh »

Die Frage nach dem "was ist wichtiger" ist ganz schnell beatwortet - das Pferd läuft natürlicherweise beim Grasen - das Grundbedürfnis nach Futter und nach Bewegung sind eng miteinander verknüpft - sprich, es ist gleich wichtig.

Ich finde momentan 6 Stunden Weide als "Futterpause" ok, weil noch was da ist, es ist also noch keine Futterpause. Bei uns war es im alten Stall dann so, dass spätestens ab Mitte November einfach nix mehr drauf war, und die Wiese war riesig (bestimmt über 50 ar, also über 5000m2).

Ich fände es super, wenn Du es schaffen würdest, dass Dein Pferd eben mit der zusammengeworfenen Morgengruppe raus könnte und dann nochmal mit der Nachmittagsgruppe, dazwischen heu in der Box. Den Zustand fände ich - wenn Du dann abends kommst und noch was mit ihr machst (dazwischen nochmal Heu) - eventuell akzeptabel. 8 Stunden draußen und 16 Stunden Box ist nicht der Hit, aber wenn das Heu gut ist... Sie wird dann eh essen, wenn sie drin ist. Mehr als 4 Stunden am Stück würde ich sie nicht mehr draußen haben wollen wenn es nix mehr gibt auf der Weide. Wobei ich eigentlich 4 Stunden Pause schon zu lange finde.

Deine Überlegung zu Bewegung vor Futter als Vorbeugung gegen Knochen-, Sehnenproblemen usw ok, aber wenn der Magen und der Darm Schaden nehmen, kann sie sich so viel bewegen wie sie will, dann wird das nix mit den gesunden Knochen und Bändern, denn irgendwo muss der Baustein dafür ja herkommen.

Außerdem ist natürlich durch die überschäumende Freude, die sich in Kaltstarts ausdrückt, die Verletzungsgefahr für Dein Pferd sehr viel höher, wie wenn sie dauernd etwas in Bewegung wäre. Wenn wir schon beim Thema gesunde Knochen / Bänder / Sehnen sind.

Ich finde den Stall alles andere als perfekt, aber wenn Du so wie oben geschrieben so 3 oder 4 Monate über den Winter kommst und Dein Pferd dann über den Sommer rauskommt und ihr nächstes Jahr nochmal 3 oder 4 Monate so durchstehen müsst, bis ihr in euren eigenen Stall könnt, und Du in dieser Zeit wirklich versuchst, abends eher ihren Bedürfnissen gerecht zu werden, finde ich es besser als jetzt noch 3 mal umzuziehen in der Zeit. Damit tut man der Psyche auch nix gutes. Wenn der Stall wirklich Verbesserung bringt, dann zieh um, aber man weiß es halt meist erst wenn man dort ist.
Das Leben schenkt Dir ein Pferd - reiten musst Du schon selber.
:schritt:
bubi9191
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Re: Fütterung über alles?!

Beitrag von bubi9191 »

Also eigentlich steht wechseln gar nicht zur Debatte.

Der Wunschstall ist einfach Strecke 37km entfernt, das kann ich zum Einen zeitlich nicht leisten, zum Anderen wäre das natürlich auch nochmal bares Geld.

Alle anderen Ställe in der Gegend handhaben es genauso wie an unserem jetzigen Stall (und das sind immerhin 7 (!!!) Ställe), nur dass ich da nichtmal Heunetze für 24h Heu reinhängen darf und mein Futter auch nicht selbst vorbereiten darf.

Es bliebe mir wirklich nur ein "Freizeitstall" (ohne das jetzt böse zu meinen), aber auch da eben nachts Box, vielleicht finde ich einen, der auch eine Winterweide hat.
Dann wird es wahrscheinlich aber keinen Reitplatz geben (bzw. keiner der beleuchtet ist und im Winter schaffe ich es im hellen nur am Wochenende zum Stall), was wiederum heißt, dass ich eben die 3 Monate so gut wie nichts tun könnte mit der Kleinen.

Im Frühjahr wäre ich dann schon gerne wieder an meinem jetzigen Stall.

Offenställe - wie gesagt, der nächste der mir gefällt (Offenstall bedeutet nicht gleich artgerechte Haltung oder Fütterung - wenn mein Pferd bei gefrorenem Boden auf Asphalt schlafen muss und trotzdem im Winter nur morgens und abends etwas Heu bekommt bringt mir auch ein Offenstall nichts) ist einfache Strecke 37km entfernt.

Ich freue mich einfach so, wenn wir unser Eigenheim dann möglichst bald haben..
Pferde sollten so geritten werden, wie ein Surfer eine Welle reitet.
Der Surfer zwingt die Welle nicht, er will sie nicht verändern.
Er lernt einfach, wie er sie reiten kann.

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