Also, aktuelle Situation - 6-7 Stunden auf magerer Herbstweide und den Rest HEu satt finde ich völlig ok.
Ich kenne die Faustregel so, dass man sagt, nicht länger als 6 Stunden mit leerem Magen. Deine Stute geht ja mit vollem Magen auf die Koppel, der Magen braucht ca 1 Std, bleiben noch 6 Stunden ohne Fressen.
Und man darf die runtergefressenen Koppeln nicht unterschätzen, es ist zwar nicht viel drauf, aber zum knabbern reicht es.
Die Winterregelung hört sich nicht so toll an. 2x 2 Stunden - nicht viel, geht grad so. Aber wie sehen die Paddocks aus, befestigt, Sand, Naturboden? Ist nur der Weg zu den Paddocks matschig oder die auch? Wie gross? Welche Form? Platz zum geradeaus toben? Wie ist es bei schlechtem Wetter? Unterstand vermutlich nicht? Für ein gelangweiltes Jungpferd, was aus der Box kommt, finde ich einen knüppelig gefrorenen Matschpaddock nicht ungefährlich. Und im Schlamm und Regen auf einem viereckigen mittelgrossen Paddock stehen meistens alle nach einmal toben nur rum und bewegen sich nicht. DAs ist dann auch nicht so richtig tolle Bewegung. Futter brauchen sie finde ich bei 2-4 Stunden in der Paddockzeit nicht, aber einen guten Boden und Bewegungsanreize!
Unsere Paddocks saufen bei Dauerbenutzung nach Ende der Weidesaison und nassem WEtter ab - und wir haben festgestellt, dass unsere Offenstallpferde dann freiwillig zu Stubenhockern werden. Jetzt sind wir dabei, eine Art Trail aus Paddockplatten zu bauen, so dass es überall trockene Wege gibt - zum Heufresstand, zum höher gelegenen Teil des Paddocks, der trocken bleibt etc... und siehe da, sie bewegen sich auf diesen Wegen ganz wunderbar gleichmässig über den TAg.
Ich hab meinen eigenen Traum offenstall - viel Arbeit, viel Gummistiefel, aber ich möchte nicht tauschen. Ich kann mir vorstellen, dass es total schwierig ist, den idealen Stall zu finden, der eigene Ansprüche und die der Pferde unter einen Hut bringt.
Was ich aber ehrlich gesagt nicht verstehe, sind die vielen Geschichten von Stallbesis, die für jede Extra Regelung angefleht werden müssen. Ich höre sowas in der Gegend hier häufiger und lese es im Forum. Ihr bezahlt da viel GEld jeden Monat, um euch extra Heu zu kaufen und um Heunetze und 2 Stunden mehr Paddock zu bitten und zu hoffen, dass vielleicht ja noch was möglich wäre??? Für mich bin ich als Stallpächterin, die Offenstallplätze anbietet, jemand, der eine DIENSTLEISTUNG anbietet. Und letzendlich die Verantwortung für die Gesundheit von Tieren hat. Da versuche ich doch alles, um das so optimal wie möglich zu gestalten für alle Beteiligten?? Klar geht nicht immer alles, ich kann nicht die Weide 12 Monate aufmachen, sonst wächst nächstes Jahr kein Gras mehr. Ich kann es nicht ändern, dass wir Lehmboden haben und dass unser Misthaufen bei Regen Untiefen entwickelt. Ich kann nicht verhindern, dass es auch in einer gut eingwöhnten Pferdegruppe mal kurz Zoff geben kann. Aber über alles andere kann man reden und Lösungen finden. Ist das wirklich so selten?
Abstriche muss man sicher immer irgendwo machen, aber ich würde schon immer eine Rechnung im Kopf aufstellen - stimmt die Leistung des Stalls für das Geld, sind die Haltungsbedingungen so, wie ich es akzeptieren kann? Mache ich mir selber viel Stress und Arbeit, um auszugleichen, was der Stall nicht bietet? Wenn das so ist, stimmt was nicht. Oder sehe ich das falsch?
Lg, Trixi