Schöne Idee, diesem Thema einen eigenen Raum zu geben. Ob man ohne Crin Beiträge hierhin verfrachten kann weiß ich nicht, für meine wäre ich einverstanden.
Ich war schon oft am Limit, mit dem Traber manchen Monat täglich. Mal aus finanziellen Gründen, mal von den Emotionen her. Würde ich - könnte ich es noch mal entscheiden - anders machen? Nein, auf keinen Fall. Auch nicht mit dem Schinken, nicht mit Black und nicht mit Midas. Klar denke ich oft, ich wäre fast reich, hätte ich die ganzen Viecher nicht. Aber ob mich das glücklicher machen würde? Ich denke nein

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Schwieriger finde ich, wenn man im Umgang mit dem Pferd ans Limit kommt. Das war beim Traber und mir 8 lange Jahre Thema. Ich war überfordert, egal was ich gemacht habe, es hat wenn überhaupt, nur für einen Moment gepasst, dann nicht mehr. Erschwerend kam hinzu, dass ich meine Angst irgendwann nicht mehr im Griff hatte. Dazu kam, dass ich nicht das Gefühl hatte, dass mein Umfeld versteht, was da mit mir und meinem Pferd passiert. Der Gaul war ungezogen, die Frau dazu unfähig. Man muss nur so oder so oder so machen, dann klappt das schon. Ich will nicht ausschließen, dass das irgendwo auf der Welt tatsächlich geklappt hat, bei mir jedenfalls nicht. Mein Weg war dann irgendwann, mich mit dem Thema an sich - losgelöst vom Traber - auseinander zu setzen. Zu wissen, warum sie so oder so reagieren, zu lernen, wie man das erkennt, welche Möglichkeiten es geben kann (!) wie man sich selber Dinge antrainieren kann, damit sie in der Stresssituation abrufbar sind. Dabei wollte ich aber auch nie das Wohl des Pferdes aus den Augen verlieren. Ich wollte kein gehorsames Pferd, was nie eine eigene Meinung hatte. Ich wollte, dass sich das Pferd bei all dem auch wohl fühlt, nicht nur ich. Das Studium hat 1 Jahr gedauert, bis ich meine Angst tatsächlich los war noch mal mind. 3 Jahre, wenn nicht sogar 4, ich habe es nicht mehr genau auf dem Schirm. Ich habe mich immer, wenn die Situation zu eskalieren drohte, zurück genommen, mir die Zeit genommen zu analysieren, warum das gerade passiert ist, an welcher Stelle ICH den Fehler gemacht habe. Das Pferd kann nichts dafür, dass es so reagiert, es wurde durch Menschen in dieses Verhalten gebracht, also konnte nur ich die Stellschraube sein, die man drehen konnte. Es hat wirklich sehr lange gedauert, bis Traber und ich eine Einheit gebildet haben, aber es hat sich - auch die schlimme Zeit - jede Sekunde mit ihm gelohnt. Ich durfte an ihm und mit ihm lernen und das zieht sich bis zum heutigen Tag und bis zum Ende meiner Pferdezeit.
Was ich damit sagen will: ans Limit zu kommen ist nicht schlimm, wichtig ist, wie ich damit umgehe und dass ich es immer ins richtige Verhältnis bringe.
Nur mal so: ich war 10 Jahre als Therapeutin unterwegs, tatsächlich habe ich nie ein Pferd therapiert, sondern immer dem Menschen dazu versucht zu vermitteln, was geändert werden kann, um das Verhältnis zueinander zu verbessern. Die meisten sind mitgegangen und fast alle waren immer überrascht, was ich sehe und wie sie selber den Knoten lösen können. Manchen hat meine Methode zu lange gedauert, die wollten schnell eine Veränderung, Pferdewohl stand da nicht im Vordergrund. An solchen Leuten arbeitet man sich ab, ohne für das Pferd eine Verbesserung zu bekommen. Die habe ich in den letzten Jahren dann auch konsequent abgelehnt.
Fakt ist: es gibt nicht die eine Methode, niemals, egal was Guru x oder y absondert oder im Fernsehen gut vermarktet angepriesen wird. Es gibt genetische Vorgaben, die manches Verhalten erfordern, aber es gibt nicht eine Lösung für alle. Man muss immer erst beobachten, wie gehen sie miteinander um, wann passiert was. Man muss genau analysieren, was passiert um das Pferd herum. Im Stall, mit ggfs. Stallpersonal, Herde, Futter, Equipment, wie ist der Besitzer zum Pferd aufgestellt, was weiß man über das Pferd und und und. Erst wenn man das alles nebeneinander legt, kann man einen Weg vorschlagen, der vielleicht gangbar ist und wenn sich herausstellt, nee, so nun doch nicht, dann muss gesucht werden, bis der für dieses Paar einzig richtige Weg gefunden wird. Alleine bekommt man sowas in der Regel nicht hin, man braucht einen Außenstehenden, der ohne Emotionen drauf guckt und weder Herzchen im Auge noch Wut im Bauch hat, wenn das Pferd zeigt, was es kann.