Fütterung über alles?!

Moderator: Sheitana

bubi9191
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Fütterung über alles?!

Beitrag von bubi9191 »

Hallo ihr Lieben,

in letzter Zeit ging mir dieses Thema doch sehr durch den Kopf und daher würde ich euch gerne mal um eure Meinung bitte.

Der perfekte Stall ist nunmal sehr rar, bzw. gibt es ihn überhaupt?
Bei uns in der Gegend nicht - jedenfalls nicht für MICH, denn ich möchte neben der passenden Haltung auch passende Trainingsmöglichkeiten haben, was den Suchradius schon sehr einschränkt.

Ich denke in jedem Stall muss man Kompromisse eingehen und lese immer häufiger von euch, dass ihr überall Kompromisse machen würdet, aber nicht bei der Fütterung.

Gut, verständlich, jetzt kommt das große ABER und dafür möchte ich euch kurz meine Situation erzählen:

Ich stehe an einem Stall mit zwei Stalltrakten (jeder Stalltrakt hat eigene Herden und eigene Weiden), jeweils so 20-25 Pferde.
Meine Stute ist 4jährig und steht in einem Stalltrakt, in dem nur zwei weitere Stuten stehen.

Wir haben drei große Weiden (wirklich groß) und drei kleinere. Auf den den großen Weiden ist jeweils eine kleine Herde von 4 Pferden, alles Wallache.
Diese Pferde stehen von 8-16 Uhr draußen, die Weiden sind leicht hügelig und eben schön groß.
Dazu wollte ich meine Stute stellen. Problem: In jeder Herde ist jeweils 1 Wallach, der Stuten besteigt. Das wollte ich aber auch auf keinen Fall.
Eine neue Herde wäre nicht möglich, für 4 Pferde sind die anderen Weiden dann doch etwas klein (ich würde sagen zwischen 800-1000m²). Wir haben eben insgesamt 3 Stuten, eine Stute davon gehört aber einer Besitzerin mit zwei Pferden und die wollte, dass ihre Pferde nur zusammen rauskommen und auch maximal 3 Stunden täglich da die Stute sonst dicke "Backen" kriegen würde.
D.h. meine Stute steht jetzt mit einer weiteren 5j. Stute draußen, wenn das Wetter gut ist von früh morgens so halb 8 - 8 und kommen dann immer unterschiedlich rein. Mal so 12-13 Uhr, meistens aber so gegen 14.30, gestern standen sie z.b. bis 16 Uhr draußen (kamen aber auch etwas später raus).
Sie hat eine relativ große Box mit Fenster in die Stallgasse und als einziges Pferd im Stall 24h Heu (kriegt 3x täglich in engen Netzen und ein Reserve-Netz, wo immer wenn ich da bin was drin ist). Ich bin sehr glücklich dass ich das aber mithilfe der Stallbesitzer so regeln kann und die Stallbesitzer mich da nicht komisch angucken und die Heunetze immer austauschen bzw. reinhängen obwohl im anderen noch was drin ist.
So, jetzt ist natürlich auf ihrer Weide immer weniger drauf und ich glaube nicht, dass sie da noch viel Gras aufnimmt.
D.h. sie knabbert in den durchschnittlich 6 - 7 Stunden Weide etwas Rinde, kurze Grashalme, etc., aber wirklich "fressen" ist nicht mehr.

Kann ich das in Kauf nehmen? Natürlich sind 6 Stunden Fresspause alles andere als optimal, aber wie steht dann Fresspause vs. Bewegung?

Wie gesagt, die Möglichkeit einer Offenstallhaltung usw. habe ich NOCH nicht.

Im Winter werden die Bewegungs- d.h. Auslaufzeiten auch deutlich reduziert sein, wir haben nur eine Winterweide (vorher hatten wir zusätzlich noch 2 Winterpaddocks auf dem Springplatz, da dieser jetzt aber erneuert worden ist fällt das weg) und die Herden müssen sich alle abwechseln. Heißt bleibt pro "Gruppe" nur so 2 Stunde Gott sei Dank konnte ich mit der Besitzerin von der weiteren Stute + Wallach reden, sodass unsere im Winter dann zu viert stehen (die Winterweide hat auch nur knapp über 800m²) und dann eben zumindest um die 4 Stunden rauskönnen.
Bei Schnee und Eis wird das ganze aber schwieriger. Man kommt auf die WInterweide nur über einen Gang, der schon jetzt im Sommer immer sehr schnell matschig war. Wenn das dann friert, dann ist es unmöglich die Pferde dadrauf zu lassen. Aber selbst wenn es glatt wäre gäbe es außer mir kaum jemanden, der seine Pferde dann rausstellen würde (sind ja auch alle sonst beschlagen) und ich hab nunmal nur eins, die alleine auch nicht draußen bleibt..

Und das wurmt mich schon.

Seit ich meine Magenstute hatte, bin ich sehr vorsichtig geworden was den Magen angeht und füttere meine jetzige Stute lieber mal so, als hätte sie Magenprobleme...
Deswegen hatte ich überlegt, sie nur noch 4 Stunden auf die Weide zu lassen wenn kein Gras (oder wenig) mehr drauf ist, um Fresspausen zu vermeiden.
Andererseits ist sie vierjährig, im Wachstum und was gibt es da wichtigeres als Bewegung?
Ja, von Fresspausen kann ein pferd Magenprobleme kriegen, aber die lassen sich doch dann wieder behandeln. Nicht oder nicht richtig ausgebildete Knochen und Gelenke können allerdings nicht plötzlich mit 8 Jahren dann zum richtigen Entwickeln nachträglich gezwungen werden.

Meine Stute stand übrigens bis Frühjahr 24h auf der Weide. Sie hat mit der Haltung kein Problem in Form von aufmüpfig werden oder sonstiges, steht nach den 6-8 Stunden auch am Tor und möchte rein (gibt dann schließlich auch Futter wenn sie reinkommt...), aber das ist echt ein Zwiespalt.


Fütterung über alles? Oder ist vielleicht - gerade bei einem Jungpferd oder einem mit Arthrose - die Bewegung in Form von Weidegang mindestens genauso wichtig / wichtiger?

Ich finde diese Frage sehr sehr schwer zu beantworten.

Ich wäre bereit, auf dem Paddock/der Weide eigenes Heu zuzufüttern. Ich habe sowieso immer eigenes Heu im ANhänger, für den Fall der Fälle.
Kein anderer Pferdebesitzer hält das aber für nötig und 1. sehe ich es nicht ein, fremde Pferde mitzuversorgen, 2. sind Heunetze wegen den beschlagenen Pferden nicht möglich und 3. bin ich es nachher Schuld, wenn das Pferd mal krank werden sollte.
Ist doch leider oft so. Wir sind eine an sich sehr harmonische Stallgemeinschaft, aber bei dieser Größe kommt es nicht aus, dass sich auch einzelne "Gruppen" an Einstallern bilden. Und da habe ich dann doch bange (bin erst seit Februar da) dass es dann heißt "Kein Wunder dass die kolikt, soviel Heu wie die kriegen" oder "Hast du mal gesehen wie das Heu aussieht"?

Man weiß es ja nie...

Anregungen gerne!
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Scheckenfan
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Re: Fütterung über alles?!

Beitrag von Scheckenfan »

Solang noch was zu knabbern auf der Koppel ist und der Magen somit nicht gänzlich leer bleibt finde ich 6 Stunden nicht sooo schlimm, zumal wenn sie sonst durchgängig Heu hat. Da würd ich die Bewegung schon als wichtig empfinden und unbedingt erhalten wollen! Zumal 6h Koppel ja auch nicht gerade viel sind :ohhh: das sind dann immerhin 18h Box :shock:

Für den Winter würd ich mir da aber schon noch was überlegen, 2 Std. find ich definitiv zu wenig! Kann sie vielleicht wenigstens zweimal raus (zur Not in verschiedenen Gruppen)?

Geht ja nicht nur um die Bewegung an sich, sondern auch um das "Kaputtstehen" in der Box, die schlechte Luft, die Mehrbelastung auf den Gelenken durch das Drehen, und auch um die Psyche, Stichwort Langeweile!
Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst in dieser Welt.
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bubi9191
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Re: Fütterung über alles?!

Beitrag von bubi9191 »

Eben das ist es ja was mich stört...

Auf der Winterweide wird das restliche Gras schnell plattgetrampelt sein, da bin ich mir sicher. Da wäre sie dann komplett ohne Futter.

18h Box hat sie aber auch nicht ganz, ich komme ja abends.

Und da kommt sie jeden Tag noch raus. Sei es geritten, longiert zu werden oder einfach spazieren zu gehen.
Oft stelle ich sie auch abends nochmal raus, aber ja, sie steht noch viel drinnen.
Leider habe ich aber eben im Umkreis von 20km keine bessere Variante, bzw. wenn sie mehr rauskommen sind die Stallbesitzer gänzlich gegen 24h Heu oder das Heu dort hat furchtbare Qualität... Das will ich dann auch nicht..

Im Winter wie gesagt - da tun wir uns zusammen, sodass unsere "beiden" Gruppen dann zu einer werden und 4 Stunden rauskommen.
Ich werde auch definitiv versuchen, sie nachmittags immer noch mindestens 2 Stunden rauszustellen.

Mich wurmt das eben auch total, aber die anderen Ställe haben leider auch keine anderen bzw. besseren Lösungen, hatte nämlich schon überlegt über den Winter bei uns Leerbox zu zahlen und für den Winter für mehr Freigang zu wechseln.
Aber 8-10 Stunden auf einem Paddock in einer 10- Pferde Herde gänzlich ohne was zu fressen ... da ist doch auch schon Stress vorprogrammiert...

In ihrer Box hat sie ja 24h Heu, es hängen zwei Spielzeuge (Ball und Likit mit normalen Salzleckstein aber) drin, die sie auch gut und gerne nutzt und ich habe IMMER zwei verschiedene dicke Äste drin, an denen sie auch knabbert.
Zum Glück scheint sie so recht zufrieden, wobei ich mir eben (wie erwähnt) am liebsten nen Offenstall oder sowas in der Art wünschen würde..

In der Box mache ich mir wegen schlechter Luft gar keine Gedanken, die ist bei uns wirklich top.
Sie steht gleich in der zweiten Box neben dem großen Eingangstor.

Aber eben die Psyche und die Gelenke..

Ideal ist das nicht und die 6 Stunden Weide sind für mich auch echt das Minimum.
Nächstes Jahr werden die Herden anders zusammengesetzt, sodass meine eben als einzige Stute zu drei Wallachen auf die großen Weiden kommen wird. Darauf freue ich mich schon jetzt.
Gott sei Dank geht unsere "Wintersaison" meist nur 3 Monate, dann kommen Sie schon wieder auf die kleinen Weiden...
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Scheckenfan
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Re: Fütterung über alles?!

Beitrag von Scheckenfan »

Wollte dir auch absolut keinen Vorwurf machen! :-ü nur ein paar Ideen geben.

:dd: dass du gute Lösungen findest!
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Weibi
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Re: Fütterung über alles?!

Beitrag von Weibi »

Ich würde mir wegen der Fresspause keine Gedanken machen. Mein Pony findet auf der kahlsten Fläche noch genug zu knabbern und mit deinem Futterangebot würde er vermutlich explodieren :D Auf keinen Fall würde ich den Auslauf in diesem Stall reduzieren, gerade nicht bei einem jungen Pferd.
bubi9191
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Re: Fütterung über alles?!

Beitrag von bubi9191 »

Bin jetzt etwas beruhigt.

Ich habe wirklich in letzter Zeit nur noch Posts gelesen die dann á la:
Mittlerweile bin ich soweit, ich würde bei allem Abstriche machen - aber nicht bei der Fütterung
und dann habe ich mir eben doch meine Gedanken gemacht.

Ich hätte auch gerne Heu auf den Paddock und dafür langer Paddockgang. Aber bei begrenzter Fläche ist das eben (leider) sehr schwer.

Das wird auch ein Ende haben wenn wir in 2 Jahren Eigentum kaufen... Aber bis dahin ist das halt leider so.

Ich habe mir dann eben gedacht "Wenn der Magen Schaden nimmt, kann man den im Normalfall reparieren" (ist ja auch nicht gleich Totalschaden), "aber nicht ordentlich entwickelte Knochen, Sehnen und Bänder können nachträglich nicht entwickelt werden".

Ich schau mal wie ich das im Winter geregelt bekomme.
Vielleicht kann sie ja zusätzlich mit einer weiteren Gruppe raus oder meint ihr das ist zuviel Stress dann?

Noch ist die Reihenfolge unbekannt, aber ideal wäre ja, wenn unsere Gruppe dann von 8-12 rauskommen, die nächste dann von 12-14 und meine dann mit der nächsten Gruppe 14-16 nochmal?
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Re: Fütterung über alles?!

Beitrag von Weibi »

Würde ich abhängig von deinem Pferd machen. Wenn sie recht sozial ist und sie die anderen kennt, warum nicht? Wenn die Eingliederung nicht klappt oder sie gestresst wirkt würde ich es lassen. Aber ich finde 6h besser als 4h und dazwischen hätte sie ja nochmal zwei Stunden Zeit zu fressen.
bubi9191
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Re: Fütterung über alles?!

Beitrag von bubi9191 »

Hab ihn gefunden, den perfekten Stall

http://www.engelshof.com/

Einzig: Misten selber. Finde ich aber ok..
Aber sonst <3

Leider 37km eine Strecke :cry:
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ehem User

Re: Fütterung über alles?!

Beitrag von ehem User »

Hallo,

ich finde sechs Stunden Knabberweide völlig ok, sie hat ja was zu tun, den Rest fängst du ja mit ausreichend Heu auf. In dem Fall Bewegung vor Fressen.

Ich kenne es auch so, daß hier die Pferde, auch die Jungpferde, im Winter Boxenhaft haben. Wenn es hoch kommt laufen lassen auf dem Padock oder in der Halle für 10 Minuten scheuchen. Keine Frage das ist indiskutabel.

Bevor du den Stall wechselst würde ich sehen ob du ihr mehr Auslauf verschaffen kannst. Vielleicht in den sauren Apfel beißen und zweimal am Tag zum Stall fahren, selber raus und reinbringen, Gruppen bilden, Ideen hast du ja schon.

37 Km sind lang pro Strecke. Denk an Schnee, Glatteis, schlechtes Wetter usw. Das wird schnell zur Qual. Und wenn ich die aktuellen Erfahrungsberichte hier so lese, muß mit einem Stallwechsel ja auch nicht alles gut sein.

Also, mein Rat, optimiere was du hast, da scheint ja noch Spielraum zu sein.
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Riff
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Re: Fütterung über alles?!

Beitrag von Riff »

Ich fahre für einen pferdegerechten Stall 48km einfach. Das ist es mir auf jedenfall Wert, dass ich in der Haltung null Abstriche machen muß.

Die mußte ich bei mir machen- kein gepflasteter Hof, OS= regenfeste Kleidung, keine Halle- dachte vorher, ohne geht nicht, will ja trainieren- geht auch so sehr gut. Habe in über 2 Jahren noch nie wirklich die Halle oder die Bequemlichkeiten vermißt. Ein Allwetterreitplatz langt.

Ich habe eine TOP-SB, meinem Pferd geht es in der kleinen OS Gruppe super, Heu gibt es soviel man will, Weiden sind groß und wir haben auch jetzt noch für mind. 3 Wochen Gras. Stallgemeinschaft ist gut, die ganze Atmosphäre ist einfach toll- eben pferdegerecht.
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