eigenltich mag ich dazu gar nichts mehr schreiben, ich finde das thema so müßig.
ein trainer, der darauf beharrt, dass der mensch DOMINANT sein muss, damit das pferd ihm folgt hat meiner ansicht nach seine hausaufgaben nicht gemacht.
meine beobachtung:
mein pferd kam in die neue herde (seuhr unspektakulär, 10 min showtraben, danach stand er mit an der raufe)
er sah equesters schwarzen traber und beschloss: du musst mein freund sein.
er klebte sich fortan an dessen haxen, fand der erst doof, irgendwann im winter schätzte er dann den riesen auf der luv-seite
zwischen den beiden ist der traber chef und mosh hat nie ambitionen gezeigt, daran etwas zu ändern, der traber strahlt für ihn souveränität und verlässlichkeit aus, denn mit dominanzverhalten hatte das nichts zu tun.
soweit nicht weiter interessant - aber mosh ist inzwischen in der herde junior-chef und der traber von aussen betrachtet rangniedriger.
zwischen den beiden spielt das aber keine rolle. für mosh ist er unangefochten der heldenhafte große bruder
ähnlich hat er den herdenchef anstandslos als chef akzeptiert - als im laufe der zeit ein anderes pferd den posten haben wollte, hat sich mosh einen monat lang heftig mit dem gezankt.
ebenso hält er sehr hartnäckig gegen bei so bully-typen, die kraft ihrer masse und stärke meinen, alle anderen hätten zu weichen.
aber so ein leises, in der herde sonst unauffälliges, einseitig blindes traberlein strahlt für ihn soviel souveränität und vertrauenswürdigkeit aus, dass er ihm lange nicht von der seite wich, sich bis heut von ihm schicken lässt und wichtiger: sich im zweifel an ihm orientiert
pferde sind also ausgesprochen differenziert in so etwas, hierarchien sind nichtlinear und sympathie und vertrauen zählen mehr als dominanz.
ob ein pferd etwas für mich tut oder für ein leckerli, ehrlich darüber denke ich überhaupt nicht nach,d amit mach ich mir das leben furchtbar schwer. meiner meinung nach soll ein pferd auch nicht etwas für mich tun, sondern ich möchte es animieren, etwas mit mir gemainsam zu tun (idealerweise. nicht, dass ich nicht auch manchmal gern hätte, dass er jetzt einfach mal was macht

)
etwas für mich tun ist so vermenschlicht.
ein pferd, was seinem herdenchef weicht oder folgt, tut das nicht FÜR den herdenchef sondern in seinem eigenen interesse
auch die unterordnung ist eine entscheidung nach abwägen von für und widers.
also unterordnung heißt einerseits, dass man nicht den besten zugang zu resourcen hat (futter, partner) aber andererseits stressfreier lebt, weil ein anderer den schweren verantwortungsvollen job hat, auf alle aufzupassen.
das mit der rangordnung....hm. ich bin mir sicher, dass pferde wissen, dass wir keine pferde sind.
vertrag finde ich ein gutes wort. natuerlich muss sich zur sicherheit aller mein pferd im zweifel an mir orientieren. aber das erreiche ich eben nicht notwendigerweise durch vertreiben und schicken und hast du nicht gesehen.
ein pferd schätzt dich, wenn es dir vertrauen kann, dafür essentiell ist eine klare kommunikation in jeder sekunde des zusammenseins. jemand der unklar rumnuschelt strahl keine kompetenz und souveränität aus.
ob du diese klare kommunikation übers clickern erreichst oder über horsemanship ist völlig wurscht.
übrigens schicken gute horsemnashipleute ja auch nicht dauernd pferde, sondern im grunde sind gute horsemanshipleute ähnlich wie der traber, sie sind glasklar in ihrer kommunikation und strahlen einfach diese souveränität aus.
aber ich beobachte oft eine diskrepanz zwischen dem, was die tun, und dem, was sie theoretisch weitergeben
ich finde, jeder, der solche kurse gibt, sollte grundkenntnisse in evolutions- und verhaltensbiologie haben, idealerweise schon mal was von spieltheorie und evolutionsstabilen gleichgewichten gehört haben.