Beruhigung durch Hopfen/Hopfenblüten?

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Neddie
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Re: Beruhigung durch Hopfen/Hopfenblüten?

Beitragvon Neddie » Mi 14. Mai 2014, 09:19

Hu hu, Zwischenstand ist bisher: nix. Er bekommt täglich 10 g Hopfenblüten, bisher (seit drei Wochen bekommt er´s) tut sich nix

leider :shy:
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trollpony
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Re: Beruhigung durch Hopfen/Hopfenblüten?

Beitragvon trollpony » Di 21. Okt 2014, 21:34

Hallo, ich hole diesen Thread mal wieder hoch... - weniger jetzt wegen des Hopfens, sondern vielmehr weil ich mich frage wie/mit was ich mein extrem ängstliches Pony "beruhigen" bzw. In Stresssituationen oder allgemein im Alltag unterstützen kann. Nicht medikamentös aber durch Alternativmedizin oder ähnliches...
Vielleicht hat jm. noch Tipps für mich? (Der Hopfen Neddie scheint jetzt nicht so die Wirkung gebracht zu haben?)

Zum Pony: es handelt sich um einen 10 jährigen Isländerwallach, der seit 1 Jahr mir gehört und den ich mit meinem 2. Isländer in Eigenregie halte.
Gekauft habe ich ihn als ruhiges Verlasspony (war mehrmals bei ihm und er war immer ruhig aber aufmerksam, zufrieden). Als er zu mir gekommen ist war er dann wie ausgewechselt, hysterisch, ängstlich, ist mir mehrmals beim Spaziergang davon. Ich dachte immer er kommt mit dem umzug nicht klar, braucht einfach sehr lange sich einzugewöhnen - und jetzt nach 1 Jahr habe ich an vielen Tagen das Gefühl er ist endlich "angekommen", allerdings gibt es weiterhin auch die schlechten Tage. Heute z.b. Ist ein solcher - morgens schon ist eine Herde vom Nachbarpferdehof ausgebrochen, was meine Pferde völlig aufgeregt hat. Der andere hat sich nach 1,5 h wieder beruhigt, aber er war zwar ruhiger aber noch immer durch den Wind. Hat sich den Tag über durchgezogen als an der Koppel Mäharbeiten waren, und heute Abend noch Sturm/Gewitter aufkam. Er rennt dann immer wieder panisch durch den Paddock und ich kann ihn leider überhaupt nicht beruhigen. Habt ihr Tipps für mich??
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Re: Beruhigung durch Hopfen/Hopfenblüten?

Beitragvon Nucades » Mi 22. Okt 2014, 07:11

Bei solch leichter Erregbarkeit sollen zusätzliche Magnesium-Gaben gut helfen. Persönliche Erfahrungen zur Dosierung habe ich keine, aber vielleicht meldet sich ja noch jemand, der es schon aus diesem Grund gegeben hat.

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Heidemi
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Re: Beruhigung durch Hopfen/Hopfenblüten?

Beitragvon Heidemi » Mi 22. Okt 2014, 12:20

Also ich habe einen VB Wallach, den ich auch nicht als ruhiges Pferd gekauft habe... ;) Aber bei ihm wirkt auch Magnesium in die andere Richtung. D.h. er dreht noch viel schneller am Rad als sonst. Bei ihm helfen Routinen, Rituale, Vorhersagbarkeit. Derzeit ist er sehr ausgeglichen, warum genau weiß ich nicht, außer dass ich seine LEbensumstände optimiere, so weit möglich.

Mein Ponixmann, Araber, Hafi, Welsh Mix klingt ein wenig nach deinem. Ihn habe ich als Verlasspferd gekauft. Den konnte nix shocken. Kaum war er bei mir, wandelte er sich kontinuierlich in eine Drama Queen.
Mein sehr konkreter Verdacht: Er war Mangelernährt, weil viel zu wenig Heu, viel Stroh und zu wenig Mineral. Nur den Mangel sah man dem Hafi in ihm nicht an. Aber drum war er so ne Schlaftablette. Mit gutem MiFu kam dann sein echter Charakter zu Tage, der nicht der, eines Verlasspferdes ist. Er kann jederzeit einen Nervenzusammenbruch haben.
Das ist nach ich glaube jetzt 3 Jahren immer noch so, aber es ist besser und unser Vertrauensverhältnis ist viel besser und das hilft viel. So erschrickt er zwar, aber bleibt bei mir. Und er glaubt mir inzwischen meistens wenn ich sage, wir können irgendwo gefahrlos vorbei gehen. Geritten geht das immer noch nicht immer, aber zu Fuß in der Regel. Ich versuche wenn ich etwas mache, in seinen Grenzen zu bleiben und diese nur ganz langsam zu erweitern. Raus gehen kann er alleine ca 30 Min, dann ist sein Nervenkostüm durch. Also halte ich mich dran und es wird laaaangsam ausbaubar.
Allerdings ist er in der Herde zum Glück keiner, der sich hoch zieht. Also er erschreckt sich viel und oft, aber nur kurz, dann ist er schon wieder bei sich.
Magnesium hatte ich probiert und überhaupt keinen Effekt merken können.
Aber es SOLL schon Pferde geben, die da gut drauf ansprechen.
Was ich auch immer empfehlen kann, ist Akupunktur. Da habe ich schon alles mögliche sehr gut in den Griff kriegen können mit bei unterschiedlichen Pferden.

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Re: Beruhigung durch Hopfen/Hopfenblüten?

Beitragvon Neddie » Mi 22. Okt 2014, 13:20

Sagt mal, frisst das Forum auch bei euch SOOOO oft die Beiträge? :-z

Also, die Hopfenblüten haben bei meinem tatsächlich nichts gebracht. Magnesium kann/will ich aber nicht zufüttern, weil er bei den Blutbildern jedes Mal am oberen Normbereich gekratzt hat.

P.S.: Meiner regt sich von selbst auch seeeehr schlecht wieder ab, das geht meist nur durch ein anderes, souveränes und ruhiges Pferd.
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Re: Beruhigung durch Hopfen/Hopfenblüten?

Beitragvon calista » Mi 22. Okt 2014, 13:23

Für mich klingt das so, als ob die Veränderung der Lebensumstände / Verkauf und Umzug Dein Pferd so negativ beinflusst haben, dass das Neue, Gute (noch) nicht zu ihm durchdringen kann. Er kann nicht loslassen (?) und ist eher in der Vergangenheit verhaftet als in der Gegenwart. Selbiges haben wir mit einem traumatisierten Hund erlebt, bei dem das Zuhause weggebrochen war und der sich mit neuen Umständen und Besitzern nicht arrangieren konnte. Letztlich hat, trotz aller Hunde/Tiererfahrung unsererseits eine kinesiologisch ("WINGS") arbeitende TÄin und eine Tieraufstellung geholfen. Ich gebe gern zu, dass ich, obwohl schon alternativmedizinisch offen, da innerlich in Streik getreten bin (es ist der Hund meines Mannes und er hat den Weg gewählt). Aber die Behandlung war sehr erfolgreich, das Tier lebt im Hier und Jetzt und ist sehr gern bei uns. Vielleicht ein Weg? Hier als link eine Liste, in der auch unsere TÄin verzeichnet ist:
http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=& ... 0786,d.bGQ

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Re: Beruhigung durch Hopfen/Hopfenblüten?

Beitragvon trollpony » Mi 22. Okt 2014, 14:46

Vielen Dank für eure Rückmeldungen!
Heidemi hat geschrieben:Mein sehr konkreter Verdacht: Er war Mangelernährt, weil viel zu wenig Heu, viel Stroh und zu wenig Mineral. Nur den Mangel sah man dem Hafi in ihm nicht an. Aber drum war er so ne Schlaftablette. Mit gutem MiFu kam dann sein echter Charakter zu Tage, der nicht der, eines Verlasspferdes ist. Er kann jederzeit einen Nervenzusammenbruch haben.
Mh, Schlaftablette war er eigentlich nicht. Also ich bin ihn 3x Probegeritten, da konnte er schon laufen ;)) Aber am Boden/im allgemeinen Umgang war er einfach total zuverlässig, vertrauensvoll, umgänglich.
Was sich dann bei mir angekommen in Panik gewandelt hat. Regelmäßige Nervenzusammenbrüche waren am Anfang an der Tagesordnung!
Interessant ist dass er von Anfang an unter dem Sattel vertrauensvoll und zufrieden war. Ausritte alleine waren nie ein Problem, auch nicht wenn diese 2h gingen.
Am Vertrauensverhältnis habe ich das letzte Jahr natürlich auch sehr viel gearbeitet. Und ich habe schon das Gefühl dass er mir vertraut, dass ich "sein" Mensch bin. Und mittlerweile ist es schon so wie bei dir Heidemi dass er sich zwar erschrickt (mittlerweile schon viel weniger) aber recht schnell runter kommt und auch nicht mehr den Weg in die Flucht sucht sondern einen Hüpfer macht aber bei mir bleibt.
Zumindest in der Regel. Gestern konnte ich ihn nicht beruhigen :(

Allerdings war gestern auch ein Extremtag mit mehrere Extremsituationen: ich habe erst seit 2 Wochen auf Winterhaltung/Paddock mit Offenstall umgestellt von 24h Weide - die Umstellung hat er wirklich sehr gut gemeistert (erstaunlich gut?), allerdings ist gestern Nacht eine Pferdeherde aus dem Dorf ausgebrochen und direkt bei uns vorbei gerannt, das hatte ihn dann so mitgenommen dass ich 1,5h brauchte ihn halbwegs zu beruhigen! Dann waren tagsüber Mäharbeiten neben seiner Weide, kommt er eigentlich gut mit klar aber vermutlich durch die Aufregung noch vom Morgen war er doch recht angesapnnt (meine Mutter war mehrmals bei ihm und konnte ihn auch wieder halbwegs runterbringen), tja und nachts dann Gewitter mit Sturm!! Erst ist er 2,5h durch den Paddck gerannt, dann hat er sich zwar beruhigt aber er hat glaube ich die ganze Nacht nicht wirklich gefressen :(
Neddie hat geschrieben: P.S.: Meiner regt sich von selbst auch seeeehr schlecht wieder ab, das geht meist nur durch ein anderes, souveränes und ruhiges Pferd.
Hilft leider nicht. Mein zweites Pferd ist zum Glück sehr ruhig und souverän. Aber in absoluten Stresssituationen bringt das leider nichts. Gestern war es so dass er die ganze Zeit auf dem Paddock gerannt ist während der 2. typisch Isländer im Sturm/Gewitter stand und gewartet hat bis es vorbei ist. Er rennt dann zwar immer wieder zu seinem Kumel oder um ihn rum und sucht seine Nähe, aber richtig beruhigen kann ihn das nicht.
calista hat geschrieben:Für mich klingt das so, als ob die Veränderung der Lebensumstände / Verkauf und Umzug Dein Pferd so negativ beinflusst haben, dass das Neue, Gute (noch) nicht zu ihm durchdringen kann
Genau das ist manchmal meine Angst, dass er sich nicht wohlfühlt bei uns oder ihm das was wir haben nicht ausreicht?? Und auf der anderen Seite glaube ich wirklich dass er mich als Bezugsperson sieht und mir vertraut. und versteht sich auch mit seinem Kumpel sehr gut!! Und fragen kann ich ihn halt leider nicht :(

Auf alle Fälle vielen Dank euch! Ich werd mich mal ein bisschen in die angesprochenen Möglichkeiten einlesen und wohl einfach probieren müssen.
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Re: Beruhigung durch Hopfen/Hopfenblüten?

Beitragvon ehem User » Mi 22. Okt 2014, 21:29

Hallo, hab mich hier grad so quergelesen, finde ich alles super-spannend.... nochmal was neues dazu: Es gibt verschiedene Kräuter, die auch beruhigend wirken.

Für unseren Haffi brauche ich die nicht, der hat super gute Nerven und schafft es manchmals sogar mich aus einer hektischen Stimmung zur Ruhe zu bringen durch seine Gelassenheit - ich liebe ihn dafür.

Aber wir haben einen sehr nervösen VA am Stall, der manchmal wirklich mit den Nerven zu Fuss ist. Ohne erkennbaren äusseren Stress, gewohnte Umgebung, gewohntes Futter, gewohntes Ausreitgebiet, Blutwerte ok etc. Er kann sich dann so richtig in etwas reinsteigern und wegen einem schief stehenden Zaunpfahl einen halben Nervenzusammenbruch hinlegen. Während die anderen in der Herde nur kurz schauen und dann entspannt weiter fressen/spielen/dösen.

Bei ihm hat Melisse geholfen, als Kur mit getrockneten Kräutern täglich ins Futter. Wirkung setzte nach einigen Tagen ein. Hat auch bei einer Araber-Mix Stute geholfen, die zu leicht "hysterischen" Anfällen ohne erkennbare Begründung neigte und extrem launisch war.

Kamille hat eine ähnliche Wirkung, evtl noch stärker, habe ich aber bei eigenen Pferden noch nicht getestet.

Beide Kräuter wirken gleichzeitig entspannend auf den Magen-Darm-Trakt, was ich gerade bei nervösen Pferden sehr gut finde, da die Verdauung oft mit der Nervosität zusammenhängt. Ich kann solche Kräuter Kuren nur empfehlen, es ist definitiv kein "zudröhnen", sondern eine sanfte, natürliche Wirkung, die dem ganzen Organismus zu gute kommt !

Mir selber helfen wenn Stress und Aufregung extrem zusammen kommen, Notfall tropfen (Bach Blüten Rescue) immer sehr gut. Geht natürlich auch bei Tieren, wobei ich Fälle kenne, die darauf andersherum reagieren, also mit noch mehr Aufregung. Sollte man also in einer weniger extremen Situation testen. Bei unserem jetzigen Hund funktionieren sie prima, wir hatten früher auch ein Rentner-Pferd, dem wir Rescue gegeben haben, wenn neue Pferde in die Herde kamen, weil ihn dass sehr aufgeregt hat. Da hat es auch funktioniert. Bei unserem früheren Cairn-Terrier hatten wir leider die gegenteilige Wirkung, sie drehte noch mehr auf.

Lg, Trixi

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Heidemi
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Re: Beruhigung durch Hopfen/Hopfenblüten?

Beitragvon Heidemi » Do 23. Okt 2014, 11:38

das mit den Rescue Tropfen ist interessant, ich kann sie nämlich auch nicht nehmen. Die regen mich nicht weiter auf, aber ich bekomme merkwürdige körperliche Empfindungen, die durchaus nicht beruhigend wirken! Ich habe es ein paar mal probiert, um sicher zu gehen. Aus dieser Erfahrung kann ich bestätigen, dass die sehr unterschiedliche Wirkung haben können.
Die Idee mit den Magen-beruhigenden Kräutern finde ich sehr gut!

ehem User

Re: Beruhigung durch Hopfen/Hopfenblüten?

Beitragvon ehem User » Do 23. Okt 2014, 15:14

Hallo! Meine Stute hat gerade lahmheitsbedingt boxenruhe, bzw nachts Box, Tags Minipaddock. Sie neigt auch zu Nervenzusammenbrüchen, regt sich sehr schnell auf wegen nichts, schwankt immer zwischen Entspannung und Explosion. Mir graute es vor der boxenruhe.... Ich habe mir aus dem Internet eine Kräuter Mischung besorgt: Hopfen, baldrian, melisse, kamille. Sie bekommt weniger als die empfohlene Menge (angegebene Dosis entfernt, die Moderation). Und sie ist damit total ruhig und entspannt. Ich war sehr sehr positiv überrascht davon, war ja eigtl nur n versuch. Anfangs stand sie bei etwas höherer Dosierung total groggy /stoned aufm paddock :D das ganze ist aufgrund des baldrian dopingrelevant, gibt's aber auch ohne baldrian, dann wohl eher für den Alltag. Lg :)


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