Fütterung über alles?!
Verfasst: Mo 20. Okt 2014, 08:51
Hallo ihr Lieben,
in letzter Zeit ging mir dieses Thema doch sehr durch den Kopf und daher würde ich euch gerne mal um eure Meinung bitte.
Der perfekte Stall ist nunmal sehr rar, bzw. gibt es ihn überhaupt?
Bei uns in der Gegend nicht - jedenfalls nicht für MICH, denn ich möchte neben der passenden Haltung auch passende Trainingsmöglichkeiten haben, was den Suchradius schon sehr einschränkt.
Ich denke in jedem Stall muss man Kompromisse eingehen und lese immer häufiger von euch, dass ihr überall Kompromisse machen würdet, aber nicht bei der Fütterung.
Gut, verständlich, jetzt kommt das große ABER und dafür möchte ich euch kurz meine Situation erzählen:
Ich stehe an einem Stall mit zwei Stalltrakten (jeder Stalltrakt hat eigene Herden und eigene Weiden), jeweils so 20-25 Pferde.
Meine Stute ist 4jährig und steht in einem Stalltrakt, in dem nur zwei weitere Stuten stehen.
Wir haben drei große Weiden (wirklich groß) und drei kleinere. Auf den den großen Weiden ist jeweils eine kleine Herde von 4 Pferden, alles Wallache.
Diese Pferde stehen von 8-16 Uhr draußen, die Weiden sind leicht hügelig und eben schön groß.
Dazu wollte ich meine Stute stellen. Problem: In jeder Herde ist jeweils 1 Wallach, der Stuten besteigt. Das wollte ich aber auch auf keinen Fall.
Eine neue Herde wäre nicht möglich, für 4 Pferde sind die anderen Weiden dann doch etwas klein (ich würde sagen zwischen 800-1000m²). Wir haben eben insgesamt 3 Stuten, eine Stute davon gehört aber einer Besitzerin mit zwei Pferden und die wollte, dass ihre Pferde nur zusammen rauskommen und auch maximal 3 Stunden täglich da die Stute sonst dicke "Backen" kriegen würde.
D.h. meine Stute steht jetzt mit einer weiteren 5j. Stute draußen, wenn das Wetter gut ist von früh morgens so halb 8 - 8 und kommen dann immer unterschiedlich rein. Mal so 12-13 Uhr, meistens aber so gegen 14.30, gestern standen sie z.b. bis 16 Uhr draußen (kamen aber auch etwas später raus).
Sie hat eine relativ große Box mit Fenster in die Stallgasse und als einziges Pferd im Stall 24h Heu (kriegt 3x täglich in engen Netzen und ein Reserve-Netz, wo immer wenn ich da bin was drin ist). Ich bin sehr glücklich dass ich das aber mithilfe der Stallbesitzer so regeln kann und die Stallbesitzer mich da nicht komisch angucken und die Heunetze immer austauschen bzw. reinhängen obwohl im anderen noch was drin ist.
So, jetzt ist natürlich auf ihrer Weide immer weniger drauf und ich glaube nicht, dass sie da noch viel Gras aufnimmt.
D.h. sie knabbert in den durchschnittlich 6 - 7 Stunden Weide etwas Rinde, kurze Grashalme, etc., aber wirklich "fressen" ist nicht mehr.
Kann ich das in Kauf nehmen? Natürlich sind 6 Stunden Fresspause alles andere als optimal, aber wie steht dann Fresspause vs. Bewegung?
Wie gesagt, die Möglichkeit einer Offenstallhaltung usw. habe ich NOCH nicht.
Im Winter werden die Bewegungs- d.h. Auslaufzeiten auch deutlich reduziert sein, wir haben nur eine Winterweide (vorher hatten wir zusätzlich noch 2 Winterpaddocks auf dem Springplatz, da dieser jetzt aber erneuert worden ist fällt das weg) und die Herden müssen sich alle abwechseln. Heißt bleibt pro "Gruppe" nur so 2 Stunde Gott sei Dank konnte ich mit der Besitzerin von der weiteren Stute + Wallach reden, sodass unsere im Winter dann zu viert stehen (die Winterweide hat auch nur knapp über 800m²) und dann eben zumindest um die 4 Stunden rauskönnen.
Bei Schnee und Eis wird das ganze aber schwieriger. Man kommt auf die WInterweide nur über einen Gang, der schon jetzt im Sommer immer sehr schnell matschig war. Wenn das dann friert, dann ist es unmöglich die Pferde dadrauf zu lassen. Aber selbst wenn es glatt wäre gäbe es außer mir kaum jemanden, der seine Pferde dann rausstellen würde (sind ja auch alle sonst beschlagen) und ich hab nunmal nur eins, die alleine auch nicht draußen bleibt..
Und das wurmt mich schon.
Seit ich meine Magenstute hatte, bin ich sehr vorsichtig geworden was den Magen angeht und füttere meine jetzige Stute lieber mal so, als hätte sie Magenprobleme...
Deswegen hatte ich überlegt, sie nur noch 4 Stunden auf die Weide zu lassen wenn kein Gras (oder wenig) mehr drauf ist, um Fresspausen zu vermeiden.
Andererseits ist sie vierjährig, im Wachstum und was gibt es da wichtigeres als Bewegung?
Ja, von Fresspausen kann ein pferd Magenprobleme kriegen, aber die lassen sich doch dann wieder behandeln. Nicht oder nicht richtig ausgebildete Knochen und Gelenke können allerdings nicht plötzlich mit 8 Jahren dann zum richtigen Entwickeln nachträglich gezwungen werden.
Meine Stute stand übrigens bis Frühjahr 24h auf der Weide. Sie hat mit der Haltung kein Problem in Form von aufmüpfig werden oder sonstiges, steht nach den 6-8 Stunden auch am Tor und möchte rein (gibt dann schließlich auch Futter wenn sie reinkommt...), aber das ist echt ein Zwiespalt.
Fütterung über alles? Oder ist vielleicht - gerade bei einem Jungpferd oder einem mit Arthrose - die Bewegung in Form von Weidegang mindestens genauso wichtig / wichtiger?
Ich finde diese Frage sehr sehr schwer zu beantworten.
Ich wäre bereit, auf dem Paddock/der Weide eigenes Heu zuzufüttern. Ich habe sowieso immer eigenes Heu im ANhänger, für den Fall der Fälle.
Kein anderer Pferdebesitzer hält das aber für nötig und 1. sehe ich es nicht ein, fremde Pferde mitzuversorgen, 2. sind Heunetze wegen den beschlagenen Pferden nicht möglich und 3. bin ich es nachher Schuld, wenn das Pferd mal krank werden sollte.
Ist doch leider oft so. Wir sind eine an sich sehr harmonische Stallgemeinschaft, aber bei dieser Größe kommt es nicht aus, dass sich auch einzelne "Gruppen" an Einstallern bilden. Und da habe ich dann doch bange (bin erst seit Februar da) dass es dann heißt "Kein Wunder dass die kolikt, soviel Heu wie die kriegen" oder "Hast du mal gesehen wie das Heu aussieht"?
Man weiß es ja nie...
Anregungen gerne!
in letzter Zeit ging mir dieses Thema doch sehr durch den Kopf und daher würde ich euch gerne mal um eure Meinung bitte.
Der perfekte Stall ist nunmal sehr rar, bzw. gibt es ihn überhaupt?
Bei uns in der Gegend nicht - jedenfalls nicht für MICH, denn ich möchte neben der passenden Haltung auch passende Trainingsmöglichkeiten haben, was den Suchradius schon sehr einschränkt.
Ich denke in jedem Stall muss man Kompromisse eingehen und lese immer häufiger von euch, dass ihr überall Kompromisse machen würdet, aber nicht bei der Fütterung.
Gut, verständlich, jetzt kommt das große ABER und dafür möchte ich euch kurz meine Situation erzählen:
Ich stehe an einem Stall mit zwei Stalltrakten (jeder Stalltrakt hat eigene Herden und eigene Weiden), jeweils so 20-25 Pferde.
Meine Stute ist 4jährig und steht in einem Stalltrakt, in dem nur zwei weitere Stuten stehen.
Wir haben drei große Weiden (wirklich groß) und drei kleinere. Auf den den großen Weiden ist jeweils eine kleine Herde von 4 Pferden, alles Wallache.
Diese Pferde stehen von 8-16 Uhr draußen, die Weiden sind leicht hügelig und eben schön groß.
Dazu wollte ich meine Stute stellen. Problem: In jeder Herde ist jeweils 1 Wallach, der Stuten besteigt. Das wollte ich aber auch auf keinen Fall.
Eine neue Herde wäre nicht möglich, für 4 Pferde sind die anderen Weiden dann doch etwas klein (ich würde sagen zwischen 800-1000m²). Wir haben eben insgesamt 3 Stuten, eine Stute davon gehört aber einer Besitzerin mit zwei Pferden und die wollte, dass ihre Pferde nur zusammen rauskommen und auch maximal 3 Stunden täglich da die Stute sonst dicke "Backen" kriegen würde.
D.h. meine Stute steht jetzt mit einer weiteren 5j. Stute draußen, wenn das Wetter gut ist von früh morgens so halb 8 - 8 und kommen dann immer unterschiedlich rein. Mal so 12-13 Uhr, meistens aber so gegen 14.30, gestern standen sie z.b. bis 16 Uhr draußen (kamen aber auch etwas später raus).
Sie hat eine relativ große Box mit Fenster in die Stallgasse und als einziges Pferd im Stall 24h Heu (kriegt 3x täglich in engen Netzen und ein Reserve-Netz, wo immer wenn ich da bin was drin ist). Ich bin sehr glücklich dass ich das aber mithilfe der Stallbesitzer so regeln kann und die Stallbesitzer mich da nicht komisch angucken und die Heunetze immer austauschen bzw. reinhängen obwohl im anderen noch was drin ist.
So, jetzt ist natürlich auf ihrer Weide immer weniger drauf und ich glaube nicht, dass sie da noch viel Gras aufnimmt.
D.h. sie knabbert in den durchschnittlich 6 - 7 Stunden Weide etwas Rinde, kurze Grashalme, etc., aber wirklich "fressen" ist nicht mehr.
Kann ich das in Kauf nehmen? Natürlich sind 6 Stunden Fresspause alles andere als optimal, aber wie steht dann Fresspause vs. Bewegung?
Wie gesagt, die Möglichkeit einer Offenstallhaltung usw. habe ich NOCH nicht.
Im Winter werden die Bewegungs- d.h. Auslaufzeiten auch deutlich reduziert sein, wir haben nur eine Winterweide (vorher hatten wir zusätzlich noch 2 Winterpaddocks auf dem Springplatz, da dieser jetzt aber erneuert worden ist fällt das weg) und die Herden müssen sich alle abwechseln. Heißt bleibt pro "Gruppe" nur so 2 Stunde Gott sei Dank konnte ich mit der Besitzerin von der weiteren Stute + Wallach reden, sodass unsere im Winter dann zu viert stehen (die Winterweide hat auch nur knapp über 800m²) und dann eben zumindest um die 4 Stunden rauskönnen.
Bei Schnee und Eis wird das ganze aber schwieriger. Man kommt auf die WInterweide nur über einen Gang, der schon jetzt im Sommer immer sehr schnell matschig war. Wenn das dann friert, dann ist es unmöglich die Pferde dadrauf zu lassen. Aber selbst wenn es glatt wäre gäbe es außer mir kaum jemanden, der seine Pferde dann rausstellen würde (sind ja auch alle sonst beschlagen) und ich hab nunmal nur eins, die alleine auch nicht draußen bleibt..
Und das wurmt mich schon.
Seit ich meine Magenstute hatte, bin ich sehr vorsichtig geworden was den Magen angeht und füttere meine jetzige Stute lieber mal so, als hätte sie Magenprobleme...
Deswegen hatte ich überlegt, sie nur noch 4 Stunden auf die Weide zu lassen wenn kein Gras (oder wenig) mehr drauf ist, um Fresspausen zu vermeiden.
Andererseits ist sie vierjährig, im Wachstum und was gibt es da wichtigeres als Bewegung?
Ja, von Fresspausen kann ein pferd Magenprobleme kriegen, aber die lassen sich doch dann wieder behandeln. Nicht oder nicht richtig ausgebildete Knochen und Gelenke können allerdings nicht plötzlich mit 8 Jahren dann zum richtigen Entwickeln nachträglich gezwungen werden.
Meine Stute stand übrigens bis Frühjahr 24h auf der Weide. Sie hat mit der Haltung kein Problem in Form von aufmüpfig werden oder sonstiges, steht nach den 6-8 Stunden auch am Tor und möchte rein (gibt dann schließlich auch Futter wenn sie reinkommt...), aber das ist echt ein Zwiespalt.
Fütterung über alles? Oder ist vielleicht - gerade bei einem Jungpferd oder einem mit Arthrose - die Bewegung in Form von Weidegang mindestens genauso wichtig / wichtiger?
Ich finde diese Frage sehr sehr schwer zu beantworten.
Ich wäre bereit, auf dem Paddock/der Weide eigenes Heu zuzufüttern. Ich habe sowieso immer eigenes Heu im ANhänger, für den Fall der Fälle.
Kein anderer Pferdebesitzer hält das aber für nötig und 1. sehe ich es nicht ein, fremde Pferde mitzuversorgen, 2. sind Heunetze wegen den beschlagenen Pferden nicht möglich und 3. bin ich es nachher Schuld, wenn das Pferd mal krank werden sollte.
Ist doch leider oft so. Wir sind eine an sich sehr harmonische Stallgemeinschaft, aber bei dieser Größe kommt es nicht aus, dass sich auch einzelne "Gruppen" an Einstallern bilden. Und da habe ich dann doch bange (bin erst seit Februar da) dass es dann heißt "Kein Wunder dass die kolikt, soviel Heu wie die kriegen" oder "Hast du mal gesehen wie das Heu aussieht"?
Man weiß es ja nie...
Anregungen gerne!