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Am Limit!?!

Verfasst: Di 27. Okt 2026, 17:56
von Nucades
In einem Tagebuch, das jetzt geschlossen ist, gab es (aus meiner Sicht) ganz wertvolle Erfahrungsberichte und Ideen. Ich persönlich fände es schade, wenn dieser Austausch "verloren" ginge und ich würde auch gerne noch etwas beitragen :shy:

Ist es ok, wenn ich einzelne Beiträge hierher kopiere um den Faden nochmal aufzunehmen?

Es geht mir um einen generellen und keinesfalls einen spezifischen Austausch, eben weil ich das 'am Limit sein' mit einem Pferd so gut kenne...

Re: Am Limit!?!

Verfasst: Di 27. Okt 2026, 20:02
von tara
Auch ich kenne das.
Mit/ bei dem eigenen Pferd nicht mehr weiter zu wissen.
Der Polo war immer sehr schreckhaft bis panisch, im Gelände, auf dem Platz, in der Halle. Weder fütterungstechnisch, Predator Scan, oder Gaben an die Wesen brachten Besserung. Erst ein Stallwechsel brachte Veränderungen/Verbesserungen. Offenstall, 24/7 draußen, große Gruppe (15 Pferde, jetzt 21). Ich bin diesen Sommer soviel ausgeritten wie seit Jahren nicht mehr. Der Polo war für seine Verhältnisse friedlich, kein wegspringen, nicht gestresst und angespannt. Ich hab es genossen!

Re: Am Limit!?!

Verfasst: Di 27. Okt 2026, 20:32
von Riff
Ich kenne es, es nervt mich und aktuell hätte ich gerne kein Pferd. Meine Ruhe, keine Sorgen, mehr Geld, mehr Zeit (zum Arbeiten und Gymnastik für mich und für den Hund).

Ich ärgere mich, dass ich tatsächlich nochmal eins gekauft habe. So lieb und nett und toll er auch ist.

Ich bin einfach gestresst und genervt- nur von der Tatsache, ein Pferd zu haben.

Kommen noch Themen dazu, wird es natürlich schlimmer. Klar.

Aber so ansich: ich hätte keins mehr laufen sollen. Egal wie toll es ist ich lande immer wieder bei "warum???".

Re: Am Limit!?!

Verfasst: Mi 28. Okt 2026, 08:47
von Equester
Schöne Idee, diesem Thema einen eigenen Raum zu geben. Ob man ohne Crin Beiträge hierhin verfrachten kann weiß ich nicht, für meine wäre ich einverstanden.

Ich war schon oft am Limit, mit dem Traber manchen Monat täglich. Mal aus finanziellen Gründen, mal von den Emotionen her. Würde ich - könnte ich es noch mal entscheiden - anders machen? Nein, auf keinen Fall. Auch nicht mit dem Schinken, nicht mit Black und nicht mit Midas. Klar denke ich oft, ich wäre fast reich, hätte ich die ganzen Viecher nicht. Aber ob mich das glücklicher machen würde? Ich denke nein :nix: .

Schwieriger finde ich, wenn man im Umgang mit dem Pferd ans Limit kommt. Das war beim Traber und mir 8 lange Jahre Thema. Ich war überfordert, egal was ich gemacht habe, es hat wenn überhaupt, nur für einen Moment gepasst, dann nicht mehr. Erschwerend kam hinzu, dass ich meine Angst irgendwann nicht mehr im Griff hatte. Dazu kam, dass ich nicht das Gefühl hatte, dass mein Umfeld versteht, was da mit mir und meinem Pferd passiert. Der Gaul war ungezogen, die Frau dazu unfähig. Man muss nur so oder so oder so machen, dann klappt das schon. Ich will nicht ausschließen, dass das irgendwo auf der Welt tatsächlich geklappt hat, bei mir jedenfalls nicht. Mein Weg war dann irgendwann, mich mit dem Thema an sich - losgelöst vom Traber - auseinander zu setzen. Zu wissen, warum sie so oder so reagieren, zu lernen, wie man das erkennt, welche Möglichkeiten es geben kann (!) wie man sich selber Dinge antrainieren kann, damit sie in der Stresssituation abrufbar sind. Dabei wollte ich aber auch nie das Wohl des Pferdes aus den Augen verlieren. Ich wollte kein gehorsames Pferd, was nie eine eigene Meinung hatte. Ich wollte, dass sich das Pferd bei all dem auch wohl fühlt, nicht nur ich. Das Studium hat 1 Jahr gedauert, bis ich meine Angst tatsächlich los war noch mal mind. 3 Jahre, wenn nicht sogar 4, ich habe es nicht mehr genau auf dem Schirm. Ich habe mich immer, wenn die Situation zu eskalieren drohte, zurück genommen, mir die Zeit genommen zu analysieren, warum das gerade passiert ist, an welcher Stelle ICH den Fehler gemacht habe. Das Pferd kann nichts dafür, dass es so reagiert, es wurde durch Menschen in dieses Verhalten gebracht, also konnte nur ich die Stellschraube sein, die man drehen konnte. Es hat wirklich sehr lange gedauert, bis Traber und ich eine Einheit gebildet haben, aber es hat sich - auch die schlimme Zeit - jede Sekunde mit ihm gelohnt. Ich durfte an ihm und mit ihm lernen und das zieht sich bis zum heutigen Tag und bis zum Ende meiner Pferdezeit.
Was ich damit sagen will: ans Limit zu kommen ist nicht schlimm, wichtig ist, wie ich damit umgehe und dass ich es immer ins richtige Verhältnis bringe.

Nur mal so: ich war 10 Jahre als Therapeutin unterwegs, tatsächlich habe ich nie ein Pferd therapiert, sondern immer dem Menschen dazu versucht zu vermitteln, was geändert werden kann, um das Verhältnis zueinander zu verbessern. Die meisten sind mitgegangen und fast alle waren immer überrascht, was ich sehe und wie sie selber den Knoten lösen können. Manchen hat meine Methode zu lange gedauert, die wollten schnell eine Veränderung, Pferdewohl stand da nicht im Vordergrund. An solchen Leuten arbeitet man sich ab, ohne für das Pferd eine Verbesserung zu bekommen. Die habe ich in den letzten Jahren dann auch konsequent abgelehnt.
Fakt ist: es gibt nicht die eine Methode, niemals, egal was Guru x oder y absondert oder im Fernsehen gut vermarktet angepriesen wird. Es gibt genetische Vorgaben, die manches Verhalten erfordern, aber es gibt nicht eine Lösung für alle. Man muss immer erst beobachten, wie gehen sie miteinander um, wann passiert was. Man muss genau analysieren, was passiert um das Pferd herum. Im Stall, mit ggfs. Stallpersonal, Herde, Futter, Equipment, wie ist der Besitzer zum Pferd aufgestellt, was weiß man über das Pferd und und und. Erst wenn man das alles nebeneinander legt, kann man einen Weg vorschlagen, der vielleicht gangbar ist und wenn sich herausstellt, nee, so nun doch nicht, dann muss gesucht werden, bis der für dieses Paar einzig richtige Weg gefunden wird. Alleine bekommt man sowas in der Regel nicht hin, man braucht einen Außenstehenden, der ohne Emotionen drauf guckt und weder Herzchen im Auge noch Wut im Bauch hat, wenn das Pferd zeigt, was es kann.

Re: Am Limit!?!

Verfasst: Mi 28. Okt 2026, 09:44
von Nucades
An dem Tag, an dem ich den Bub gekauft und geholt habe, hat er sich kurz nach dem Ausladen losgerissen und ist im Galopp auf und davon. Mit ihm meine Träume, meine Freude und mein Mut...
Ich konnte ihn wieder einsammeln und es war auch nichts passiert, aber ich war am Limit, bevor es überhaupt richtig losging.
Er war ein junges und ungestümes Pferd von damals etwa 600 kg, das sich nicht sicher führen ließ, rempelte und nicht mal Hufe auskratzen war möglich. Er stand damals 24/7 draußen, null Infrastruktur. Ich habe dann eine Schleuse auf der Koppel gebaut und da haben wir angefangen mit: Wir befinden uns zeitgleich auf einem begrenzten Raum.

Ich bin fast jeden Tag heulend nach Hause gekommen. Irgendwann sagte mein damaliger Mann, ich solle den Bub doch besser verkaufen. Daraufhin habe ich noch mehr geheult und mir war klar, ich werde ihn niemals hergeben, also müssen wir zusammen wachsen.

Alles, wirklich alles, was sich seitdem entwickelt hat, lag und liegt an meiner mentalen Einstellung.
Jetzt ist er 20 Jahre alt und ihm knallen manchmal immer noch die Sicherungen durch, aber das ist nicht weiter schlimm, weil ich ihm mittlerweile zu 100 Prozent vertraue und das sage ich ihm auch ganz oft :-)

Re: Am Limit!?!

Verfasst: Mi 28. Okt 2026, 09:48
von Nucades
Und dazu passt, was Equester schrieb:
Zunächst müssen wir festhalten, dass kein Pferd ohne Vorankündigung was auch immer macht. NIE! Das können die gar nicht, sie sind dafür genetisch nicht ausgestattet (oh ich höre, mind. 2 brüllen: doch!!!) NEIN! Sie können es nicht! Wo liegt dann das Problem? Bei uns (hört man nur ungerne), nicht weil wir unfähig sind, sondern weil wir die Ankündigung in dem Moment nicht sehen oder auch nicht sehen wollen oder einfach nicht verstehen oder falsch interpretieren. Vielleicht, weil wir gerade durch das Pferd selber abgelenkt sind, vielleicht, weil die Ankündigung eben nicht aus dem berühmten "sie zucken immer mit den Ohren bevor..." besteht, vielleicht, weil wir einfach unaufmerksam sind, weil sie es solange nicht gemacht haben. Vielleicht, weil der Hinweis nur aus der tausenstel Sekunde, wo das linke Hinterbein zuckt besteht, vielleicht in der Millisekunde, wo der Muskel am Bauch sich bewegt, als ob eine Fliege verscheucht wird, vielleicht.... *tausendandereideenhab* .
Könnten wir den Sturm verhindern, wenn wir es bemerken? Leider auch nein . Wir können den Gedanken, der einer Reaktion immer voraus geht, nicht unsichtbar machen, in der milliardensten Sekunde, wo der Gedanke entsteht, werden alle Nervenbahnen auf die folgende Aktion ausgerichtet. Sind wir damit machtlos? Nicht ganz, wir können es umlenken. Das bedeutet, dass wir wie ein Gummiband die Aktion des Pferdes aufnehmen und in eine andere Richtung lenken. Als Beispiel: das Pferd hat - vor was auch immer Angst - und will abhauen. Die Bewegung, die dafür notwendig ist, können wir nicht stoppen, aber wir können in der Sekunde, wo das ganze Pferd in die Anspannung geht, das Pferd ruckartig drehen. Dann kann der Pfropfen raus, aber nicht so, wie ursprünglich gedacht. Hört sich übrigens schlimmer an, wie es ist, man muss nur schnell sein und auf tütü verzichten .

Ein Pferd in diesem Format zu haben bedeutet, dass man täglich ohne Ausnahme auf einem extrem dünnen Draht balanciert. Da hat man ein so fragiles Gleichgewicht, dass schon die 12. Wimper am linken Auge, die sich falsch biegt, das Gleichgewicht stört und man stürzt ab. Diese Erkenntnis macht es nicht besser, aber sie kann helfen, dass man nicht nur für das Verhalten des Pferdes Verständnis entwickelt und/oder aufbringt, sondern auch für sich selbst. Leider sind diese Drähte so individuell wie das Pferd und der Mensch dazu, sprich, Ratschläge sind nett, helfen aber in der Regel nicht, weil sie für dieses Paar nicht passen . Ich habe gefühlt 2 Milliarden Ratschläge ausprobiert und gerade mal 5 behalten, die Trefferquote ist also ziemlich gering.

Hinzu kommt, dass man immer - auch das läßt sich nicht vermeiden - mit einer Erwartungshaltung an das Pferd herantritt. Auch hier höre ich mind. 2 rufen: ich habe keine Erwartungen! Doch! Hast Du! Erwartungen sind nicht zwingend positiv (heute wird sie schön neben mir laufen) sie sind leider oft genug eher negativ (sie wird vorne an der Waldkante ganz sicher etwas sehen und sich aufregen, oder hoffentlich wird sie heute nicht so schwierig sein etc.). Die positive wie auch die negative Erwartung von uns an das Pferd machen etwas mit uns, sie kitzelt unsere Nervensensoren, die - aufgeweckt durch den Gedanken (Ähnlichkeiten zum Pferd sind rein zufällig ) - in Lauerstellung gehen und zack verändert sich unsere Anspannung (auch wenn wir glauben, wir laufen wie Pudding) es ändert sich unsere Kopfhaltung (ich scanne lieber die Gegend, damit ich das Monster vor dem Pferd sehe) und sie verändern unseren Gang, unsere Hand, die den Strick hält, unseren Atem. Auch wenn wir das alles nicht wahr haben wollen, das Pferd merkt genau das. Jetzt sind Pferde hervorragende Spurenleser, sie spüren sofort, wenn sich etwas verändert - positiv wie negativ - und sie stellen sich darauf ein. In der Regel merken wir diese Vorgänge weder bei uns noch beim Pferd, sie werden erst sichtbar, wenn es dann knallt.

Können wir uns ändern? Leider wieder nein, wir sind so . Für uns gilt das Gleiche wie für das Pferd: weil wir genau so sind, sind wir noch. Wären wir immer tiefenentspannt und würden nie eine Reaktion zeigen, hätten uns die Löwenzahntiger schon vor Urzeiten ausgelöscht und dieses Forum gäbe es nicht.

Lernen wir daraus? Ja, unbedingt und das Pferd (leider) auch. Die Ungarin wollte nicht in die Halle, sie hat mehr als deutlich gemacht, dass sie das nicht will. Du hast lange durchgehalten, aber doch irgendwann nachgegeben. (Ich finde das eine völlig normale Reaktion) aber leider hat sie dadurch gelernt, dass sie nur lange genug dran bleiben muss, dann wird sich das schon in ihre Richtung entwickeln (das ist kein Vorwurf! Das ist nur eine Feststellung). So wird das in vielen kleinen Dingen im täglichen Umgang sein. Sie wird genauso gelernt haben, dass Du in manchen Dingen eben nicht nachgibst und da stellst Du dann irgendwann fest: das ging vor einem Jahr noch nicht . Wir wissen alle nicht, was die Ungarin alles durchmachen musste, vielleicht würden uns manche Dinge gar nicht als so schlimmer erscheinen, aber das ist egal. Für die Ungarin war es schlimm und ist es noch heute und sie muss diesen Berg, den man ihr auf die Schultern geladen hat, jeden verdammten Tag tragen. Und dann gibt es leider immer diese Tage, wo ein Blatt im Wind eine Erinnerung hervorruft, ein Geruch, eine Bewegung, ein Ton. Egal was, es triggert und dann überholt sich der Gedanke mit der Reaktion und sie ist außer Rand und Band und kann es selber nicht mehr steuern. Das kennen wir als Menschen auch. Meine Mutter hatte bei uns Kindern eine "lose" Hand. Das hat dazu geführt, dass ich selbst schon Mutter immer noch gezuckt habe, wenn sie eine bestimmte Bewegung gemacht hat. Und obwohl ich wußte, dass sich daraus für mich nichts ergibt, hatte ich dieses scheiß Zucken nicht unter Kontrolle. Ich schätze, dass es den Pferden ähnlich geht. Sie können es nicht steuern, wir müssen nur gucken, dass wir es irgendwie unverletzt überstehen .

Können wir trotzdem was machen? Selbstverständlich! Meine Lösung damals war: beobachten, beobachten, beobachten... Reaktionen vom Pferd immer in den Kontext des bisherigen bringen. Oft sind sie vorher schon irgendwie an oder schräg, oft kann man Aktionen im Umfeld durchaus einer folgenden Reaktion zuordnen oder sie zumindest erklären. Vermeiden ist übrigens die schlechteste Idee von allen, damit schränkt man nur sich und das Pferd quasi bis zur Bewegungslosigkeit ein. Das läßt dann nur den Schluss zu, dass man es immer wieder machen muss . Meine Lösung damals war: ich lerne die Kleinschrittigkeit und ich akzeptiere, dass ich zucke. Ich habe auch gelernt, bestimmte Dinge zuzulassen (ok, dann geht er eben an der Waldkante durch, ich kann es eh nicht ändern und oh Wunder, er ging nicht durch ). Wir sind Jahrelang 1 Schritt vor, 2 zurück und irgendwann 2 vor einen zurück und irgendwann haben wir uns angeguckt und festgestellt: huppala, wir sind ein altes Ehepaar . Ich habe mir angewöhnt, jede noch so kleine Sequenz, die schön war, immer und immer wieder vor meinem inneren Auge aufstehen zu lassen. Er hat hochgeguckt, als ich ihn gerufen habe, er hat sich aufhalftern lassen, er bleib einfach nur stehen, etc. Kleinigkeiten, die für andere null Bedeutung hatten, die so nichtig wirkten aber für mich waren sie jedes mal eine Reise die verinnerlicht werden musste. Ich habe immer wieder verglichen: was geht heute, was ging damals (nicht) und es hat mich bestätigt und getragen, es einfach auszuhalten. Der Traber hat 15 verdammte Jahre gebraucht, bis er nicht mehr die Ohren angelegt hat, wenn man ihm zu nahe kam. 15!!!! So lange hat der arme Kerl gebraucht, bis er seinen Reflex, den er sich aus Selbstschutz als 2 jähriger zugelegt hatte, in den Griff bekommen hatte. Wir glauben immer gerne, dass es jetzt, wo es ihnen bei uns doch so viel besser geht, anders sein muss. Das ist es sicher auch, aber es ändert nichts an den Erinnerungen, die sie in sich tragen . Das ist die Krux dabei.

Re: Am Limit!?!

Verfasst: Mi 28. Okt 2026, 09:55
von Nucades
Als der Bub mir vor paar Monaten am Strick um die Ohren flog, habe ich gesagt, es kam aus dem Nichts.
Ein paar Tage später musste ich mir eingestehen, dass das nicht so war. Es hatte sich kurz vorher seine Körperspannung verändert und ich habe nicht reagiert :shy:
Aber auch, wenn ich richtig, richtig Puls hatte (700 eskalierende kg an Stallhafter und Strick sind schon echt imposant...): Es ist nichts passiert :nix:
Das gibt mir die Sicherheit um weitermachen zu können.

Re: Am Limit!?!

Verfasst: Mi 28. Okt 2026, 10:55
von A.Z.
Meine Erfahrung ist auch, dass ich bei allem, was mir mit meinen Pferden je schiefgegangen ist - und da sind u.a. auch Losreißen, Durchgehen ... dabei - im Nachhinein immer ausmachen konnte, was passierte bevor passierte was passierte und konnte daraus irgendwelche Schlüsse ziehen für später.
Am Limit? - die Zeit, als mein Großer mir bei gefühlt mindestens jedem zweiten Besuch erklärt hat, dass er auf gar keine Fall etwas mit mir zu tun haben kann, war hart. Da habe ich durchaus auch mal heulend da gestanden, denn ich wollte ihm ja nix und wusste im Grunde, dass er nach jedem Ausflug fröhlicher und entspannter war als vorher. Aber Limit - nein, das im Grunde nie. Vielleicht liegt meine Latte da auch höher.

Re: Am Limit!?!

Verfasst: Mi 28. Okt 2026, 11:09
von Equester
Nucades hat geschrieben: ↑Mi 28. Okt 2026, 09:55 Als der Bub mir vor paar Monaten am Strick um die Ohren flog, habe ich gesagt, es kam aus dem Nichts.
Ein paar Tage später musste ich mir eingestehen, dass das nicht so war. Es hatte sich kurz vorher seine Körperspannung verändert und ich habe nicht reagiert :shy:
Taj, so habe ich mir damals die Hüfte geschreddert. Gino war schon on als wir los gingen, dann kam auch noch ein Pferd mit Extremfliegenschutz auf uns zu und ich war der Meinung: geht! Wie wir nun wissen, ging es nicht :seufz: . Gino war unschuldig, er hat normal reagiert, er war an dem Tag nicht gut drauf, wer weiß, was in der Nacht davor war. Ich bin die mit dem angeblich besseren Hirn, ich hätte darauf eingehen müssen. Diese Erkenntnis hat übrigens dazu geführt, dass ich trotzdem auf ihm keine Angst hatte. Nach dem Unfall bin ich 1,5 Jahre ohne Sattel ins Gelände gegangen, weil ich keine Kohle für einen Neuen hatte. Allerdings hatte ich vorab mit ihm vereinbart, dass er nicht mehr bockt, das hat er bis zu seinem Ende eingehalten ;)

Re: Am Limit!?!

Verfasst: Mi 28. Okt 2026, 11:12
von Equester
Ach so, das ist mir noch wichtig zu diesem Thema:

es soll jetzt nicht der Eindruck entstehen, dass man nun nur Dinge macht, die dem Pferd genehm sind. Das führt in die falsche Richtung. Aber Dinge, die für das Pferd schwer zu packen sind, sollten extrem kleinteilig angegangen werden und man sollte die Regeln, die man einmal aufgestellt hat, absolut einhalten. Pferde verstehen nicht, dass heute ja und morgen nein ist, was sie dadurch verstehen ist nur, dass sie es einfach weiter probieren, irgendwann klappt es dann. Mal schneller mal nicht so schnell ;)