Also erstmal möchte ich mich dagegen verwehren, ein 17jähriges Pferd als 'alt' zu bezeichnen
Mein erster Gedanke war, ihr wirklich mehr Zeit zu geben. Angenommen, sie wurde mit 4 angeritten, dann hat sie jetzt 13 Jahre lang andere Dinge gelernt, sich Bewegungsmuster und Reaktionen angewöhnt, die bisher sicherlich für sie auch zweckmäßig waren - 9 Monate, um das alles umzukrempeln, sind dagegen nicht so viel. Und vergleichbar ist das mit einem Jungpferd auch nur bedingt.
Auf jeden Fall würde ich sie nicht mit den anderen vergleichen, sondern maximal mit sich selber.
Dann die Anforderungen vielleicht noch weiter herunterschrauben, was die Qualität der Ausführung angeht, und/oder noch kleinschrittiger auseinanderpuzzeln.
Ist körperlich soweit alles in Ordnung? Physio/Osteo, mit AKU gekauft, ...?
Was die Reaktionsfähigkeit generell angeht, würde ich sehr kleinschrittig vorgehen:
Nachgeben am Gebiss oder Kappzaum oder Führstrick (oder welche Situationen auch immer das betrifft) bei jeder Gelegenheit 'nebenbei' mit üben, vorzugsweise erst im Stand, dann mit in die Bewegung nehmen; dabei jede noch so kleine, ansatzweise richtige Reaktion loben, kurz in Ruhe lassen / was anderes machen und dann nochmal.
Mehr Vorwärtsreaktion: Sich mit einem (!) schnelleren Schritt oder Tritt, auch wenn der nur ein kleines bisschen flotter war als die vorherigen, zufriedengeben, loben, freuen, ein paar Meter in ihrem Tempo gehen lassen, wieder neu anfragen.
Das kann ja in allen möglichen Situationen geschehen - Spaziergang, Aufwärmen vorm Reiten, Weg vom Paddock zum Platz, ...
Neben ihrem vielleicht deutlich phlegmatischeren Temperament (verglichen mit den anderen Pferden, mit denen du bisher zu tun hattest?) kommt bei ihr sicherlich noch dazu, dass alle oder viele der menschlichen (An)Forderungen negativ besetzt sind. Mein Ziel wäre ein sensibles, motiviertes Pferd, also muss ich ebenso sensibel und motiviert sein und das das Pferd auch ehrlich spüren lassen.
Ich kann mir auch vorstellen, dass Lösen und Verbesserung der Beweglichkeit für sie ein großes Thema sind. Das würde ich allem anderen Trainingsinhalten unbedingt immer wieder voranstellen.
Und wenn Travers nicht gut klappt, schauen, welche Zwischenschritte oder Vorstufen vielleicht noch separat zu verbessern sind (Durchlässigkeit, Genick (Stellung, Nachgiebigkeit), Biegung an sich, ...) und dann an denen arbeiten und Travers nur ab und an zur Kontrolle, ob die Basisarbeit in die richtige Richtung geht, abfragen.
Zum Beine heben:
Gibt sie Hufe problemlos?
Wenn ja, würde ich es darüber erarbeiten. So hatte ich bei Plüschtiger den Spanischen Gruß bekommen, der auf Touchieren überhaupt nicht reagiert hat. Ich habe dann einmal touchiert, weil das das Signal werden sollte, und dann den Huf angehoben, als wöllte ich ihn auskratzen. Hat glaube ich drei, vier Einheiten gedauert, dann hat er das Bein selbst angehoben...