Darf ich hier mal ein paar Perlen der Bedenken einwerfen? Auch wenn hier die Euphorie groß ist, ein paar Dinge sollten aus meiner Sicht nicht unerwähnt bleiben. Auch wenn es unerwünscht ist, oder nicht gehört werden will

. Aber es sollte mal gesagt werden
1. Freund hin oder her, die Liebe endet manchmal schneller als man gucken kann und dann? Besser ist ein geordneter Vertrag, der auch nach dem evtl. Ende einer innigen Liebe den Platz für die Pferde sichert.
2. Ich finde es wird hier extrem knirsch gerechnet. Frei nach dem Motto: machen andere auch so, wird schon klappen. Ich sehe das sehr kritisch und zwar aus eigener Erfahrung. Ein gute stabile Einzäunung ist ein absolutes MUSS!! Egal was andere schon seit Jahren machen, das Eis wäre mir zu dünn

. Eine gute Einzäunung kostet Geld und zwar nicht wenig. Ein gutes Weidezaungerät ist ebenfalls ein Muss. Wenn es u.U. nicht gebraucht wird, weil die Pferde nicht ausbrechen (was man in einem neuen Stall nie weiß) wäre es schon gut, wenn es Tiere vom Eindringen abhalten würde. Je länger der Zaun, desto schwächer die Leistung und bei einem Billiggerät bekommt man in der Regel nicht mal auf eine Litze über eine größere Strecke Strom drauf, geschweige denn über mehrere Litzen und eine länger teilweise bewachsene Strecke. Das ist so und läßt sich auch nicht schön reden. Was dann noch alles so anfällt, wenn man erst einmal eingezogen ist, summiert sich enorm. Das darf man auf keinen Fall unterschätzen, denn ab da gibt es keinen SB mehr, den man in die Pflicht nehmen kann. Mal abgesehen davon, dass keine Versicherung der Welt Kosten übernimmt, wenn die Einzäunung schlecht war. Und die prüfen das, ganz sicher. Von Geld trennen die sich nicht leicht.
3. Der Winter wird kommen und zwar sehr schnell. Wasser ist absolut notwendig. Ist sichergestellt, dass im Winter immer genug davon in trinkbarer Form da ist? Was ist, wenn die Pumpe eingefroren ist (es gibt doch eine?)? Gibt es Plan B dass dann Wasser gebracht wird? Kommt man im Winter immer durch? Was ist wenn mal so viel Schnee liegt, dass nichts mehr geht. Gibt es ein Ausweichquartier? Wie ist dann die Versorgung geregelt?
4. Familie ist toll, aber manchmal ist gerade die Familie sehr entspannt, wenn sie einen hängen läßt..... Ein Miteinsteller in einer Haltergemeinschaft gibt da mehr Sicherheit und wenn man es richtig aufzieht auch Geld dazu (und schon deshalb wäre für mich ein Vertrag unabdingbar). Wer springt ein, wenn man krank ist? Mal in Urlaub will? Gibt es notfalls eine Geldreserve um jemanden dafür zu bezahlen?
5. Und noch einmal die Finanzen: gibt es genügend Reserven um Unvorhergesehenes abdecken zu können? Heu kann schimmeln, Stalldach geht kaputt etc.... Wenn es Auflagen von der Behörde gibt, sind dann genügend Mittel vorhanden um diese schnellstmöglich zu bedienen? Wie ist die Weidepflege geregelt? Ist Geld für Nachsaat und Mulchen vorhanden? Geld für die Mistabfuhr? Ist detailliert geregelt und abgesprochen wer was macht und was es kostet? (Es kostet alles Geld. Der Glaube, dass man es als Alleinversorger billiger bekommt, ist aus meiner Sicht ein Irrglaube

.)
Nicht falsch verstehen, ich finde das Pferd in Eigenregie halten, das absolut Beste. Ich mache das ja auch so. Allerdings habe ich einen rel. funktionstüchtigen Stall übernommen (der mich dann bis zur Fertigstellung trotzdem noch mal einige Tausend Euro gekostet hat *seufz*) und ich habe einen Landwirt als SB im Hintergrund, der gewisse Dienstleistungen übernimmt und auch vor den Behörden als Verantwortlicher steht. Aber ein Pferd ist nicht einfach mal beim Nachbarn einzulagern, wenn es schief geht und jeder Wechsel ist für die Tiere eine Belastung, egal wie gut sie diverse Umzüge bisher weggesteckt haben. Und ich wollte einfach noch mal schonungslos die Problemchen an die Oberfläche scharren

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