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Re: Pferdehaltung im Wolfsgebiet

Verfasst: Mi 24. Jun 2026, 07:46
von crinblanc
vor allem gehen zb Rehe im trockenen Hochsommer fröhlich auf den Pferdeweiden Wasser fassen, wie die Kamera meiner Bekannten belegt.

Könnten sie das nicht mehr, wär bei sehr trocken ein Marsch von mehreren km mit Strassenquerung angesagt bis zur nächsten sicheren Wasserstelle.

Re: Pferdehaltung im Wolfsgebiet

Verfasst: Mi 24. Jun 2026, 10:02
von crinblanc
Ich denke, auf Dauer wird eine vernünftige Koexistenz nur mit Jagd als einem Baustein möglich sein.
das seh ich auch so- jetzt schon Abschußquoten festzulegen und in Teilen offenbar schon die Wolfsjagd planen find ich schräg- aber als Baustein seh ich zeitnahe, gezielte Abschüsse von Wölfen "in problematischen Situationen" (ich hoff, das war jetzt korrekt ausgedrückt ;) ) als sinnvolles Tool an, bevor "all you can eat, ist harmlos" an die nächste Generation weitergegeben wird.

Ich wär auch die letzte, die es nicht lieber sähe, wenn das ohne massiv auf Kosten anderer zu gehen (sowohl platzmäßig für andere Arten s.o. als auch finanziell ,zeitlich und vor allem emotional) irgendwie anders gelöst werden könnte... lief nicht irgendwo sogar ein Versuch mit Luderstellen natürlich nur zum sattmachen und fürs Monitoring? Das könnt ich mir als zusätzliche Maßnahme vorstellen... aber insgesamt wird man in D wie auch in allen anderen Wolfsländern wohl nicht ganz drumherum kommen.

Re: Pferdehaltung im Wolfsgebiet

Verfasst: Mi 24. Jun 2026, 10:31
von Sheitana
Ich hab mich da in letzter Zeit nicht soviel mit beschäftigt, aber wie ist das denn in anderen Ländern? Die leben doch auch mit Wölfen ohne, dass sie ausgerottet werden?
Warum vergrämt man Wölfe nicht. Ich mein, man muss sie ja nicht gleich erschießen, aber sind sie nicht schlau genug, dass man sie auch mit anderen Dingen vergrämen kann, sodass sie lernen ist nicht?
Ich bin absolut nicht gegen Wölfe, wenn sie aber meinen Tieren wiederholt zu Nahe kämen, dann würde ich erst an meine Tiere denken und dann an den Wolf :shy:

Re: Pferdehaltung im Wolfsgebiet

Verfasst: Mi 24. Jun 2026, 11:05
von crinblanc
Vergrämen wird ja versucht (E-Zäune und HSH sind ja auch Vergräm-Maßnahmen), reicht aber offensichtlich nicht immer aus.
Es gab auch schon sogenannte "Hard-Release"-Aktionen (Wolf in Käfig-Falle, soll durch Lärm/Menschen geängstigt werden und dann, so der Gedanke, diese nach der Freisetzung meiden). Ist umstritten, weil wenig erfolgreich und extrem viel Stress für das Tier.
Ansonsten wird öfter empfohlen, zb mit Paintball-Geschossen zu arbeiten, das zeigt wohl am ehesten Erfolg.

Nur muß man den betreffenden Wolf dafür in einer passenden Situation "erwischen". Nicht ganz so einfach, besonders bei Weidetieren...

Hier ist ja im Frühjahr ein Rüde dem Abschuß entgangen -was mich in dem Fall total gefreut hat- der hat nichts gerissen, war nur nicht mehr "scheu genug", weil ihn Menschen vermutlich gefüttert/angelockt haben. Ich hoffe auch, daß keine neue Genehmigung ausgestellt wird..

https://um.baden-wuerttemberg.de/filead ... W2672m.pdf

Da könnte man im betreffenden Gebiet den Wanderern/Gassigängern tatsächlich das mitführen einer PB-Pistole nahelegen. Besser als töten, wenn es so klappt. Außerdem ist anscheinend neuerdings ein Weibchen im Schwarzwald unterwegs, was die Annäherungsversuche an Hunde in den kommenden Ranzzeiten unwahrscheinlicher macht. Allerdings gibt es ja mindestens 2 territoriale Rüden, welcher davon die Prinzessin bekommt :nix: ..
Die leben doch auch mit Wölfen ohne, dass sie ausgerottet werden?
Mein Mann kommt ja aus einer Gegend, die schon immer eine stabile Wolfspopulation hatte und hat. O-Ton:

"wenn der Wolf ein verloren gegangenes Schaf frißt, bekommt der Hirte Ärger, weil er nicht aufgepasst hat- wenn aber mehrere Wölfe um die Herde schleichen, bekommt der Hirte ne Flinte, damit er aufpassen kann...."

also Risse an Weidetieren, durchs-Dorf-laufen und Menschen angehen führten unmittelbar dazu, daß geschossen wird/wurde... ausgerottet oder stark dezimiert waren Wölfe dort aber nie.

Re: Pferdehaltung im Wolfsgebiet

Verfasst: Mi 24. Jun 2026, 17:26
von GilianCo
crinblanc hat geschrieben: Mi 24. Jun 2026, 11:05 also Risse an Weidetieren, durchs-Dorf-laufen und Menschen angehen führten unmittelbar dazu, daß geschossen wird/wurde... ausgerottet oder stark dezimiert waren Wölfe dort aber nie.

Der Mensch neigt einfach dazu, immer so viel wie möglich rauszuhauen. Und ja, ich finde es gut, wenn man es so umsetzen würde. Aber irgendwie ist allen relevanten Stellen eine Vorgehensweise, die wirklich sinnvoll ist, komplett fremd,scheint mir….

via Firefox mini

Re: Pferdehaltung im Wolfsgebiet

Verfasst: Mi 24. Jun 2026, 19:55
von crinblanc
Nicht, daß das falsch rüberkommt: Da gab es keine gezielten Wolfsjagden, bei denen X Tiere geschossen wurden- das war eher so ein Selbstverteidigungsding:
Am Berg ist/war Wolfsgebiet, im Tal ist/war Weidetier- und Menschengebiet...

klar kamen Wölfe wohl im Winter auch an den Dorfrand (bzw bis auf den Friedhof- das war so eine "schwarze-Mann"-Variante, den Kindern damit zu drohen)- ließen sich aber meistens mit Krach, Feuer und Radau wieder vertreiben. Weil sie gelernt haben, daß Mensch auch böse sein kann...

wie das heute ist (Wölfe gibts da lt Monitoriing noch reichlich) und was die EU evtl draus gemacht hat, dazu hab ich keine aktuellen Infos :nix:

Re: Pferdehaltung im Wolfsgebiet

Verfasst: Mi 24. Jun 2026, 20:56
von Nucades
Paintballs? Durch Laien abgefeuert? Auf einen freilaufenden Wolf? Wer kommt denn auf so was :-?

Aber sei es drum, ein einäugiger Wolf macht wohl kaum noch Beute, maximal ein totgefahrenes Reh...

Re: Pferdehaltung im Wolfsgebiet

Verfasst: Mi 24. Jun 2026, 21:13
von crinblanc
Naja, nachdem die Profis aka "Entnahmetrupp" nicht mal nah genug rankamen, um auch nur zu betäuben oder ein Gummigeschoss abzufeuern, und den "zu wenig scheuen" Wolf dann lieber gleich töten wollten, weil vergrämen ja nicht klappte (und eine Abschußgenehmigung hatten, die glücklicherweise abgelaufen ist, bevor sie den erwischt haben), seh ich auch keine ganz große Gefahr, daß er sonst wem (Paintball haben ja auch nur eine recht kurze Reichweite) so nah kommt, daß da tatsächlich Schaden angerichtet würde....

aber klar, lieber töten lassen dann, oder? Machen ja dann wenigstens ausgebildete Profis.... :smile: Fortsetzung folgt im Januar, wenn er Pech hat und sich wieder blicken lässt... und der hat tatsächlich noch keinem 2-oder domestiziertem 4-Beiner ein Haar gekrümmt.
Wer kommt denn auf so was :-?
ich mag natürlich keine Namen nennen, aber das kam von einem sehr pro Wolf eingestellten Jäger/Förster.... allerdings nur, daß weiche Geschosse a la PB wohl den größten lebend- Vergräm-Effekt hätten, nicht, wer die abfeuern soll oder nicht... der war auch very pissed, daß bei besagter "Wolfsjagd" ansässige Jäger/Förster/Waldmenschen null und nix mitzureden hatten...

Re: Pferdehaltung im Wolfsgebiet

Verfasst: Mi 24. Jun 2026, 21:27
von GilianCo
crinblanc hat geschrieben: Mi 24. Jun 2026, 19:55
klar kamen Wölfe wohl im Winter auch an den Dorfrand (bzw bis auf den Friedhof- das war so eine "schwarze-Mann"-Variante, den Kindern damit zu drohen)- ließen sich aber meistens mit Krach, Feuer und Radau wieder vertreiben. Weil sie gelernt haben, daß Mensch auch böse sein kann...
Ich denke, dass ist der einzige Weg, wie es funktionieren kann, wenn man eine Koexistenz mit dem Wolf anstrebt.

via Firefox Mini

Re: Pferdehaltung im Wolfsgebiet

Verfasst: Do 25. Jun 2026, 13:50
von crinblanc
ich fände eine weniger komplizierte und klarere Regelung auch mehr als erstrebenswert. Also einfach- Nutztierriß= sofortige Vergrämungs- oder Entnahmemaßnahmen in einem begrenzten Gebiet um die Stelle des Vorfalls, auszuführen direkt vom ansässigen Jäger/Förster....war ja so ähnlich schonmal im Gespräch... überfällig, wie ich finde.

Nicht erst "also, der muß 2x innerhalb eines bestimmten Zeitraumes und Radius empfohlene Zaunanlagen überwinden und Weidetiere reißen, damit man überhaupt erst mal ein Spezialteam zum Vergrämen beantragen kann.... muß erst über zig Instanzen entschieden und geprüft werden.. und das dauert.."

Fun Fact: Bei einem Riss in der weiteren Umgebung war ein "Loch" im vorschriftsmäßigen Zaun, das lt Tierhalter tags zuvor bei der Kontrolle noch nicht da war, vermutlich beim Angriff durch panische Schafe entstanden- damit war aber der Zaun "nicht sicher", und der Vorfall wurde nicht entsprechend berücksichtigt.

der Wolf, der hier als Täter vermutet wurde (ob er es war oder nicht wurde ebenfalls nicht offen kommuniziert ;) ) hat mittlerweile +-50 Schafe nachgewiesen angegriffen/verletzt/getötet... aber die meisten in einem einzigen Vorfall vor einigen Jahren... andere werden nicht/kaum kommuniziert oder siehe oben abgeschmettert "och nö, da ist ein Loch, der Zaun war nicht sicher, ist dann kein richtiger "Vorfall"..."

ähm, nein, sicher war er aber offensichtlich auch in "vorschriftsmäßigem" Zustand nicht- sonst wär das Loch doch gar nicht entstanden... ?

also ich hab hier weder das Gefühl, daß offen kommuniziert wird, noch, daß es irgendwen wirklich interessiert, wenn nicht grad LT-Wahlen anstehen.

aber den anderen, bekannteren medienwirksam zum Abschuß freigeben... während 20 km entfernt mehrfach Weidetiere gerissen werden- und es im passenden Gebiet zur passenden Zeit auch einen Foto-Nachweis für einen agilen Wanderer gibt. :kratz:

einer der anderen Vorfälle war ein paar Tage später ca 2 km von uns, ca 10 km Luftlinie zum ersten Vorfall- glaub aber mal nicht, daß es da irgendwelche Warnungen oder Kommunikation von offizieller Seite gegeben hätte. Wenigstes ein "passt bitte verstärkt auf eure Tiere auf, da ist möglicherweise ein hungriger Wanderer unterwegs " hätt ich doch nett gefunden- was man dann tut oder nicht fällt dann ins eigene Ermessen- wenn man es aber gar nicht zeitnah mitbekommt...?
Stärkt aber mein ohnehin nahezu grenzenloses Vertrauen in besagte Stellen. :heilig:

(ich hab das ganze gut 4 Wochen später zufällig von einer Schafs/Ziegen"gnadenhof"-Betreiberin mitbekommen- also möglicherweise auch etwas eingefärbt-wobei die eigentlich ziemlich "grün" tickt, und einige halbgeschwärzte Lokalpresse-Paywall-Artikel hinterher)

Ich bin absolut fein mit Wölfen, die sich im Wald bedienen (Wild gibts hier reichlich), aber nicht mit welchen, die ganz offensichtlich wenn es bequemer ist (Winter) gezielt Weidetiere in Dorfnähe anpeilen... und mittlerweile gute Chancen haben, das weiterzugeben...