Wenn ich von Unfällen bei elektrischem Weidezaun höre, fallen mir zwei Dinge ein:
— Der Bruder eines Nachbarn (ein seriöser Mann, geht auf die 70 zu) ist für diese Stromschläge völlig unempfindlich. Er spürt, daß da was ist, aber damit hat es sich. Es handelt sich auch nicht um eine Alterserscheinung, sondern "war schon immer so". Ich kann mir also durchaus vorstellen, daß es auch bei Pferden verschiedene Empfindlichkeiten gibt. Ich hatte bisher nur mit Pferden zu tun, die vor Weidestrom anständig Respekt haben.
— Ein entfernter Nachbar trennt seine Andalusier-Hengste (Vater und Sohn) mit drei Litzen von der Mutterstute. Der Junghengst "riecht", ob Strom drauf ist, d. h. er geht mit der Nase nah an die unterste Litze, und wenn kein Strom drauf ist, kriecht er drunter her. Was er da spürt, das kann ich nicht sagen. Bei ihm muß halt immer Strom drauf sein.
Will heißen: Es gibt sicher Fälle, wo Strom (alleine) keine hinreichende Lösung ist. Ich meine, es war hier im Reitwaisen-Forum, daß ich auch mal Bilder von einer Doppel-Lösung (mechanisch plus elektrisch) gesehen habe, aber ich weiß nicht mehr wo. Es handelte sich um mit Beton gefüllte dicke Rohre, durch die (quer, isoliert) Galva-Wasserrohre geführt waren (mechanischer Zaun), und auf diesen Wasserrohren war Strom (elektrische Lösung).
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Schweineschwanz-Isolatoren bestehen ausschließlich aus Plastik, ohne Metallteile. Es gibt sie für 10-mm- und für 12-mm-Stäbe, und meines Wissens nur in weiß. Und sie drehen sich weg, wenn man, oder pferd, dagegenstößt.
Moniereisen eignen sich weniger für Eckpfähle (da nehme ich lieber Winkeleisen) als für Zwischenstäbe; sie dienen eher dazu, Litzen und Drähte am Durchhängen zu hindern.
In beiden Fällen wären mir aber ein paar Zentimeterchen im Boden (mit Trittbügel zum Eindrücken in die Erde) deutlich zu wenig. Und diese im Winkel angeschweißten Irgendwasse gefallen mir gar nicht. Was soll das? Wenn der Boden so weich ist, daß man Anschläge gegen das Versinken braucht, dann hält die Sache ja wohl nicht. Und ohne Anschlag treibt man das Ding halt so tief ein, daß es dann irgendwann hält. Und besorgt sich auf Grund des so erworbenen Wissens hinreichend lange Pfähle bzw. Stäbe.
Ich benutze einfach rohes Eisen, also völlig unbehandelt, aber das Klima hier ist sonnig und trocken, und der Boden steinig-durchlässig und bildet keine dauerhaften Pfützen. Die Lebensdauer in salzig-feuchter Nordseeluft oder so dürfte wohl wesentlich kürzer ausfallen. Ob sich aber die Arbeit lohnt, jeden Pfahl unten einmal mit Bitumen und oben regelmäßig mit Farbe zu schützen, das kann ich nicht beurteilen.
Winkeleisen wird hier als Spaliermaterial im Weinbau verwendet. Da geht nun wirklich niemand hin und pinselt Farbe drauf. Und die Eisen halten (wenn keiner mit dem Trecker dranfährt) länger als die Weinstöcke (die leben beim modernen Weinbau eher 30 als 50 Jahre). Und auch die Galva-Drähte werden nur in Ausnahmefällen ersetzt.
Ein paar Bilder zur Illustration (klar, sind off topic
— zum Vergrößern draufclicken):
Hier meint jemand, Wildschweine können ja auch was anderes fressen als ausgerechnet seine Trüffeln (Höhe des oberen Drahtes vielleicht 40 cm):
Hier ein sorgfältig angelegtes (aber überdimensioniertes) Spalier mit Winkeleisen 4 cm × 4 cm; 4 mm stark; für Tafeltrauben (Größenordnung: 500 kg Obst auf 100 m). Der Zollstock ist auf 1 Meter ausgeklappt:
Hier ein Hau-Ruck-Spalier mit Winkeleisen 3,5 cm × 3,5 cm; 3 mm stark; für Wein:
