Einachser vs. Zweiachser

Moderator: Cate

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Avaris
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Einachser vs. Zweiachser

Beitrag von Avaris »

Bei uns am Stall herrscht die Meinung vor, dass man pferdefreundlich nur mit Zweiachsern fahren kann, da beim Einachser dem Pferd über das Selett zwangsläufig bei jeder noch so kleinen Bodenunebenheit "Schläge" in den Rücken verpasst werden. Dazu kommt noch das Gewicht, das es, egal wie gut der Einachser austariert ist, über das Selett mittragen muss.

Ich wollte mich dazu weiter belesen, finde aber nicht so wirklich was.
Vom logischen Denken her verstehe ich das, so rein physikalisch gesehen - aber ist es wirklich in diesem krassen Ausmaß so? Dann würde doch niemand mehr überhaupt Gig fahren?
Hat vielleicht jemand einen Tipp, wo ich da mehr drüber nachlesen könnte?
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Veilchen
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Re: Einachser vs. Zweiachser

Beitrag von Veilchen »

Wir fahren beides. Der Einachser sollte ja in den Tragaugen schweben. Wobei, selbst wenn da 10 kg vorne zusammen kommen, ist das kein Ding. Bei uns schweben die Anzen.

Beim Zweiachser hast auf jeden Fall Gewicht in den Tragaugen. Nämlich das, was die Schere vorne noch wiegt. Bei Nemo konnte ich keinen Unterschied feststellen, dass er den Zweiachser lieber gemocht hätte, wie den Einachser.

Ich finde einen Einachser viel sicherer zum Fahren. Der kippt nicht so leicht.
Liebe Grüße vom Veilchen

Es ist, wie es ist. :giraffe:
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Sky4ever
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Re: Einachser vs. Zweiachser

Beitrag von Sky4ever »

Ich fahre nur Einachser, und der schwebt in den Tragaugen. Ja, es macht ein bisschen Mühe, ihn so auszutarieren, aber wenn man das geschafft hat, hat man gar kein Gewicht auf den Anzen. :nix:
Auf unebenen Gelände im Trab und Galopp berühren die Anzen manchmal die Tragaugen, aber von "Schlägen" kann keine Rede sein, da sitzt jeder Reiter beim Leichttraben "härter" in den Sattel ein. :-)
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lungomare
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Re: Einachser vs. Zweiachser

Beitrag von lungomare »

ich fahre auch nur einachser und lasse ihn (bei 150er Stockmaß mit recht stark schwingendem Rücken) bewusst nicht in den Tragaugen schweben, sondern etwas Gewicht dort hinbringen, sodass eben nciht jede unebenheit zu wildem geruckel am Selett führt. bei pferden mit weniger Rückenbewegung - Shetty, viele eher flach trabende Isis - klappt das mit der Schwebe aber verdammt gut.
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Sunday
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Re: Einachser vs. Zweiachser

Beitrag von Sunday »

Ich überlege wieder an einem Einachser rum.
Einachser weil schön leicht und für mich auch allein gut händelbar.
Nun gibt es ja etliche ohne Anzenfederung bzw. komplett ohne Federung. Wenn ich aber davon ausgehe, dass mein Mann mal mitkommt, mit rausoperierter Bandscheibe im Lendenwirbelbereich und daraus resultierten Problemen benötige doch sicherlich eine Federung, oder?
Macht sich die Federung wirklich so stark bemerkbar oder kann man darauf verzichten? Gibt es Nachteile eines "vollgefederten" Modells?
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lungomare
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Re: Einachser vs. Zweiachser

Beitrag von lungomare »

anzenfederung finde ich völlig entbehrlich.
solange du nur gemütlich unterwegs bist, ists auch egal, ob sitzfederung oder einzelradaufhängung. sobald da tempo reinkommt - und da reicht dauertrab - macht aber Einzelradaufhängung echt Sinn. hab hier ja Monas Sulky mit nur Sitzfederung, der war total okay. Häng ihn sporadisch auch hinter Enni, die aber ja vornehmlich trabt, da nervt er mich, weils doch ganz schön rumpelt - vllt werd ich auch einfach alt ;) . Ennis Sulky hat Einzelrad- und SItzfederung, das ist ne ganz andere Liga. gänzlich ungefedert würde ich nur nehmen, wenn ich ausschließlich asphalt fahre, sonst wirds echt übel
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Sunday
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Re: Einachser vs. Zweiachser

Beitrag von Sunday »

lungomare hat geschrieben: Do 29. Feb 2024, 08:55 anzenfederung finde ich völlig entbehrlich.
solange du nur gemütlich unterwegs bist, ists auch egal, ob sitzfederung oder einzelradaufhängung. sobald da tempo reinkommt - und da reicht dauertrab - macht aber Einzelradaufhängung echt Sinn. hab hier ja Monas Sulky mit nur Sitzfederung, der war total okay. Häng ihn sporadisch auch hinter Enni, die aber ja vornehmlich trabt, da nervt er mich, weils doch ganz schön rumpelt - vllt werd ich auch einfach alt ;) . Ennis Sulky hat Einzelrad- und SItzfederung, das ist ne ganz andere Liga. gänzlich ungefedert würde ich nur nehmen, wenn ich ausschließlich asphalt fahre, sonst wirds echt übel
Ausschließlich Asphalt? dann würde ich sowas schickes, dekoriertes nehmen :lol: Prinzessinnenausfahrt :princess:
aber ich ärger mich schon oft genug im Straßenverkehr, also es wird hauptsächlich ländlich mit Sand- und Waldwegen.
Zusätzlich kann ein Großpferd ja auch ganz schön Schwung entwickeln, wenn trab möglich ist, sollte auch getrabt werden.
Danke für deine Infos, da werde ich den Markt noch einmal durchleuchten ;)
Labeo
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Re: Einachser vs. Zweiachser

Beitrag von Labeo »

Wenn’s ein Zweisitzer werden soll, empfehle ich immer noch heiß und innig den Sawa softrunner. Amigo schmeißt wirklich doll, und die Anzenfederung bügelt alles weg. (Dafür braucht man ca 7-10kg Gewicht auf den Anzen.)

Alles andere ist für nicht pferdeverliebte Mitfahrer auch ne Katastrophe. Mit der sawa sind wir kilometerweit getrabt, ohne dass uns da irgendwas gerüttelt hätte. Und es hat auch gereicht, wenn ich mich nach vorn oder hinten gelehnt habe am Berg. Der Mitfahrer kann einfach so sitzen bleiben, wie er es gemütlich findet.

Also wirklich, tolle zuverlässige Kutsche mit nahezu null Wartungsaufwand und ein Mega engagiertes Herstellerpärchen, die einfach tollen Service erbringen.

Edit: okay, das Ortscheit kann man immer mal ölen. Das klappern gehört nicht zur Kutsche, war unser Fehler.
https://youtube.com/shorts/oC5di_7gQKk?feature=shared

Im Video sieht man, wie die Anzen quasi mit dem Pferd auf und nieder schwingen. Ich nehme an, dein Pferdchen hat ähnlich viel „Dampf“. :lol:

Beim Einsitzer bin ich happy mit einem nicht austarierten Maier Swing Jogger. Vielleicht bin ich zu blöd, das Ding richtig auszutarieren. Aber ich lehn mich da halt nicht an.
Fertig.
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