Pferdehaltung im Wolfsgebiet

Moderator: Sheitana

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GilianCo
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Re: Pferdehaltung im Wolfsgebiet

Beitrag von GilianCo »

Sheitana hat geschrieben: Mo 23. Jan 2023, 07:44
Mir fehlt wirklich ein Fahrplan für den Umgang mit Rudeln, die anfangen sich auf Weidetiere zu spezialisieren und es dann eben auch an ihre Jungen weiter geben.

Das denke ich ist auch genau, was wir am Ende brauchen. Die Wölfe, die sich letzten Endes um die Weidetiere nicht kümmern, können uns Menschen ja weitestgehend egal sein (es sei denn, sie gehen auf Hunde los oder weiß der Geier) - aber die, die wirklich gezielt immer wieder an Weidetiere gehen, da muß halt eine langfristige Lösung her.

Es wird ja zumindest scheinbar schon darüber diskutiert.

https://www.bundestag.de/dokumente/text ... elt-927680

Wobei man ja nie weiß, ob dabei auch Ergebnisse heraus kommen werden.
jella
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Re: Pferdehaltung im Wolfsgebiet

Beitrag von jella »

Da es gerade im allgemeinen Fred war; Thema Wolfssichtung!
Meine Freundin erzählte mir, dass bei ihr (Niedersachsen) eine Bekannte unangenehme und folgenschwere Begegnung mit einem Wolf hatte. Sie war mit ihrem Pferd ausreiten, ihr Hund paar Meter hinter ihr, da greift ein Wolf aus dem Gebüsch kommend an u. beißt sofort in Hals/Schulter vom Pferd. Das Pferd stieg, die Reiterin ging zu Boden. Der Hund kam angeschossen u. ging auf den Wolf, der dann das Weite suchte.
Die Reiterin blieb unverletzt, das Pferd lebt.
Die Reiterin ist Hundetrainerin und man darf wohl davon ausgehen, dass sie einen Hund vom Wolf unterscheiden kann. Sie hat selbst mehrere Hunde zuhause.
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GilianCo
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Re: Pferdehaltung im Wolfsgebiet

Beitrag von GilianCo »

Dann antworte ich jetzt mal "quer":
november hat geschrieben: Fr 19. Mai 2023, 12:21 So ganz untätig scheint die Politik ja nicht zu sein...
https://www.landundforst.de/niedersachs ... men-569241


Die Diskussion wird immer wieder angestoßen, allerdings bis jetzt auch immer wieder "abgeschmettert". Dass sich endlich etwas bewegen muß, bin ich absolut überzeugt - aber wie viel Schaden noch entstehen muß, bis auch wirklich politisch Resultate bzw. Entscheidungen folgen, darüber streiten sich wohl momentan die Geister. Ich persönlich finde, es ist im Grunde schon viel zu viel passiert. Andere (NABU Ostfriesland) äußert zwar sein Bedauern, aber sieht diesen Handlungsbedarf defininiv noch nicht, wenn dort erst bei der Gefahr für Menschen von einem Handlungsbedarf gesprochen wird.

Aus dem Link von november:
Sehr wohl als Erfolg wertet der Nabu die Zahlen: Selbstverständlich bedauere der Naturschutzbund sämtliche Nutztierrisse und damit verbundene Auswirkungen. Auch aus diesem Grund fordere er weiter konsequent eine fachliche sowie finanzielle Unterstützung der Nutz- und Wiedetierhaltungen in Sachen Herdenschutz, wie in einer Mitteilung nachzulesen ist.


Solche Äußerungen würde ich, wenn ich beispielsweise engagierter Pensionspferdehalter wäre, als Hohn empfinden, nachdem ja immer und immer wieder festgestellt wurde, dass diese Schutzmaßnahmen eben keinen Übergriff von Wölfen verhindern können, sondern maximal erschweren. Sprich, hat der Nachbar schlechtere Zäune, besteht eine Chance, dass meine Tiere nicht gerissen werden. DAS würde mir allerdings einfach nicht ausreichen.
Auf Stefan Idels Frage, wann es denn „genug“ Wölfe seien, sagte der Minister: „Erstens lege ich diese Grenze nicht fest, dafür gibt es Richtlinien. Auch ich wünsche mir vom Bund, dass dieser den sogenannten Erhaltungszustand feststellt.“ Zweitens brauche es zu dem Thema keine „Globaldebatte“. „Wenn es 1000 Wölfe gibt, die keine Probleme machen, dann muss ich sie auch nicht abschießen. Wenn einer aber immer wieder – trotz aller Maßnahmen – Nutztiere reißt, ist das eine andere Ausgangslage.“ Es brauche ein regionaldifferenziertes Management und eine wissenschaftlich fundierte Diskussion. Ziel müsse immer sein, dass sich der Wolf fernhält von menschlichen Behausungen und von Nutztieren.
Der letzte Satz bringt es ja durchaus schon auf den Punkt - NUR: DAFÜR reichen eben die möglichen Schutzmaßnahmen heute nicht mehr aus, gerade WEIL der Wolf nicht blöde ist, und daher schon WEISS, dass vom Menschen aktuell keine Gefahr droht. Erst wenn er wieder merkt, dass Risse von Weidetieren quasi direkt geahndet werden, wird sich das in meinen Augen wieder ändern.
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A.Z.
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Re: Pferdehaltung im Wolfsgebiet

Beitrag von A.Z. »

In Sachsen ist vor einiger Zeit ein Fall für durch die Presse gegangen, wo eine "Entnahme" auf Grund von Vorfällen genehmigt wurde, aber es fand sich keiner, der das machen wollte.
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/ ... s-100.html

Auch irgendwie merkwürdig. Oder auch nicht. Niemand möchte derzeit als Wolfsmörder genannt werden. Die Befürworter scheinen mit ihren Aktionen derzeit übermächtig, wie aus weiteren Artikeln hervor geht.
Viele Grüße Angela

Oh Großer Geist, hilf mir, nie über einen anderen Menschen zu urteilen, bevor ich nicht zwei Wochen lang in seinen Mokassins gelaufen bin. (Lachender Fuchs, Sioux-Häuptling)

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Re: Pferdehaltung im Wolfsgebiet

Beitrag von GilianCo »

A.Z. hat geschrieben: Fr 19. Mai 2023, 14:14 In Sachsen ist vor einiger Zeit ein Fall für durch die Presse gegangen, wo eine "Entnahme" auf Grund von Vorfällen genehmigt wurde, aber es fand sich keiner, der das machen wollte.
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/ ... s-100.html

Auch irgendwie merkwürdig. Oder auch nicht. Niemand möchte derzeit als Wolfsmörder genannt werden. Die Befürworter scheinen mit ihren Aktionen derzeit übermächtig, wie aus weiteren Artikeln hervor geht.

Das ist dann direkt das nächste Problem. Entweder, man hat irgendwann Jäger, die Wölfe heimlich schießen und verscharren - oder eben den Fall, dass die Jäger es nicht machen wollen, weil wie Wolfsbefürworter in ihren Aktionen derart extrem geworden sind, dass sie da Sorge vor Konsequenzen haben, OBWOHL es genehmigt wurde.

Traurige Welt, insgesamt....
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Re: Pferdehaltung im Wolfsgebiet

Beitrag von Nucades »

Ist es in beiden Fällen belegt, dass es Wölfe waren?
Gibt es seriöse (!) Quellen zu den Vorfällen?
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GilianCo
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Re: Pferdehaltung im Wolfsgebiet

Beitrag von GilianCo »

Wenn ich da googele, lande ich bei La Repubblica:

https://roma.repubblica.it/commenti/202 ... 401732784/

Der Text ist zugegebenerweise etwas reißerisch verfasst (der von MSN), dennoch finde ich es auch schwierig, jeden Angriff anzuzweifeln. In der Italienischen Zeitung wird auch vorwiegend geschrieben, dass sich ein Umgang damit finden muß, dass der Wolf wieder da ist.
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Schnucke
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Re: Pferdehaltung im Wolfsgebiet

Beitrag von Schnucke »

Nucades den Fall mit den Lipizzanern kenn ich auch aus anderer Quelle (die ich grad nicht finde) und da wurde davon berichtet es war ein bekanntes Rudel, welches schon öfters auffällig war.
Keine Stunde im Leben, die man im Sattel verbringt, ist Verloren (Sir Winston Churchill)

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