
Ich muss sagen, dass dein Pferd eins der bis jetzt interessantesten Gesichter hat.
Die Wirbel sind schon einzeln besonders und in ihrer Kombination wahrscheinlich sehr sehr selten. Der lange Wirbel ist ein Zeichen für ein freundilches Pferd, dass nur unter Schmerzen oder sehr schlechter Behandlung unfreundlich wird. Dazu arbeitet es auch noch gern mit dem Menschen.
Die drei Wirbel deuten bei Wallachen und Stuten zwar auf eine vielschichtige, jedoch nicht unberechenbare Persönlichkeit hin. Hengste mit drei Wirbeln zeigen oft gefährliches und unberechenbares Verhalten.
Mehrere verschiedene Wirbel weisen auf ein kompliziertes Wesen hin.
Auch das Profil mit dem "Spinnerhubbel" und dem ausgeprägterem Hubbel weiter unten auf der Nase ist interessant.
Ein Pferd mit einem Spinnerhubbel ist zwar die meiste Zeit verläßlich, ändert aber sein Verhalten aus unerklärbaren Gründen. Es hat Probleme mit Ausbildungsmethoden, die Unterwürfigkeit verlangen und benötigt stattdessen Geduld, Verständnis und klare Anweisungen. Damit kann auch die Unberechenbarkeit überwunden werden.
Die Maulspalte erscheint mir etwas kurz, das kann aber auch am Moment liegen und die Stirn ist leicht schräg (auch das findet man selten). Dies sind Anzeichen für Starrsinn.
Das Kinn wirkt angespannt (auch das kann eben durch die Momentaufnahme kommen). Ist dies häufig der Fall, lässt es auf einen unvernünftigen Charakter schließen, dem es schwefällt sich zu ändern und die Tendenz hat mit dem Reiter zu kämpfen. Letzteres besagt auch die abfallende Maulpartie.
Die breiten, wenig ausgeformten Ohren, die oben weiter auseinanderstehen, als am Ansatz, deuten jedoch auf Beständigkeit und ein Pferd hin, dass zwar nicht viel wissen will, aber willig tut, was von ihm verlangt wird. Dagegen steht wiederum die herzförmige Oberlippe, die Neugierde und eine extrovertierte Persönlichkeit besagt.
Die Nüstern und Ganaschen sind schön groß und lassen so Intelligenz vermuten.
Ich finde es sehr schwer, all diese Merkmale auszuwerten. Zu allem lässt sich estwas finden, was für das Gegenteil spricht. So ist in nahezu jede Richtung Entwicklungsspielraum.
Ich vermute, dass dieses Pferd zu einem "Monster" werden kann, wenn es in falsche Hände gerät. Genauso kann es sich aber auch zu einem Goldstück entwickeln, wenn der Besitzer in der Lage ist, sich in das Pferd hineinzufühlen.