Stillhalten bei der Hufbearbeitung

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Zaubermieze
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Stillhalten bei der Hufbearbeitung

Beitragvon Zaubermieze » Mo 2. Okt 2017, 21:06

Wir haben da noch etwas Optimierungsbedarf, den ich angehen möchte. Ich kann im Alltag problemlos Hufe auskratzen und nehme mir dafür auch Zeit, aber so lange wie beim Raspeln sind die Hufe dann halt doch nicht oben. Das Wunderpferdchen hat die lästige Angewohnheit, die Vorderhufe wegzuziehen, wenn es ihr nicht mehr passt. Es ist zwar schon viiiiiiiel besser geworden als es ganz am Anfang war, aber eigentlich hätte ich sie da gerne wirklich brav und nicht nur halb, weils auch nicht ganz ungefährlich ist, wenn sie hampelt während man mit scharfer Feile und Hufmesser am Arbeiten ist.

Wie habt ihr euren Pferden beigebracht, über längere Zeit stillzuhalten?
Je m'efforcerai de donner le meilleur de moi-même, afin que ces chevaux me jugent bien dans leur gentillesse et que l'harmonie règne par l'entente entre deux êtres vivants.
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Cat_85
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Re: Stillhalten bei der Hufbearbeitung

Beitragvon Cat_85 » Mo 2. Okt 2017, 21:49

Übung, würde ich sagen. :kratz:
Mit Lob und einer gewissen Grunderziehung. 8-)
Liebe Grüße von Silvia, Milli und Atlantik

:giraffe:

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tara
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Re: Stillhalten bei der Hufbearbeitung

Beitragvon tara » Mo 2. Okt 2017, 21:53

Clickern.
Liebe Grüße
tara



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Zaubermieze
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Re: Stillhalten bei der Hufbearbeitung

Beitragvon Zaubermieze » Mo 2. Okt 2017, 21:55

Naja, ich übe das im Prinzip seit über zwei Jahren ...
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Re: Stillhalten bei der Hufbearbeitung

Beitragvon Scheckenfan » Mo 2. Okt 2017, 22:09

Ich habe das bisher bei allen Pferden, die mir unters Messer kamen, so gehandhabt:
Wer freundlich anfragt, bekommt sobald es geht ne kleine Pause wo der Huf abgesetzt werden kann. Und wenn's nur 20 Sekunden Bearbeitung sind bevor das Pferd fragt, auf HÖFLICHE Anfragen reagiere ich möglichst immer (Dauer steigere ich dann mit der Zeit)
Wenn ICH den Huf absetze, gibt's ein Leckerli. Ich versuche den Huf abzusetzen, BEVOR das Pferd ihn mir nehmen will.
Wenn das Pferd den Huf von sich aus absetzt, will ich den Huf SOFORT wieder haben. Je nach Pferdetyp werde ich da auch unangenehm und klopfe mit dem Messergriff o.ä. ans Bein.
Wenn das Pferd den Huf gefährlich und mit Wucht wegreißt, gibt's ne deutliche Ansage per Stimme, wenn ich kann halte ich den Huf fest (je weiter man ihn dabei nach oben zieht (Vorderhufe) desto eher hat man ne Chance ihn zu halten).

Auch wenn das jetzt nicht unbedingt so klingt, aber ich versuche, deutlich mehr zu loben als zu tadeln.
Wichtig ist mir vor allem, dass das Pferd lernt, dass a) ich seine Bedürfnisse beachte aber b) ICH bestimme wann der Huf abgesetzt wird. Dann ist Dauer schnell kein Thema mehr.

Damit bekommt man sie mit der Zeit eigentlich alle rum. Mit genau dieser Taktik hab ich auch eine unsicher-ängstliche Tinkerin, die vormals nur unter Sedation zu bearbeiten war, wieder Schmiedetauglich bekommen. Da waren die Bearbeitungsphasen anfangs halt nur ein Raspelstrich/ein Schnitt. :nix: Die war aber reichlich verdattert, wenn ich dann sofort die Hufe abgesetzt und gelobt habe. Für die bedeutete Hufbearbeitung vorher immer Stress und Kontrollverlust, ihr wurde durch das Aufhalten der Fluchtweg genommen. Als sie erkannt hatte, dass sie auf Nachfrage ihren Huf wieder bekommt wenn das nötig ist, war die Angst schnell vorbei.

Für viele Pferde ist es wichtig, dass sie dabei den Kopf frei haben, also nicht angebunden sind. Meist stehen sie dann ruhiger.
Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst in dieser Welt.
- Mahatma Ghandi

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Re: Stillhalten bei der Hufbearbeitung

Beitragvon Sanojlea » Mo 2. Okt 2017, 23:26

Scheckenfan hat geschrieben:
Mo 2. Okt 2017, 22:09
Ich habe das bisher bei allen Pferden, die mir unters Messer kamen, so gehandhabt:
Wer freundlich anfragt, bekommt sobald es geht ne kleine Pause wo der Huf abgesetzt werden kann. Und wenn's nur 20 Sekunden Bearbeitung sind bevor das Pferd fragt, auf HÖFLICHE Anfragen reagiere ich möglichst immer (Dauer steigere ich dann mit der Zeit)
Wenn ICH den Huf absetze, gibt's ein Leckerli. Ich versuche den Huf abzusetzen, BEVOR das Pferd ihn mir nehmen will.
Wenn das Pferd den Huf von sich aus absetzt, will ich den Huf SOFORT wieder haben. Je nach Pferdetyp werde ich da auch unangenehm und klopfe mit dem Messergriff o.ä. ans Bein.
Wenn das Pferd den Huf gefährlich und mit Wucht wegreißt, gibt's ne deutliche Ansage per Stimme, wenn ich kann halte ich den Huf fest (je weiter man ihn dabei nach oben zieht (Vorderhufe) desto eher hat man ne Chance ihn zu halten).

Auch wenn das jetzt nicht unbedingt so klingt, aber ich versuche, deutlich mehr zu loben als zu tadeln.
Wichtig ist mir vor allem, dass das Pferd lernt, dass a) ich seine Bedürfnisse beachte aber b) ICH bestimme wann der Huf abgesetzt wird. Dann ist Dauer schnell kein Thema mehr.

Damit bekommt man sie mit der Zeit eigentlich alle rum. Mit genau dieser Taktik hab ich auch eine unsicher-ängstliche Tinkerin, die vormals nur unter Sedation zu bearbeiten war, wieder Schmiedetauglich bekommen. Da waren die Bearbeitungsphasen anfangs halt nur ein Raspelstrich/ein Schnitt. :nix: Die war aber reichlich verdattert, wenn ich dann sofort die Hufe abgesetzt und gelobt habe. Für die bedeutete Hufbearbeitung vorher immer Stress und Kontrollverlust, ihr wurde durch das Aufhalten der Fluchtweg genommen. Als sie erkannt hatte, dass sie auf Nachfrage ihren Huf wieder bekommt wenn das nötig ist, war die Angst schnell vorbei.

Für viele Pferde ist es wichtig, dass sie dabei den Kopf frei haben, also nicht angebunden sind. Meist stehen sie dann ruhiger.
TOP! Damit ist alles gesagt! So macht meine vorherige Hufbearbeiterin es auch und meine jetzige ganz ähnlich.
Bei uns ist das sau doofe eben dass wir nie trockenen Boden haben sondern auf der Koppel bearbeiten müssen. Daher ist das Ganze sehr erschwert denn bei jedem Abstellen wird der Huf wieder schmutzig. Wenn es auch nur minimal ist, so würde es doch das Werkzeug beschädigen. Also geht viel Zeit für wieder sauber machen drauf. Ich bin meinen Hufpflegerinnen SEHR dankbar dass sie mit zwei ungeduldigen Jungpferden und Mogli mit seinem Shivering so viel Geduld haben!
Auf einer sauberen, ebenen Fläche klappt das aber ganz wunderbar mit dieser Methode! Da wird man auch in absehbarer Zeit fertig. Und wenn man mehr übt als ich :tuete: Wir waren zuletzt bei 3 Pferden immer noch bei etwa 2 Std. Dann sind wir aber mit einem alten Teppich zum drauf stellen deutlich besser zurecht gekommen.
Ich binde meine auch nicht an. Das erschwert es aber alleine zu üben und ich bin nun mal fast immer alleine...
Anfangs musste ich oft mit negativem Ergebnis aufhören weil ich einfach keine Chance hatte. Darum hab ich irgendwann entschieden nur zu üben wenn ich Hilfe habe oder nur so kurz aufzuheben dass es klappt. Das ging zwar langsamer aber mittlerweile kommen wir bei allen Drei gut klar.
Wenn du irgendwie kannst bitte also Jemanden dein Pferd fest zu halten in der Zeit.
"Ich will alles daran setzen und mein Bestes geben, damit diese Pferde in ihrem freundlichen Wesen gut über mich urteilen und damit Harmonie walte, getragen vom Einvernehmen zwischen zwei Lebewesen."
Reitmeister Nuno Oliveira

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Re: Stillhalten bei der Hufbearbeitung

Beitragvon Scheckenfan » Di 3. Okt 2017, 08:33

Ach so - wenn unangebunden ist es für mich Voraussetzung, dass das Pferd passabel stehen bleibt. Wenn das nicht klappt, muss das eben zuerst geübt werden.

Wenn der Boden doof ist leg ich ne Plane drauf und bearbeite auf der Plane. Wofür macht man denn ghp :frech:
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Re: Stillhalten bei der Hufbearbeitung

Beitragvon plüschtiger » Di 3. Okt 2017, 10:05

Ich mache das auch wie Scheckenfan.
Fayola sagt immer Bescheid, wenn sie absetzen möchte/muss. Sie hebt denselben Huf dann auch wieder an, wenn sie bereit ist, weiterzumachen - ohne, dass ich noch etwas sagen muss. So handhaben wir das auch mit der Bearbeiterin.

Beim Wallach, der noch mehr Balanceprobleme und weniger Körpergefühl hat als ein Pferd wie Fayola, spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
Je freier er steht, desto ruhiger (am allerbesten unangebunden mitten auf dem großen Reitplatz);
nach der Bewegung besser als vorher (also arbeite ich ihn, bevor die Hufbearbeiterin kommt);
und er kann es deutlich kürzer halten und hat weniger Toleranz, wenn er Bescheid gibt und der Huf nicht sofort losgelassen wird (Fayola kann dann noch ein paar sekunden länger).
Wenn ich das alles berücksichtige, geht es sehr entspannt vonstatten und er kann die Hufe zunehmend länger halten.
Kaum macht man alles richtig, schon klappts.

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Re: Stillhalten bei der Hufbearbeitung

Beitragvon Gentiana » Di 3. Okt 2017, 10:56

Ich finde das ist wieder so eine Sache, wo man nur ausprobieren kann, was beim jeweiligen Pferd am besten funktioniert :nix:

Bei meinem Wallach, auch sehr unausbalanciert und vorderlastig.... geht es am besten, wenn er mit der vollen Breitseite an einer Wand steht. Das scheint ihm Sicherheit zu geben... wenn er frei steht, geht fast gar nichts :(

Meine Stute kann es absolut nicht ausstehen, wenn ihr die Vorderbeine zu weit unter den Körper "gezogen" werden. So kann sie auch nicht lange dreibeinig stehen... oder wenn die Beine zu hoch bzw. zu tief gehalten werden...
Viele Pferde sind auch nicht begeistert, wenn nur vorne am Huf gehalten wird und dann das Fesselgelenk "durchhängt"..... Mit kaltem Rücken lassen sich die Beine auch oft kürzer oben halten....

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Re: Stillhalten bei der Hufbearbeitung

Beitragvon Zaubermieze » Di 3. Okt 2017, 22:13

Danke für eure Tipps. :-n
Je m'efforcerai de donner le meilleur de moi-même, afin que ces chevaux me jugent bien dans leur gentillesse et que l'harmonie règne par l'entente entre deux êtres vivants.
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