Pferd einschläfern

Moderator: A.Z.

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november
Pegasus
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Re: Pferd einschläfern

Beitrag von november »

Das tut mir sehr leid, Abendsonne.

Bei meinem Oldie war es nicht schlimm, das Einschläfern.
Wir konnten mit ihm auf eine Wiese gehen, wo auch später der Transporter zum Abtransport gut ran kam.
Er hat zuerst eine Sedierung bekommen, während der er schon in die Knie ging, weil er so schwach war. Der TA hatte mir vorher gesagt, er werde erst sediert, dann bekäme er einbe Narkose und dann, wenn er schläft, die tödliche Spritze. Der TA werde ihn "ablegen", das tat er dann auch, obwohl er etwas überrascht war, weil domino eben während der Narkose schon zu Boden ging. Ich habe das Hinlegen auch überhaupt nicht als schlimm wahrgenommen, eben weil der TA dafür sorgte, dass es kontrolliert ablief. Auch was danach kam, das Einschlafen, habe ich als sehr friedlich empfunden.

Den Abtransport und auch das Abdecken mit einer Plane (er wurde freitags eingeschläfert, der Abtransport erfolgte erst am Montag) hat komplett der SB für mich erledigt, wofür ich sehr dankbar war.

Ich hatte immer gehofft, Domino werde einfach irgendwann tot umfallen und mir auf diese Weise das Einschläfern ersparen. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass es so gelaufen ist. Ich konnte dabei sein, auf seinem letzten Weg und es fühlte sich sehr richtig an, er hat es verdient, nach 24 gemeinsamen Jahren . Außerdem habe ich so gesehen, dass es nicht schlimm war, dass er friedlich eingeschlafen ist.

Ich würde dir raten, dir einen TA zu suchen, der die im Vorfeld alles genau erklärt, sich zeit nimmt (!) und sensibel ist. Unser TA war einfach toll. Außerdem sprich mit deinem SB, der hat sicher erfahrung mit dem Abtransport toter Pferde und wird das hoffentlich für dich übernehmen können. Da hätte ich auch nie und nimmer dabei sein wollen.

Viel Kraft dir!
Little by little, one travels far.
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Shieldmaiden
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Re: Pferd einschläfern

Beitrag von Shieldmaiden »

also, ich moechte absolut nichts raten weil man es von hier aus so gar nicht sagen kann - ich finde aber, du klingst danach, dass dein Bauchgefuehl sagt dass es Zeit ist. Ich finde, man muss nicht alles weiter herauszoegern, und schmerzmittel geben geht dann auch nur noch, bis der Magen nicht mehr mitmacht.

Aber wie gesagt, in der Frage musst du dein eigenes Bauchgefuehl fragen...

Was das dabeisein betrifft - ich wollte ja unbedingt dabei sein bei Pip, und habe dann auf dem Weg mein Auto zu schrott gefahren weil ich total im schock war. Was auch immer du tust, bitte steige NICHT in ein auto und nimm jemanden mit, der dich unterstuetzt. (und ich bin kein TKler oder so, eher sehr 'rational' aber - selbst ich hatte den Eindruck dass hat Pip so organisiert fuer mich, damit ich das nicht tun muss, und damit ich nicht so auf die Autobahn fahre... )

Ich kenne beide geschichten - eine freundin, die im nachhinein gewuenscht hat, sie waere nicht dabei gewesen, sie bekam das Bild einfach nicht mehr aus ihrem Kopf und hat sehr darunter gelitten, jahre lang. Und andere, wie auch hier beschrieben, die sehr sehr froh waren, dass sie dabei waren.

DAs hilft jetzt nicht viel... :hug:

Ich wuensche Dir und Deinem Stuetchen dass ihr euren Weg findet, wie auch immer der aussehen mag!
Man kann sich niemals auf ein Pferd verlassen das durch Furcht trainiert wurde, es wird immer etwas geben dass es mehr fuerchtet als Dich. Vertraut es Dir hingegen, wird es Dich um hilfe bitten wenn es etwas fuerchtet." Antoine de Pluvinel
Abendsonne

Re: Pferd einschläfern

Beitrag von Abendsonne »

Was ist denn ein TK`ler?
Shieldmaiden, ich denke da eher rational und mein Bachgefühl sagt mir tatsächlich, dass es jetzt Zeit ist.
Ich tu schon jahrelang rum, immer wieder waren große Reitpausen (erst der Hausbau, dann die Schwangerschaft, dann das Baby in der Anfangszeit), sie hatte viel Schonung und wir haben Spaziergänge gemacht und ab und zu sind wir zusammen im Gelände gewesen, der Hufschmiedwechsel hatte auch einiges gebracht, genau gesagt noch fast 2 Jahre. Aber nun sieht man es ihr deutlich an, meine Tante die die Stallbesitzerin ist meine auch (und sie hat schon mehrere Pferde gehen sehen), dass meine Stute irgendwie dasteht und guckt als möchte sie um Hilfe bitten.
Bewegungsvermeidung wo es nur geht.
Wirklich sicher sein können wir uns da natürlich auch nicht, man interpretiert manchmal mehr rein als gut ist, aber der TA sagte ja auch, wenns sein Pferd wäre, täte er dem Ganzen ein friedliches Ende schaffen.
Morgen telefoniere ich zuerst mit dem TA nochmal und bekomme entweder meine bestehende Meinung 100% bestätigt oder geh den Weg mit den Schmerzmitteln.
Aber ich sage, die alten Menschen müssen oft dahinleiden weil keine Sterbehilfe möglich ist. Und den Tieren (wenngleich man da finde ich irgendwie Richter spielt) kann man diese Leiden ersparen.

November, dein Beitrag ist auch hilfreich. Danke an alle.
Abendsonne

Re: Pferd einschläfern

Beitrag von Abendsonne »

Und meine Schwester wird mich fahren. Ich fand das allein nach Hause fahren am Freitag schon sehr schwierig!
Meine Tante wollte mich zuerst gar nicht fahren lassen.
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Lalilu
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Re: Pferd einschläfern

Beitrag von Lalilu »

:umaermel:
Einen Rat kann ich dir leider nicht geben!
Das Dinotagebuch :sigh:
:herzi: Lunis Tagebuch
Lebe jeden Tag als ob es dein letzter wäre! :voila:
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Shieldmaiden
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Re: Pferd einschläfern

Beitrag von Shieldmaiden »

TK = tierkommunikation
Man kann sich niemals auf ein Pferd verlassen das durch Furcht trainiert wurde, es wird immer etwas geben dass es mehr fuerchtet als Dich. Vertraut es Dir hingegen, wird es Dich um hilfe bitten wenn es etwas fuerchtet." Antoine de Pluvinel
Abendsonne

Re: Pferd einschläfern

Beitrag von Abendsonne »

Ach so. Ja. Da glaub ich auch nicht so dran.
Heute war der Vor-Vorbesitzer da zum Verabschieden, derjenige der mit ihr Westernturniere geritten war, wo sie aber dann zu heiß wurde und es psychisch nicht mehr verkraftet hatte.
Er kennt sich mit Pferden aus (für meinen Geschmack etwas zu grob) und hat auch gemeint, sie stünde sehr angespannt da, zieht den Bauch ein und sieht aus, als ob sie mit dem ganzen Gewicht nach oben wolle.
Als ich sie vom Putzplatz weggeführt habe, knickte sie kurz richtig ein und ging echt schlimm...
Morgen noch die Frage an den TA und dann die ganzen schrecklichen Telefonate zur Organisation. Mir dreht sich jetzt schon der Magen um und ich hoffe (bin Bluthochdruckpatientin mit zur Zeit sich in der Einstellung befindlichen Werten), dass ich nicht umfalle.
Meine Schwester fährt mich und wird mir Beistand leisten. Sie ist zwar keine Reiterin, ist aber schon mal geritten ein bisschen zumindest und kennt sich mit dem Sterben von Leuten etwas aus weil sie auf einer Frühreha-Station arbeitet in einem Bezirkskrankenhaus.

Wie soll man sich da verhalten, also ich streb an, beim Einschläfern dabei zu stehen.
Ich hoffe, mir bleibt der Atem nicht weg und ich hoffe, ich bekomme keinen sonstigen Schock. Ich traue es mir zu, aber verdammt Schiss hab ich auch!!

Habt ihr danach Schnaps getrunken? Anderweitig vielleicht Beruhigungspillen geschluckt??? Ich nehm zur Zeit eh Passionsblume ein, weil ich seit wochen so nervös bin. Wegen meinen Blutdruckwerten.
calista
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Re: Pferd einschläfern

Beitrag von calista »

Von meinem ersten Pferd habe ich mich auf seiner Koppel verabschiedet, ihn in den Stall gebracht und war beim Einschläfern nicht dabei. Das bereue ich sehr, bei all unseren Hunden war ich dann später immer dabei. Für mein jetziges Pferd habe ich das auch fest vor. Ich hatte gedacht, dass ich es nicht aushalten kann, aber meinen Marzog allein gelassen zu haben nagt sehr an mir.
noriker
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Re: Pferd einschläfern

Beitrag von noriker »

Ich lies mein Pferd in der Klinik einschläfern. Einfach weil mich das Ganze Drumherum nach dem Einschläfern im Vorfeld schon so fertig gemacht hat. Ich hätte am toten Pferd noch die Eisen runter machen müssen etc. Bereits die Telefonate im Vorfeld waren schlimm.
Ich war dann beim Einschläfern dabei und hab mir im Vorfeld das auch so vorgenommen. Mir aber zugestanden, dass wenn es nicht ginge, ich jederzeit aus der Situation rausgehen würde. Da ich schon einige Male beim Einschläfern von fremden Pferden dabei war, war das Prozedere für mich klar und ich wusste was ungefähr auf mich zukommen würde. Es war nicht schön, dennoch bin ich froh, dabei gewesen zu sein. Das war das letzte was ich noch für ihn tun konnte.
Und ich schliesse mich den anderen an. Nimm jemanden mit der dir nachher helfen/beistehen kann. Ich bin da auch nicht selber gefahren. Auch nicht auf dem Hinweg.
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Heidemi
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Re: Pferd einschläfern

Beitrag von Heidemi »

Ich bin ja Selbstversorger im eigenen Stall und im Grunde alleine verantwortlich.
Darum musste ich, als es bei meiner alten Stute so weit war, alles selbst organisieren.
Mein Stallpartner damals hat mich kläglich hängen lassen, das war richtig Mist.
Meine Stute war mein erstes eigenes Pferd und sie hat mit mir so viele wichtige Stationen in meinem Leben mitgemacht wie Abi, Studium usw. Sie war meine Vertraute und so lange immer da.
Bei ihr war es so, dass der Verdauungstrakt einfach nicht mehr richtig gearbeitet hat und sie dann 3 Tage lang im Grunde nichts gefressen hat und eben auch nicht wirklich verdaut hat.
Ich habe da einfach nicht eine Lösung gesehen, dass sie wirklich wieder auf die Beine kommt und dazu die Angst, dass sie Krämpfe bekommen könnte, wenn ich auf Arbeit bin und sie dann stundenlang vielleicht in Krämpfen liegt.
Das wollte ich auf jeden Fall vermeiden.
Ich habe sie auf dem Reitplatz vor dem Tor (wegen des Abtransportes) einschläfern lassen und ihre 3 Herdenmitglieder waren bei ihr. Der eine Wallach hat ihr die ganze Zeit den Rücken gekrault. die andren beiden standen dicht daneben.
Sie wurde erst sediert, dann kam die tödliche Spritze. Nach der Sedierung stand sie noch. Nach der 2. Spritze ist sie vorne zusammen gesunken, hinten stand sie noch und ich habe ihr sogar noch einen Schubs gegeben, damit sie für den Abtransport "richtig" liegt.
Das klingt hart, aber da war sie schon weg.
Ich fand es sehr traurig, dass sie nicht mehr da war. Sehr, sehr traurig, aber vom Hergang war ich überhaupt nicht schockiert oder so, ich fand es schön, dass alle ihre Lieben so um sie herum waren und sie begleitet haben.
Am nächsten Morgen kam der Transporter.
Ich habe sie begleitet bis zum letzten, das fand ich gut.
Ich fand sogar das Abholen nicht weiter schlimm.
Es wurde ein Schieber unter sie geschoben und ihre Beine befestigt, damit sie da nicht runter rutschen kann. Dann wurde das mit einem Bügel mit ihr über den Transporter gehoben, erst im letzten Moment ging der auf und alles versenkte sich da drin.
Das hatte etwas von einer Bahre, die irgendwo rein gesenkt wird, was da noch drin war, war überhaupt nicht zu sehen.
Ich fand es hatte schon fast etwas würdevolles.
Ich bin froh, dass ich auch da dabei war, weil ich wirklich bis zu letzt bei ihr war und sie begleitet habe und so eben sehen konnte, dass auch die Aufnahme ihres Körpers nicht schlimm war. So musste ich keine Phantasien haben, wie das abgelaufen ist und ich konnte mich auch direkt davon überzeugen, dass es den anderen Pferden gut ging.
Die waren schon sehr aufgeregt, aber haben sich schnell beruhigt.
Es ist "nur" ein geliebtes Herdenmitglied gegangen. Für immer. Und das tat sehr weh.
Das drumherum war für uns alle nicht schlimm.
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