22j Halbblutwallach mit atrophierter Muskulatur

Moderator: A.Z.

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bubi9191
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22j Halbblutwallach mit atrophierter Muskulatur

Beitrag von bubi9191 »

An meinem Stall steht ein 22j Halbblutwallach.

Die Besitzerin hat ihn unregelmäßig bewegt, meistens wenn longiert, ab und an mal ausgeritten.

Das Ausreiten fand immer mit Baumlossattel statt. Nun wollte sie sich wieder einen "richtigen" Sattel kaufen (sie hatte sich einen Westernsattel gewünscht).

Sie ist wirklich sehr einsichtig und reagierte gleich auf meinen Einwand, dass das Pferd absolut unbemuskelt in Rücken-, Brust-, Seiten- und Trapezmuskel ist, dafür sehr ausgeprägter Unterhals

Zuerst war sie wirklich traurig, dass alles falsch ist was sie macht (ist es nicht!) und wollte ihn dann "nie mehr" reiten.

Ich habe ihr das aus dem Kopf geschlagen. Bilder reiche ich morgen nach.

So nun meine Frage:
Welches Training haltet ihr für angemessen?
Wenn sie longiert, dann oftmals mit Chambon oder aber mit Doppellonge. Dabei baut sie auch viel Stangenarbeit ein, was ich gut finde.
Es ist aber eben unregelmäßig.
Unser Roundpen hat die Mindestmaße und ist damit nicht besonders groß. Daher halte ich tägliches Longieren nicht für förderlich.
Was können wir also tun?
Ein passender Sattel ist momentan da. Das ist nicht ihrer, den kann sie aber nutzen.

Sie selber reitet nicht stark. Sie bezeichnet sich als Westernreiterin, ich sehe sie doch noch sehr als Anfängerin.

Reitunterricht wird sie jetzt bei mir nehmen, wir wissen nur noch nicht wie wir es machen, auf meinen Pferden ist das nicht möglich, die sind nicht einfach und nicht brav genug.

Als erstes habe ich ihr den Longenkurs ans Herz gelegt.

Habt ihr noch weitere Ideen?

Achso, er bekommt 3x Heu aus Netzen, Nachts (im Winter) Paddockbox, tagsüber Paddock mit Heu in der Herde.
Im Sommer stundenweide Weide, tag und Nacht draußen.
Er ist barhufer.
Bekommt als Kraftfutter nur etwas "Pavo Life4Balance" (oder so?) Nur als Beiwerk, wenn die anderen was kriegen.

Er ist insgesamt wenn man ihn "arbeiten" will schreckhaft und oft nervös und hibbelig.
Heißt, er arbeitet mal 3 Runden an der Doppellonge mit, dann rennt er erstmal 3 Runden prustend mit herausgedrücktem Unterhals umher.
Das war wohl schon immer so.
An manchen Tagen macht er das nicht. Je nach Laune wohl.

Sind hier auch schon lange Spaziergänge förderlich?

Soll sie ruhig 1x die Woche unter meiner Aufsicht reiten? Ohne Hilfszügel schließe ich aber komplett aus....
Pferde sollten so geritten werden, wie ein Surfer eine Welle reitet.
Der Surfer zwingt die Welle nicht, er will sie nicht verändern.
Er lernt einfach, wie er sie reiten kann.

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Belgano
Einhorn
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Re: 22j Halbblutwallach mit atrophierter Muskulatur

Beitrag von Belgano »

Das wichtigste,finde ich,ist regelmäßigkeit. Lieber 4-5x die Woche kürzere Einheiten,als nur 2-3x für 1 1/2 h. Ich denke,wenn dadurch Routine entsteht,hilft dem Wallach das auch,entspannter mit zu machen.

habt ihr einen Platz,wo ihr longieren dürft? Ich finde Wechsel zwischen geradeaus und Zirkel für die älteren besser.
stangentraining ist gut,aber nur wenn er da korrekt drüber läuft,da kann man auch im Schritt viele effektive Varianten üben,wenn er im Trab zu hektisch wird.

Spazieren gehen ist auch eine prima Sache,am besten wäre es,auch da nicht nur in ebenem Gelände,sondern Hügel rauf und runter,über Baumstämme klettern lassen und ähnliches
Gelassenheit, Heiterkeit und viel Geduld sind die Basis jeder harmonischen, respektvollen Beziehung.(Audrey Hasta Luego)
Levi - ein kleiner Held wird groß
J.H.
Remonte
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Re: 22j Halbblutwallach mit atrophierter Muskulatur

Beitrag von J.H. »

Dualaktivierung war für meinen alten Herrn das Zauberwort.... Ich hab mit Equikinetik angefangen, das hat ihn aber ruckzuck überfordert (was mir nicht gleich klar war). Durch Zufall kam eine Trainerin zu uns an den Stall, die Equikinetik und Dualaktivierung macht. Wir haben uns unterhalten und ich habe kurzerhand eine Stunde bei ihr gebucht. Und siehe da, sie erkannte gleich die Überforderung durch die permanente Stellung bei der Equikinetik und hat mit mir die Dualaktivierung angefangen (nur in den Ecken die Stellung/Biegung, in den Gassen gerade). Seitdem arbeiten wir mit ihr nach Dualaktivierung und sehen verbesserungen.
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Lottehüh
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Registriert: Fr 18. Mai 2012, 11:21

Re: 22j Halbblutwallach mit atrophierter Muskulatur

Beitrag von Lottehüh »

Danke J.H. für Deine Erfahrung, das überlege ich gerade für Lottchen. Allerdings weiß ich noch nicht so recht.... Lottchen wird mir was erzählen, wenn sie die dritte Runde im Kreis laufen soll :-D Sowas ist in ihren Augen mega unnötig... Und traben lassen kann ich sie eh nicht.
Das Leben schenkt Dir ein Pferd - reiten musst Du schon selber.
:schritt:
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