Führen im Gelände - Pferd ist weggelaufen.

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Fionnlagh
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Re: Führen im Gelände - Pferd ist weggelaufen.

Beitragvon Fionnlagh » Mi 14. Jan 2015, 19:34

edit:
Was mir noch einfällt: wir haben doppelt gesichert angefangen, also mit 2 Sticken. Einer ging links vom Pferd, einer rechts und wir hatten je einen Strick in der Hand.
Dann haben wir langsam angefangen, dass ich die zwei Stricke selber nehme und die Zweitperson nur mehr so mit geht.
Aber ich gehe nach wie vor mit Strick um die Nase, weil ich da eine bessere Einwirkung habe und ihn so besser halten kann. Allerdings ist meiner halt wirklich einer, der es drauf ankommen lässt. Da braucht man schon was in der Hinterhand um ihn zu überzeugen. Glaub nicht, dass das bei allen Pferden nötig ist.
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Re: Führen im Gelände - Pferd ist weggelaufen.

Beitragvon ehem User » Fr 16. Jan 2015, 12:54

Bei uns gab es auch Zeiten, in denen das Gelände ein absolut weißer Fleck auf unserer Karte war. Nach ein paar kleinen Problemchen, bin ich ängstlicher geworden und habe mich immer seltener raus getraut, obwohl mein Wallach grundsätzlich sehr brav gewesen ist. Meine Furcht hat sich dann aber extremst auf ihn übertragen, sodass er sehr verunsichert gewesen ist und wir uns gegenseitig immer weiter hochgeschaukelt haben.
Das ist jetzt aber schon einige Jahre her. In der Zwischenzeit habe ich sehr viel Boden- und Führarbeit mit ihm auf dem Platz gemacht. Das waren ganz simple Dinge wie stehen bleiben, wenn ich anhalte, weiter gehen, wenn ich wieder los gehe, beim Führen auf meiner Höhe bleiben, rückwärtsrichten und so weiter. Das habe ich mit Strick und ohne Strick gemacht, habe es irgendwann auch außerhalb des Reitplatzes auf dem Hof versucht und bin schließlich auch kleine Wege in Feld gegangen. Das habe ich oft mit kleinen Pause verbunden, in denen ich ihn grasen lassen habe.
Eine zweite Person finde ich bei sowas auch immer sehr effektiv. Vor allem, weil man selbst die Anspannung verliert, wenn man sich locker unterhält und das Pferd nebenher gehen lässt. Am besten ihr unterhaltet euch über ein komplett anderes Thema.

Heute sind wir so weit, dass mein Großer mir an der Hand überall hin folgt. Wenn er im Gelände etwas furchteinflößendes sieht und sich mit allen Mitteln dagegen wehrt, daran vorbei zu gehen, steige ich einfach ab und er folgt mir tiefenentspannt daran vorbei. Es war ein langer Weg dorthin, aber er hat sich gelohnt!

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Re: Führen im Gelände - Pferd ist weggelaufen.

Beitragvon Fionnlagh » Sa 17. Jan 2015, 19:22

Heute hab ich mal wieder festgestellt, dass eine 2. Person FÜR MICH echt das um und auf ist. Ich bin ja grundsätzlich in den meisten Lebenslagen eher Einzelkämpfer und am liebsten selbstständig, aber ich hab festgestellt, dass das Raus gehen mit meinem Pferd wirklich ein Fall für eine zweite Person ist ;)

Wir waren heute in Begleitung mal wieder unsere gesamte Runde spazieren und Pferd hat sich echt unmöglich benommen :roll: (gut, es waren heute auch definitiv erschwerte Bedingungen...) .
Ich konnte ihn halten, war danach aber schweißgebadet. Zweite Person war mit Pferd mit und konnte überhaupt nicht eingreifen oder mir in irgendeiner Art und Weise Hilfestellung bieten. Trotzdem hat allein die Tatsache, dass sie mit war, dazu geführt, dass ich die Sache ruhig und konsequent lösen konnte.
Es ist zwar einerseits beruhigend zu erfahren, dass ich ihn halten konnte. Andererseits hat er mir halt mal wieder vor Augen geführt, WIE er sich aufführen kann und das raubt mir vermutlich wieder den Mut, alleine zu gehen :roll: .
Für regelmäßig fehlt mir halt leider auch die 2. Person. Hin und wieder findet sich mal wer, aber nicht andauernd oder gar mehrmals wöchentlich :seufz:
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Re: Führen im Gelände - Pferd ist weggelaufen.

Beitragvon brexi » Sa 17. Jan 2015, 19:25

Fionnlagh hat geschrieben:Heute hab ich mal wieder festgestellt, dass eine 2. Person FÜR MICH echt das um und auf ist. Ich bin ja grundsätzlich in den meisten Lebenslagen eher Einzelkämpfer und am liebsten selbstständig, aber ich hab festgestellt, dass das Raus gehen mit meinem Pferd wirklich ein Fall für eine zweite Person ist ;)

Wir waren heute in Begleitung mal wieder unsere gesamte Runde spazieren und Pferd hat sich echt unmöglich benommen :roll: (gut, es waren heute auch definitiv erschwerte Bedingungen...) .
Ich konnte ihn halten, war danach aber schweißgebadet. Zweite Person war mit Pferd mit und konnte überhaupt nicht eingreifen oder mir in irgendeiner Art und Weise Hilfestellung bieten. Trotzdem hat allein die Tatsache, dass sie mit war, dazu geführt, dass ich die Sache ruhig und konsequent lösen konnte.
Es ist zwar einerseits beruhigend zu erfahren, dass ich ihn halten konnte. Andererseits hat er mir halt mal wieder vor Augen geführt, WIE er sich aufführen kann und das raubt mir vermutlich wieder den Mut, alleine zu gehen :roll: .
Für regelmäßig fehlt mir halt leider auch die 2. Person. Hin und wieder findet sich mal wer, aber nicht andauernd oder gar mehrmals wöchentlich :seufz:
Laura :umaermel:

Ich versteh dich so gut (und genieße immer noch jeden Spaziergang, einfach weil Romero bei mir bleibt, diese Skepsis wird man so schnell nicht los :shy: )
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Re: Führen im Gelände - Pferd ist weggelaufen.

Beitragvon Fionnlagh » Sa 17. Jan 2015, 19:34

Ja, wobei ich schon wirklich denke, dass es in erster Linie mein Problem ist :seufz: . Pferd war ja eigentlich recht brav für die erschwerten Bedingungen.
a) war´s total dämmrig und im Wald dann stockdunkel
b) sind wir aus Versehen im Finstern einen falschen Weg, d.h. unbekannten Weg, gegangen :roll:
c) hatten wir einen Hund mit, der sich phasenweise recht weit entfernt hat und dann von irgendwo aus dem Unterholz raus gesprungen kam
d) hat sich auch unser Führpferd mehrmals erschrocken (wobei meinen das ja eher kalt lässt, was mit dem anderen Pferd ist)
e) war Pferd einfach richtig knackig drauf und grundsätzlich ist es für ein Jungpferd ja, denk ich, normal, dass es am liebsten mal fetzen möchte
und f) hat er sich ja trotz all dieser schlechten Bedingungen eh halten lassen

Trotzdem - das Wissen, dass ich im Grunde keine Chance habe und er das auch durchaus ausnützt, macht mich einfach nervös. Meine Begleiterin meinte heute, sie würde mit Gebiss gehen, aber ich bin da halt echt eher unglücklich damit. Ich möchte ihm wirklich ungern im Maul rum reißen :seufz:
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Re: Führen im Gelände - Pferd ist weggelaufen.

Beitragvon brexi » Sa 17. Jan 2015, 19:41

Fionnlagh hat geschrieben:Trotzdem - das Wissen, dass ich im Grunde keine Chance habe und er das auch durchaus ausnützt, macht mich einfach nervös. :
Ja genau das ist es, du weißt er kann es und im Zweifel macht er es.
Klar, können kann es jedes Pferd aber wenn man es schon öfter erlebt hat dann sitzt die Sorge natürlich tiefer.

Gebiss hat bei Gody garnichts gebracht, aber bei ihm war es ja auch so von 0 auf 100 und dann volles Rohr reingehangen und weggaloppiert.
Mit Romero würde ich es auch nicht machen (da ist es auch nicht nötig), auch wenn es Pferde gibt die sich davon beeindrucken lassen.
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Re: Führen im Gelände - Pferd ist weggelaufen.

Beitragvon ehem User » So 18. Jan 2015, 21:17

Und Knotenhalfter?
Das hatte ich ja im letzten Winter bei Fayola genutzt, weil es schärfer ist als das normale Halfter, aber eben nix im Maul ist.
Für uns hat das gereicht, muss aber nix heißen.

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Re: Führen im Gelände - Pferd ist weggelaufen.

Beitragvon Biggi01 » So 18. Jan 2015, 21:28

Knotenhalfter hat bei uns auch sehr gut geholfen. Mein Pferd hatte mal eine Phase, da hat er mit aller Kraft zurück gezogen, wenn er unbedingt weg wollte. Normales Halfter und auch Trensenzaum sind dann über die Ohren gerutscht, und Pferd stand ohne alles da :ohhh:.

Mit dem Knotenhalfter konnte ich ihn halten, und das hat mir dann viel mehr Sicherheit gegeben.
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Re: Führen im Gelände - Pferd ist weggelaufen.

Beitragvon kolyma » So 18. Jan 2015, 21:58

Also ins Gelände gehe ich ausschließlich mit Knotenhalfter raus. Das ist mittlerweile auch nur noch das einzige Einsatzgebiet für mein Knoti.
Ansonsten - wie gesagt - eine Führkette kann bei sehr resoluten Pferden Wunder wirken. Es geht nur darum ein bis zwei Mal ganz klar zu machen, dass losreißen einfach nicht drin ist. Hatte bisher einmal ne Führkette drauf als meiner dachte, dass er das mit dem losreißen ja mal testen könnte - einmal hat gereicht - seit dem war der Drops gelutscht und es gab nie mehr ein Problem.
Auch ein Kappzaum wäre ggf. eine Möglichkeit.
Bild Geduld ist die hohe Kunst sehr langsam wütend zu werden...:ohm2: :sofort:


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Re: Führen im Gelände - Pferd ist weggelaufen.

Beitragvon Fionnlagh » Mo 19. Jan 2015, 09:25

Knotenhalfter hat leider gar nicht geklappt.
Das Ganze ist bei meinem Pferd eine ziemliche Gratwanderung. Einerseits muss man ihm klare Grenzen setzen, andererseits darf man bei ihm eine gewissen Grenze nicht überschreiten, sonst hat man keine Chance mehr. Meine Miteinstellerin meinte: er ist ein total nettes Pferd, aber zum Feind möchte man ihn nicht haben ;) . Das trifft es ziemlich gut auf den Punkt.
Mit Knotenhalfter hat er sich nur immer mehr und mehr reingesteigert bis die Sache wirklich gefährlich wurde und ich abbrechen musste.

Kappzaum hab ich einen super tollen (den von Babette), der auch wirklich gut sitzt, aber wenn sich Pferd da richtig rein hängt, dann verrutscht auch leider der und ich hab keine Einwirkung mehr.

Ich hab schon einiges versucht und bisher sind wir mit dem Strick über die Nase am besten gefahren. Darauf reagiert er einfach am besten. Ist ja im Grunde das gleiche Prinzip wie die Hengstkette, nur, so vermute ich, weniger scharf.
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