„Angstfrei-im-Gelände-Reiten“- „Kurs“

Moderator: Keshia

Stjern
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Re: „Angstfrei-im-Gelände-Reiten“- „Kurs“

Beitragvon Stjern » Di 7. Mai 2013, 11:35

Ich finde die Idee so eines Kurses gut. Gleichzeitig haben die Einwände ihre Berechtigung. Dennoch könnte so ein Kurs vielen Menschen etwas bringen. Wichtig ist es die Grenzen, die bei den Einwänden ja stark herausgearbeitet werden, zu kennen und auch zu ERKENNEN.
Wahrscheinlich ist es wichtig, klar zu stellen, dass man manche Dinge in einem Kurs gar nicht klären kann. Man kann aber dazu beitragen eine positive Wende zu eröffnen. Getan ist es mit einem Kurs allein sicher oft nicht. Aber wenn man das nicht verspricht, dann ist das in Ordnung.

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Gladdis
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Re: „Angstfrei-im-Gelände-Reiten“- „Kurs“

Beitragvon Gladdis » Di 7. Mai 2013, 12:24

Ich sehe die Idee mit dem Kurs auch etwas kritischer.
Ich bin ein Angstkandidat und gehe völlig mit Calicion.

Allerdings ist ein Tapetenwechsel sehr wohl ein Balsam für die Seele.
Zum einen habe ich einen Leihhaflinger, mit dem ich die reitfreie Zeit mit Gladdis überbrückt habe.
Dann habe ich einen Wanderritturlaub auf sicheren Criollos gemacht.
Weiter besuche ich Freundinnen, wo ich mir Pferde leihen kann, die zuverlässig ins Gelände gehen.
Sie können zwar auch mal erschrecken und nen Hops machen, das macht mir nichts, mir reicht, dass ich weiß,
diese Pferde kennen das Gelände, sie werden von ihren Besitzern geritten.
Und das hilft mir schon, weil es mir den Druck nimmt, mit Gladdis raus gehen zu müssen.

Am Freitag beginnt nun das Geländetraining mit Gladdis. Meine Trainerin und ich gehen es zusammen an.
Mein alleinigen Versuche scheitern immer wieder dran, dass mich doch immer wieder die Angst überrennt und ich es mir alleine nicht zutraue, obwohl wir im Herbst-Winter schon enorme Erfolge hatten.

Das Wichtigste ist, die Angst beim Namen zu nennen. Man muss wissen, wovor man Angst hat. Nur so kann man ihr entgegentreten.
LG von den Rothaarigen
Zuckerpuppe oder Paprikaschnitzel viewtopic.php?f=14&t=1179

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sacramoso
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Re: „Angstfrei-im-Gelände-Reiten“- „Kurs“

Beitragvon sacramoso » Mi 8. Mai 2013, 09:26

Hallo Piebald,

Kurse für Angstreiter sind ein schwieriges Thema, weil die Gründe und Ursachen der Angst des einzelnen so verschieden und individuell sind wie die Teilnehmer (vielleicht gibt es deshalb auch so wenige Angebote in diese Richtung).

Als Bestansteil eines solchen Kurses würde ich auf jeden Fall ein Falltraining mit aufnehmen, da viele Reiter letztlich Angst vor dem Sturz haben. Das Fallen kann man ganz gut lernen und darüber auch einen guten Teil der Angst in den Griff bekommen. (Ich habe selbst mal ein derartiges Training besucht und mir hat es sehr viel gebracht.)

Grüße
Sacramoso
Als Gott erfuhr daß Reiten nur für die Besten ist erschuf er noch Fußball :dance1:

ehem User

Re: „Angstfrei-im-Gelände-Reiten“- „Kurs“

Beitragvon ehem User » Mi 8. Mai 2013, 13:31

Hihi, das ist eine lustige Idee, daran hatte ich auch schon gedacht. Ich habe mal gesehen, daß irgendwo solche Fallkurse angeboten werden. Mir persönlich würde sowas auch Spaß machen, ich zähle zwar nicht zu den Reitern, die mit Angst auf´s Pferd steigen oder schon mit Angst losreiten (bzw. es kommt drauf an, wer mitreitet ;-) ) aber ich entwickle ganz manchmal unterwegs eine ungesunde Angst im Gelände.

Ich könnte mir aber vorstellen,daß zarter besaitete Gemüter das nicht so toll finden, die wollen einfach GARNICHT runterfallen, auch nicht gut geschult ;-) I-wie impliziert dieser Kursteil dann ja doch, daß ein :rodeo: von vornherein mit eingeplant ist.

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Re: „Angstfrei-im-Gelände-Reiten“- „Kurs“

Beitragvon foxy48 » Mi 8. Mai 2013, 18:41

Ich finde das mit dem Falltraining auch eine gute Idee!
Das hatte ich zwar nicht so wirklich bewußt, aber nach einem Reitunfall mit Wirbelbruch hatte ich einfach bei der kleinsten Kleinigkeit Angst herunterzufallen.
Das Pferd, was mich davon geheilt hat, neigte überhaupt nicht zu Ausrastern, "verlor" mich am Anfang aber doch wegen fehlender Sattelfestigkeit manchmal bei einem kleinen Erschrecker oder einer unerwarteten 180-Grad-Drehung. Da ich mir dabei aber nie wirklich weh tat (es war eher ein unspektakuläres plötzlich neben-dem-Pferd-auf-dem-Boden-sitzen), verlor ich mit der Zeit meine Angst.
Ein Falltraining hätte bestimmt einen schnelleren Effekt. Ich gehe mal davon aus, dass da z.B. ein Judo-Trainer behilflich sein könnte, wenn man Bewegungen einstudiert oder falsche Reflexe aufdeckt und wegtrainiert - man also keinen Rodeo-Bullen mieten oder gar vom echten Pferd fallen muss ;) .

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Re: „Angstfrei-im-Gelände-Reiten“- „Kurs“

Beitragvon kleiner Geist » Do 9. Mai 2013, 12:26

foxy48 hat geschrieben: Ein Falltraining hätte bestimmt einen schnelleren Effekt. Ich gehe mal davon aus, dass da z.B. ein Judo-Trainer behilflich sein könnte, wenn man Bewegungen einstudiert oder falsche Reflexe aufdeckt und wegtrainiert - man also keinen Rodeo-Bullen mieten oder gar vom echten Pferd fallen muss ;) .
:-d :-d :-d

Ok, ich als aktiver Judoka und Judotrainer bin da jetzt nicht ganz unvoreingenommen. :lol: Aber schaden tuts definitiv nicht. :) Meine 3 Abgänge konnte ich sauber abfangen und abrollen. :-D
Liebe Grüße :-)

:bauer2: :foof:

ehem User

Re: „Angstfrei-im-Gelände-Reiten“- „Kurs“

Beitragvon ehem User » Do 20. Jun 2013, 14:50

Die Idee einen solchen Kurs mit dem Falltraining zu kombinieren, finde ich auch gut. Ich bin selber Angstreiter und traue mich schon nicht zu so einem Fallkurs, vieeel zu aufregend. Aber in einer Gruppe Gleichgesinnter, wo man das Ganze noch ein bisschen kleinschrittiger angehen könnte, wäre das schon toll. Ähnliches gilt auch für Übungen auf dem Pferd. Ich sitze bevorzugt mit hochgezogenen Schultern und angehaltenem Atem und klemmenden Schenkeln bewegungslos verspannt (okay, ist ein bisschen übertrieben, aber ich denke ihr wisst was ich meine) auf meinem Pony. Da ist es natürlich kein Wunder, wenn ein kleiner Stolperer oder ein Huch-Hüpfer gleich unangenehme Folgen haben.

Da das Thema so komplex ist, finde ich einen Wochenendkurs schon fast zu kurz. Da würde ich eher eine "Coachingreihe" gut finden mit z. B. 3 x 2 Tagen bei jeweils unterschiedlichem Schwerpunkt. Angstbewältigung ist ja doch sehr individuell und Vieles kann und muss man sich auch für sich selbst erarbeiten, da wäre zwischendrin dann auch Zeit.

Noch eine Anregung: Mir persönlich hat es gut getan, mein Pferdchen mal unter fremden Reitern zu beobachten. Auf einmal relativieren sich Probleme und man erkennt, welche Dinge durch die Konstellation Reiter/Pferd bedingt sind und wo es ausschließlich das gemeine Kopfkino ist, was die Situation für den Reiter so angstbesetzt macht.

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Re: „Angstfrei-im-Gelände-Reiten“- „Kurs“

Beitragvon Veilchen » Mo 24. Jun 2013, 16:43

Ich bin bzw. war auch Angstreiter. Nach meiner 2. Schwangerschaft hab ich mich einfach nicht mehr auf´s Pferd getraut. Hab mich in den vergangenen 1,5 Jahren mühsam in den Sattel zurück gekämpft. :)

Bei mir hat es geholfen, dass ich ein sicheres Pferd und nette Begleitung zum Ausreiten bekam. Das Pferd war so ganz verschieden von meinen Ponys. Als ich hörte, dass ich einen 1,75 m hohen Ex-Galopper im Gelände reiten sollte, war mir schon ziemlich mulmig. Aber ich habe einfach mal vertraut. Und siehe da, es hat wunderbar geklappt. Plötzlich hab ich mich auch wieder auf meine Ponys getraut. Aber zur Angstfreiheit war es noch ein langer Weg.

Für mich wäre so ein Kurs wohl eher nichts. Ich neige dazu, die Angst anderer auch noch zu übernehmen. Also wenn da dann so erzählt wird, was so alles sein könnte, trau ich mich gar nicht mehr.

Ich fand es gut, dass meine RL meine Ponys immer mal geritten hat, wenn ich mich was nicht getraut habe. Z.b. in der Bahn galoppieren.

Aber das Beste war, als ich eine RB für meinen Wallach fand. Die reitet noch nicht so lange und kann daher auch noch nicht so viel und plötzlich musste das klappen. War mit ihr jetzt schon einige Male draußen und seit dem 2. Mal ausreiten mit ihr, ist die Angst wie weg geblasen. Und ich habe jetzt entschieden, dass ich lange genug Angst gehabt habe und die Angst jetzt weg bleiben soll. :clap: Mal sehen ob es klappt. :lol: Zumindest musste ich jetzt schon lange nicht mehr absteigen, weil ich irgendwas gruselig fand. 8-)
Liebe Grüße vom Veilchen

Es ist, wie es ist. :giraffe:

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Re: „Angstfrei-im-Gelände-Reiten“- „Kurs“

Beitragvon kolyma » Do 27. Jun 2013, 08:04

So ein Kurs wäre schon interessant. Vor allem auch für den Erfahrungsaustausch.

Wenn ich andere Geschichten lese glaub ich nicht, dass ich ein Angstreiter bin - auch wenn ich sehr oft mit nem dicken Klos aufs Pferd steige. Meist ist die Unruhe aber nach den ersten zweihundert Metern weg. Trotzdem wäre ich gerne diese Rest-Unsicherheit los und in erster Linie würde mich an so einem Kurs interessieren, was ich tun kann im Falle eines Falles.

Ich bin ein Mensch, den es unglaublich beruhigt einen "Plan" zu haben. Wenn ich raus reite und das mulmige Gefühl komme, ist für mich mein "Rettungsanker", dass ich sofort absteigen würde, wenn ich das Gefühl hätte, dass die Situation brenzlich wird. Schon alleine der Gedanke "ich steig ab und führe" hilft mir sehr. In so einem Kurs hätte ich gerne noch mehr so Anker für mich.
Bild Geduld ist die hohe Kunst sehr langsam wütend zu werden...:ohm2: :sofort:


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Axel
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Re: „Angstfrei-im-Gelände-Reiten“- „Kurs“

Beitragvon Axel » Mi 3. Jul 2013, 19:32

Hi zusammen,

ich habe diesen interessanten Thread übersehen.

Meine Meinung ist dass ein Kurs durchaus hilfreich sein kann. Es kommt halt darauf an, was das persönliche Thema des einzelnen ist.

Natürlich wäre ein Kurs dann eher eine Art "Stein des Anstoßes" um dem Teilnehmer zu zeigen, was es mit der Angst aufsich hat und wo er dran arbeiten kann.

Da die Ursachen für die Angst vielfältig sein können, ist es in der Tat wichtig einen Coach für so einen Kurs zu haben. Ein "normaler" Reitlehrer oder Berittführer wäre nicht qualifiziert genug.

Tschüs
Axel


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