Angst das eigene Pferd zu reiten

Moderator: Keshia

ehem User

Angst das eigene Pferd zu reiten

Beitragvon ehem User » Do 12. Jul 2012, 22:15

Ich habe ein Problem mit meiner Stute.
Als ich sie neu hatte bin ich 3 mal gestürzt, weil sie voll abgebockt hat. Das letzte mal ist ca 1,5 Jahre her. Seitdem hat eigentlich nur Schritt reiten, longieren, Bodenarbeit, spazieren gehen und sowas statt gefunden. Sie hat auch gesundheitliche Probleme, die uns mehrfach zurück geworfen haben.
Also Ursachenforschung warum sie gebockt hat: Sie hatte Zahnprobleme, Rückenprobleme, d.h. mehrere blockierte Wirbel und zwei unpassende Sättel. Bis ich irgendwann dahinter gekommen bin, dass sie eine kurze Sattellage hat und ihr die "passenden" Sättel ordentlich im Kreuz gezwickt haben.
Alle möglichen Ursachen sind also behoben. Eine Bereiterin reitet sie schonend in allen Gangarten. Nur ich komme nicht klar. Solange ich neben ihr stehe ist alles ok. Ich darf alles machen und kenne sie in und auswendig. Kann sie super einschätzen und ihr super Wesen kam im Laufe der Zeit immer mehr zum Vorschein.
Aber sobald ich ans Reiten denke wird mir schlecht. Ich kann nachts vorher schon nicht schlafen. Ich habe Angst aufzusteigen und mache total dicht. Es artig manchmal so in Panik aus, dass ich sofort runter von ihr muss. Ich kann nur reiten, wenn jemand neben her geht und sie führt, manchmal schaffe ich nur 10 Minuten. Schlimm das. Ich möchte so gerne, aber es geht einfach nicht. Ich hatte damals ein Schädel-Hirn-Trauma und die Wirbelsäule geprellt. Ich stelle mir immer vor, was so passieren könnte. Bloß kein Risiko eingehen. Bei anderen Pferden habe ich kein Problem, ich bin nur insgesamt vorsichtiger geworden.
Was kann ich denn machen, damit ich ihr wieder vertrauen kann??? Wenn ich neben ihr stehe, denk ich mir immer, das kann doch kein Problem sein, sie ist so lieb und ich stelle mich so an :cry: Das geht einfach nicht aus meinem Kopf raus.
Hoffe ihr habt einige Ideen.
Lg

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Equester
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Re: Angst das eigene Pferd zu reiten

Beitragvon Equester » Do 12. Jul 2012, 22:31

Icy84 hat geschrieben: Ich darf alles machen und kenne sie in und auswendig. Kann sie super einschätzen und ihr super Wesen kam im Laufe der Zeit immer mehr zum Vorschein.
Das ist schon mal mehr, als viele andere überhaupt haben :clap: .

Icy84 hat geschrieben:Aber sobald ich ans Reiten denke wird mir schlecht. Ich kann nachts vorher schon nicht schlafen. Ich habe Angst aufzusteigen und mache total dicht. Es artig manchmal so in Panik aus, dass ich sofort runter von ihr muss. Ich kann nur reiten, wenn jemand neben her geht und sie führt, manchmal schaffe ich nur 10 Minuten.
Das kenne ich gut, ich konnte aber mein Pferd nicht mal anfassen, da wurde mir schon schlecht (und ich bin nicht mal böse gefallen).
Kann es sein, dass Du Dich einfach zu sehr unter Druck setzt? Weil evtl. im Hinterkopf immer rumwabbert, dass man - wenn man schon ein Pferd hat - das auch reiten muss? Davon würde ich mich mal als erstes trennen. Pferde sind nämlich von der Natur nicht entwickelt worden, damit wir drauf rumhopsen ;) . Es gibt durchaus Pferdeleute *winkzuwallinka*, die haben sogar mehrere Pferde und wollen nicht reiten.
Du schreibst, dass Du manchmal "nur" 10 Minuten drauf bleiben kannst. Ich konnte an manchen Tagen nicht 10 Sekunden drauf bleiben....ich finde das sehr lange, wenn man solche Angst hat.
Hast Du Dir schon mal vorgenommen, nur zu satteln, spazieren zu gehen und nicht reiten zu wollen? Ich kenne viele, die haben schon Blutdruck, wenn sie nur den Sattel sehen, das muss man erstmal unter Kontrolle bringen. Wenn der Sattel auf dem Pferd keinen Puls in die Höhe treibt und wenn es dann zufällig auch noch passt, dann würde ich aufsteigen. Aber mit dem festen Vorsatz, nur 1 Minute drauf zu bleiben. Egal wie es dann wird, nach einer Minute ist Schluss. Und immer mit jemandem an Deiner Seite, ohne würde ich das erstmal gar nicht versuchen, es bringt ja nichts. Laß Dich führen, kuschel von oben, rede mit dem Pferd, mit Deiner Begleitung, aber steige nach 1 Minute ab. Laß es nicht so weit kommen, dass Du solche Panik bekommst, dass Du fast runterfällst, kürze es deutlich ab und freu Dich dann wie Bolle, überhaupt oben gewesen zu sein. Irgendwann, wenn das für Dich ok ist, erhöhe auf 2 Minuten, dann irgendwann 3.....

Ach ja, mir hat es damals üüüüüüüüüüüüüüüüüüberhaupt nicht geholfen, wenn andere gesagt haben, der ist doch lieb, mach mal. Laß Dich da von niemandem nötigen, mache nur, was gerade geht. Und wenn nur geht, dass Du sattelst und eben nicht aufsteigst. Dann ist das eben so. Ihr habt jetzt 1,5 Jahre ohne Reiten zugebracht, da kann das gerne noch ein Jahr länger dauern, damit Du angstfrei wirst.

Gib Dir Zeit, egal wie viel. Und wenn es mit diesem Pferd reiterlich eben nicht geht, ihr am Boden aber gut zusammen passt, dann reitest Du eben andere Pferde und machst mir ihr besondere Dinge am Boden ;) .
wir machen aus :hm: ein :dafuer2:

Oceansoul
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Re: Angst das eigene Pferd zu reiten

Beitragvon Oceansoul » Do 12. Jul 2012, 22:37

Wenn ich du wäre, würde ich als ersten Schritt eine Sicherheitsweste nehmen. Klingt "blöd" - aber wenn man damit vom Pferd kachelt, ist's nicht ganz so wild und man selber als Reiter hat einfach ein besseres Gefühl.

Ich hatte das Problem mit nem ehemaligen Schulpferd, was mich mal 5 mal in einer Reitstunde abgesetzt hat - ich könnte mich da glaube ich heute immernoch nicht wieder draufsetzen. Das hat gar nix mit "anstellen" zu tun.

Und so dumm es klingt: such dir wen, der euch regelmäßig die 10 Minuten (oder was du halt "kannst") führt. Und dann lass dir Zeit und mach kleine Schritte. Wie mal länger führen lassen. Oder mal "nur nebenhergehen". Irgendwann dann die ersten Schritte an der Longe. Langsam und so wie du dich traust.
Vielleicht findest du auch eine/n Trainer/in der/die dich begleiten kann. Atem- und Entspannungsübungen auf dem Pferd z.B. ?

Ich glaube mit Zeit, Geduld und kleinen Erfolgserlebnissen kommst du der Sache am ehesten näher.
Und ehrlich: da das schon recht heftig zu sein scheint mit der Übelkeit usw. würde ich auch mal drüber nachdenken, da vielleicht professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das heißt ja nicht dass du "auf die Couch" musst - aber es gibt ja Wege und Techniken mit Ängsten umzugehen (ich hab zB Prüfungsangst) - und da is ganz schlau wen zu haben, der dir da hilft und dir "deinen" Weg zeigt.
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Nucades
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Re: Angst das eigene Pferd zu reiten

Beitragvon Nucades » Do 12. Jul 2012, 23:08

Halo Icy!
Eigentlich bräuchte ich nur bei Equester zu unterschreiben, denn sie hat das Wesentliche schon wunderbar auf den Punkt gebracht. Trotzdem möchte ich Dir antworten, dass ich Dich sehr gut verstehe, weil es mir genauso ging/geht...
Ich habe ein total braves Pferd - "nutzt" aber nicht viel, weil die Angst überhaupt nichts mit dem Pferd zu tun hat. Was mir geholfen hat, waren mehrere Umstände: 1. meine tolle RL, die mich anfangs ein paar Minuten geführt, dann longiert, aus übelsten Panikattacken abgeholt, nach tollen Höhenflügen und anschließenden Rückfällen wieder geführt und zur rechten Zeit im rechten Maß auch mal "in die Pflicht" genommen hat. Solche RL gibt´s sicher nicht an jeder Ecke, aber vielleicht hast Du so viel Glück wie ich und findest jemanden, der zu Dir/Euch passt. Voraussetzung: Du musst bereit sein, die Hilfe anzunehmen und Du musst Dich trauen zu vertrauen ;)
2. "Aufsitzen, immer wieder aufsitzen!" Den Spruch habe ich von einer Angstreiterin, die nach einem lebensbedrohlichen Sturz den Weg zurück aufs Pferd gefunden hat. Und ich finde, sie hat Recht! Aufsitzen meint nicht unbedingt reiten; an schlechten Tagen sitze ich auf und nach 30 sec. wieder ab. Das klingt banal, aber es hilft mir unheimlich, die Angst zu kontrollieren, weil je länger ich nicht draufsitze, umso größer wird die Angst vorm nächsten Mal. Also, aufsitzen, immer wieder aufsitzen (und glaub mir: Mehr als einmal war ich gaaanz kurz davor, mal eben gepflegt vorher in die RH zu k... ;) )
3. Tierkommunikation! Dafür muss man offen sein, aber wenn man das ist, kann es Türen öffnen. Das erste, was mein Pferd "sagte", war:" Vertrau mir endlich, ich mach´ schon nix Schlimmes!" Er hat bis heute Wort gehalten und es mir dadurch unendlich viel leichter gemacht. Allerdings zeigten sich auch körperliche Probleme. Als die behoben waren, fühlte sich das Reiten für mich besser an, weil ich wusste, dass es meinem Pferd jetzt gut geht.

Bleib am Ball, Reiten scheint Dir wichtig zu sein und Dein Pferd und Du habt offenbar eine gute Basis :)

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-Tanja-
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Re: Angst das eigene Pferd zu reiten

Beitragvon -Tanja- » Fr 13. Jul 2012, 07:52

Ich möchte Dir gerne beschreiben, wie ich diese Situation in den Griff bekommen habe, wenn es auch nicht mit derart schlimmen körperlichen Verletzungen meinerseits losging, wie bei Dir.

Ich hab einen Hafi. Einen typischen Hafi. Zwischenzeitlich 18 Jahre alt, rotzfrech, sehr neugierig (zu einem gerade im Aufblasen befindlichen Heißluftballon will er hin, weil das so interessant ist -> kein Witz!), sehr ökologisch veranlagt, ein Gewerkschafter. Er geht mit Dir nur bis dahin, wo er es für gut befindet. Will man über dieses Pensum hinaus, wird er - trotzdem er wesentlich mehr geistig bzw. körperlich leisten könnte - motzig und buckelt rodeomäßig. Mich hat es schon oft runtergehauen.

Jedenfalls: Sommer bis Herbst 2010 hat sich das ganze ziemlich gesteigert. Ich hole mir meinen RU ausschließlich auf Kursen. Und auf diesen Kursen wird mit Unterstützung des Trainers natürlich mehr gefordert, als ich Herrn Hafi sonst zu Hause alleine abverlange. Also hat er gerade auf Kursen immer gerne losgelegt. Das hat sich bei mir bis in's Frühjahr 2011 hinein so gesteigert, daß ich schließlich nur noch Angst hatte. Angst vor dem Runterfallen, Angst vor dieser geballten Ladung Kraft, die das Pferd mir da frech entgegenwirft, Angst vor Schmerzen, Angst vor dem Kontrollverlust, usw. Letzten Endes ging er daraufhin dann auch zweimal im Gelände böse mit mir durch, was er - eigentlich DAS Energiesparpony schlechthin - noch nie gemacht hatte.

Ich war mental so fertig, daß ich wirklich sehr ernsthaft darüber nachgedacht habe, ihn zum Schlachter zu bringen. Ich traute mich nicht mehr drauf, guten Gewissens kann man so ein Pferd ja auch nicht verkaufen. Es waren sehr, sehr schwere Tage für mich.

Dann hatte ich zufällig zwei Reitstunden. Eine bei David de Wispelaere, eine bei einem Bekannten. Und beide sagten mir innerhalb einer Woche das gleiche: "Tanja, was hast Du denn, der ist doch ganz ruhig und entspannt, der Schweif pendet, er ist losgelassen!!??!!" Und ich hatte immer nur das Gefühl: ich sitze auf einem Pulverfaß, das gleich explodiert. Das war mir früher schon aufgefallen: ich dachte: bitte, bitte, nicht buckeln. Pferd: buckelt.

Also habe ich angefangen, mental an mir zu arbeiten. Ich hab mir einige Bücher gekauft und viel darüber gelesen, wie ich mich innerlich umpolen könnte. Zunächst habe ich mal die negativen Wörter wie "Nein" oder "nicht" gestrichen und gedanklich nur noch positive Formulierungen benutzt, habe aufgehört "Bitte nicht buckeln!" zu denken, sondern dafür "Wir reiten vorwärts!" gedacht und mir das auch schön vorgestellt. Vor allem diese geistigen Bilder haben mir sehr weitergeholfen. Ich habe mir sehr genau vorgestellt, wie ich meinen Hafi reite und wie schön es ist und diese Bilder immer mehr sehr explizit ausgeschmückt.

Dann habe ich mir eine Strategie für meine Angstattacken zurecht gelegt. Zunächst habe ich überlegt, was wohl eine sehr entspannende Situation für mich wäre. Ich in der Hängematte am weißen Karibikstrand, blaues Meer, unter Palmen mit einem Caiphi in der Hand, Sonne, usw. Auch dieses Bild habe ich immer weiter gedanklich ausgeschmückt. Und dieses Bild habe ich immer genau dann hervorgeholt, wenn ich merkte, daß ich Angst auf dem Pferd bekomme. Dieses "Bild-herholen" hat sich sehr schnell verselbständigt: ich mußte nach einiger Zeit nicht mehr daran denken, es herzuholen, sondern es kam von alleine und hat mich sehr entspannt. DAS hat sich dann wiederum auf mein Pferd übertragen.

Schließlich habe ich anfangen, sehr genau auf mein Bauchgefühl zu hören. Wenn ich raus zum Stall kam und hatte nur ansatzweise das Gefühl, daß ich mich der Situation nicht stellen könnte, habe ich was anderes gemacht: Pferd geputzt, spazierengehen, Bodenarbeit, Zirkuslektionen. Irgendwas, was mir in jedem Falle ein positives Erlebnis bescherte. Sagte mein Bauch: "Ja, heute reiten wir." bin ich geritten - manchmal auch nur 10 Minuten. Allerdings habe ich auch da situativ gehandelt: ich habe einen Western- und einen Barocksattel. Im Westernsattel fühle ich mich sicherer. Im Barocksattel ist er die zweimal mit mir durchgegangen. Vielleicht liegt's daran. Ich bin auch schon aus'm Westernsattel böse von ihm abgestiegen worden. Trotzdem fühle ich mich da sicherer. Ich weiß, daß das blöd ist. Aber wenn mir das hilft, mehr Selbstvertrauen und Selbstsicherheit zu bekommen, dann nehme ich halt den Westernsattel.

So hab ich mich aus dem ganz tiefen Loch rausgeholt. Ich bin recht kleine Schritte gegangen. Und es war hart, außenrum bei den anderen immer zu sehen, welche Fortschritte sie machen und mein Zosse und ich mußten zurück, ganz zum Anfang.

Im Februar diesen Jahres bin ich nun, nachdem ich im November 2011 einen Kurs im Westernsattel absolviert habe, einen Kurs mit Barocksattel geritten. Hafi hat auch zweimal blöd gebuckelt. Ich hatte auch ein wenig Angst, aber sie ist nicht mehr so maßlos wie zuvor, und sie war sehr schnell wieder weg. Ein weiterer Kurs mit März war dann das Highlight: kein Buckeln, ein total motiviertes Pferd, ich komplett angstfrei! Ich hab anschließend ein paar Tränen verdrückt.

Was der Grund bei uns war, wie ich im nachhinein festgestellt habe: ich habe zu viel von meinem Pferd verlangt und war gleichzeitig nicht bereit, auch viel zu geben. Vereinfacht gesagt: er sollte traben, ich gab die Trabhilfe und ließ ihn dann alleine, habe in diesem Moment aufgehört zu reiten. Da hat er sich gesagt: also mach' ich halt was anderes. Seitdem ich nun so viel mental an mir gearbeitet habe und mehr "reite" und zwar jede Sekunde, die ich im Sattel sitze, klappt vieles besser. Wir haben in den letzten Wochen Fortschritte gemacht und sind nun wesentlich weiter als vor dem tiefen Loch.

Was auch immer es bei Dir ist: ich wünsch Dir viel Kraft. Die kostet es zwar, aber Du kannst das. Das eine ist zwar das Reiten, aber wesentlich mehr braucht man dazu die innere, mentale Einstellung. Allerdings bekommt man diese mentale Einstellung nicht von heute auf morgen und auch nicht einfach geschenkt.

Uff, lang.
Reiten ist nicht weiter schwierig, solange man nichts davon versteht.
Aus: "Vollendete Reitkunst", Dr. Udo Bürger, 1959

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Re: Angst das eigene Pferd zu reiten

Beitragvon WaldSuse » Fr 13. Jul 2012, 08:14

Ich finde es sehr mutig von dir,dich hier so zu "outen" und die anderen natürlich auch!Ich bin,allen Göttern sei Dank!,noch nie so schwer vom Pferd gefallen,finde aber die ratschläge meiner Vorrednerinnen sehr gut und auch interessant.Werde sie im Kopf behalten,frau weiß ja nie.....
Was ich dir empfehlen möchte ist,tu was für DICH!Es gibt viele Möglichkeiten.Gehe ins Yoga,mache Meditationskurse,schau nach einem Heilptaktiker,der dir eventuell homöopathisch oder mit Bachblüten helfen kann deine Angst zu verarbeiten.
Es geht nicht darum,sie zu "bekämpfen".Deine Angst ist nicht dein Feind,sie ist ein Teil von dir,den du aber in Ruhe und Frieden gehen lassen kannst.
Viel Kraft für deinen weiteren Weg!
Ich kann niemals tiefer fallen als in die Hände der Großen Göttin.

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Re: Angst das eigene Pferd zu reiten

Beitragvon ehem User » Fr 13. Jul 2012, 09:36

Achje, das hört sich wirklich ziemlich verzweifelt an.

Ich hatte letztes Jahr auch einen heftigen Sturz von einem (fremden) Pferd und kann deine Gefühle, die du nun hast, gut nachempfinden.

Mein Rat: Fass wieder Mut und fang ganz neu an! Mach dir nicht so viele Gedanken darüber, was passieren könnte, sondern orientiere dich an dem, was du hast. Nämlich eine liebe Stute und den Willen, weiterzumachen. Denk positiv!
Und beginne kleinschrittig: Aufsitzen, 2 Minuten sitzenbleiben, Absitzen. Und das Level ständig Stück für Stück erhöhen, bis hin zum Schritt laufen. Und wenn es dir Sicherheit gibt, dann mit jemandem, der dich führt. Lass es einfach zu. Wichtig ist nur, den Druck wegzunehmen und eure Übungen jedesmal in einer für euch beide entspannten Situation enden zu lassen, damit ihr beim nächsten Mal genau dort wieder ansetzen könnt. Dazwischen würde ich an eurer gemeinsamen Verbindung arbeiten und die weiter festigen: Nimm dir vor allem auch bei anderen Dingen (Putzen, Kraulen) mehr Zeit für deine Stute. Geht viel Spazieren, hab einfach Spaß mit ihr. Davon profitiert ihr beide.

Kopf hoch, das wird schon wieder! Sei zuversichtlich und geh positiv an alles heran. Ich drücke dir jedenfalls beide Daumen. :P

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Re: Angst das eigene Pferd zu reiten

Beitragvon Gladdis » Fr 13. Jul 2012, 11:33

Hallo,

oje.. noch eine..

Du hast eine Bereiterin? Wie geht es dir dabei, wenn du sie reiten siehst?
Hast du bei ihr Unterricht?

Ich bin noch in der Findungsphase.
Ich dachte eigentlich wir hätten es geschafft, aber leider kam uns was dazwischen und nun denke ich, Gladdis zu verkaufen.
Ich will noch einen letzten Versuch mit Intensivtraining starten, wie und wo und wann, muss ich noch regeln, aber ich brauche dringend jemand an meiner Seite.
Ich habe viel geschafft mit "auf mich hören", absteigen, aufsteigen, einfach nur machen, was mir in dem Moment zusagt. Und wenns nur schnell ohne Sattel aufs Pferd klettern und auf der anderen Seite wieder runter rutschen angeht.

Mir tut es auch gut, andere Pferde zu reiten. Um wieder ein Gespür für die Bewegung zu bekommen, ohne total verkampft oben zu sitzen.

Was mir überhaupt nicht geholfen hat, war, dass ich andere auf ihr gesehen habe. Das hat mich nur wütend gemacht und enorm unter Druck gesetzt.

Ich hatte viele Panikattacken, Heulkrämpfe, ich hab mich sogar mal übergeben.
Und es war nichts, gar nichts, ich hatte nur so schreckliche Angst um uns.
Durch viel mentales Training, mir immer wieder zu sagen, was denn alles super läuft bei uns, was wir schon alles geschafft haben, kam ich wieder aufs Pferd.
Und v.a. die Angst anzunehmen, sie nicht weg schieben wollen, sondern umzuwandeln in etwas Gutes.
Leider ist Gladdis etwas, wie soll ich sagen, wankelmütig in ihrem Verhalten.
Da bin ich gerade am heraus finden, woran es denn liegt.

Aber so wie du schreibst, ist deine Stute, seit sie keine gesundheitlichen Probleme hat, wieder zuverlässig?

Und wie zuvor schon erwähnt wurde, du hast durch die Bodenarbeit eine enormes Vertrauensverhältnis zu deiner Stute.
Geht sie überall mit dir hin? Vertraut sie dir völlig?
Das ist eine sehr gute Basis, sie wird dir helfen, dass du Vertrauen in sie bekommst.
Und lass dich von jemand unterstützen, den du vertraust. Allein ist es so unheimlich schwer. Man kann es zwar schaffen, aber jeder Rückschlag ist so niederschmetternd, mit Hilfe ist es leichter zu ertragen.

LG
nicht verzweifeln!
LG von den Rothaarigen
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Re: Angst das eigene Pferd zu reiten

Beitragvon -Tanja- » Fr 13. Jul 2012, 11:40

Gladdis hat geschrieben:Mir tut es auch gut, andere Pferde zu reiten. Um wieder ein Gespür für die Bewegung zu bekommen, ohne total verkampft oben zu sitzen.
War bei mir ähnlich. Ich hab sogar extra deshalb einen Springkurs im HuLG Marbach belegt: eine Woche lang viel Galopp und Springen und das auch noch auf großen Warmblütern. DAS war komischerweise kein Problem. Ich hatte nur Angst auf meinem kleinen Pony. Ergo wußte ich ziemlich schnell, daß es nur an mir und meinem Kopf lag. :shifty:
Reiten ist nicht weiter schwierig, solange man nichts davon versteht.
Aus: "Vollendete Reitkunst", Dr. Udo Bürger, 1959

ehem User

Re: Angst das eigene Pferd zu reiten

Beitragvon ehem User » Fr 13. Jul 2012, 20:57

Danke für die vielen Antworten. Ich versuche mal mich durch zu arbeiten.
Equester hat geschrieben:Kann es sein, dass Du Dich einfach zu sehr unter Druck setzt? Weil evtl. im Hinterkopf immer rumwabbert, dass man - wenn man schon ein Pferd hat - das auch reiten muss?
Also Druck mache ich mir sicher, in der Form, dass ich zu ungeduldig mit mir selbst bin. Ich will dieses Pferd reiten undzwar sofort. Und es soll bitteschön auch gut klappen. ;) Kann doch nicht sein, dass man sämtliche Pferde des Stalls reiten kann, nur sein eigenes nicht. Und das, wo mein eigenes doch das tollste und liebste von allen ist :herzi:
Gladdis hat geschrieben:Du hast eine Bereiterin? Wie geht es dir dabei, wenn du sie reiten siehst?
Hast du bei ihr Unterricht?
Ja ich habe seit Anfang des Jahres eine Bereiterin, wir sind aber noch nicht so weit, da meine Stute zwischendurch mehrfach lahmte. Wenn sie sie reitet, hilft mir das eigentlich. Denn ich sehe, dass mein Pferd kein Pulverfass ist, was jederzeit explodieren kann. Das bilde ich mir nämlich immer ein, wenn ich drauf sitze. Das sagt sie mir auch immer. Sie mag es halt nicht vorne festgehalten zu werden, das mache ich leider immer reflexartig. Ich bin da nicht wütend drüber, dass ich nicht so weit bin wie die Bereiterin, denn meine Reitkünste sind nicht ansatzweise so gut wie ihre. Ich nehme auch bei ihr "Unterricht", dieser besteht daraus neben mir her zu laufen und mich immer wieder daran zu erinnern mich zu entspannen, atmen und so. Zur Rechten Zeit gibts da auch mal nen Arschtritt. Denn wenn ich immer nur darauf warte, dass ich mal bereit bin, wird das wohl nie was.
Gladdis hat geschrieben:Aber so wie du schreibst, ist deine Stute, seit sie keine gesundheitlichen Probleme hat, wieder zuverlässig?Und wie zuvor schon erwähnt wurde, du hast durch die Bodenarbeit eine enormes Vertrauensverhältnis zu deiner Stute.Geht sie überall mit dir hin? Vertraut sie dir völlig?
Am Boden ist sie grundsätzlich zuverlässig. Wir hatten eine Zeit, zu der wir alles ausdiskutieren mussten, aber die haben wir hinter uns gelassen. Nicht zuletzt wegen der tollen Bereiterin, die auch mal beim Longieren oder bei Bodenarbeit hilft, Seitdem der Rücken behandelt wurde und der neue Sattel da ist, hat sie nicht wieder gebockt. Aber wenn ich drauf sitze, wird sie für mich uneinschätzbar und ich habe schreckliche Angst die Kontrolle zu verlieren.

Im Stall bin ich son kleiner Sonderfall. Sobald ich einen Sattel aufm Pferd habe, heißt es: Oh du willst reiten, super. Und schon hat sich die halbe Manschaft in der Halle versammelt. Sie meinen es nicht böse, das sind ja meine Freunde, aber nervös macht es mich. Und was ich wirklich nicht mehr hören kann: "Nächstes Jahr lachst du da drüber und dann gehen wir zusammen ausreiten." Das haben wir im Jahr davor auch schon gesagt. Und ausreiten will ich eher heute als morgen.
Naja...danke für Zu"lesen"


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