Jungpferd = Atombombe?

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Sunny77
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Re: Jungpferd = Atombombe?

Beitragvon Sunny77 » Do 9. Jan 2014, 14:04

Danke ihr zwei! Ich werde tatsächlich versuchen (heute schon eingeschlossen), einfach eine nette, positive, entspannte Zeit mit ihr zu verbringen. Außer Putzen und ein bisschen führen/in der näheren Umgebung spazieren werde ich in den nächsten Wochen nicht viel machen. Vielleicht weiter clickern (einfache Sachen).
Wenn ich das Gefühl habe, dass sie mehr "angekommen" ist, dann werde ich 2x in der Woche Reitunterricht (Bodenarbeit/Longeren) nehmen, so dass wir nur noch "unter Aufsicht" an den Dingen arbeiten, die nicht so gut sind. Vielleicht kommen wir damit etwas weiter...
Geduld ist im Leben nicht meine Stärke ;)

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Sheitana
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Re: Jungpferd = Atombombe?

Beitragvon Sheitana » Do 9. Jan 2014, 14:08

Ich könnte mir vorstellen, dass du dich derzeit auch zu sehr zurück nimmst. Durch dieses "bloß nicht zuviel machen" könnte es sein, dass du zu passiv wirst. Ich würde daher auch dazu tendieren mehr zu fordern. Nicht im Sinne von Lektionen, aber die Grunderziehung würde ich konsequent einfordern. Dabei geht es vor Allem um deine Haltung dem Pferd gegenüber, deine Einstellung und deine Überzeugungskraft.
Da würde ich dann mit der Trainerin ansetzen und üben.

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Re: Jungpferd = Atombombe?

Beitragvon Stjern » Do 9. Jan 2014, 14:16

Sunny77 hat geschrieben: Geduld ist im Leben nicht meine Stärke ;)
Dann ist Deine Aufgbe gerade klar geworden. Sei geduldig mit Dir und Deinen Erwartungen und Du wirst geduldig sein können mit dem Pferd.


Und, versuch den Gruppen-Stalldruck von aussen loszuwerden. Das ist teuflisch und füttert Deine Ungeduld wie trockenes Holz ein Feuer.

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Re: Jungpferd = Atombombe?

Beitragvon ehem User » Do 9. Jan 2014, 14:27

Das hatte ich schon verstanden, das der Titel provokativ sein soll, im provozieren bin ich selber gut ;-) Um meinen Beitrag dann nochmnal in Deinen Worten zusammenzufassen: Wahrscheinlich fühlt sich Dein Pferd neben Dir wie neben einer Atombombe.
Es ist garkeine Frage, wieviel Du mit dem Pferd machst oder was, sondern wie. Natürlich spielt die Auslastung auch eine Rolle (in diesem Zusammenhang auch die Frage nach KF-Dosierung), aber egal was Du machst wirst Du die Atombombe (wer auch immer von euch beiden das nun ist ;-) ) nur entschärfen, wenn Du ausgeglichen, souverän, mit Ruhe und Gelassenheit agierst und reagierst. Und zwar mit einer echten, aus Dir heraus, nicht mit einer aufgesetzten. DAS ist Deine Herausforderung und Deine Aufgabe, die Dir dieses Pferd stellt und an welcher Du mit einer guten Trainerin arbeiten musst. Alles andere wird sich dann wie von alleine fügen.
Kleines Beispiel: Wenn Dein Pferd mal wieder aufgeregt neben oder unter Dir herumtanzt, lass mal den Strick oder die Zügel durchhängen, lass es um Dich herum oder auf einer Volte gehen (dabei die Richtung desd Pferdes nur durch zupfen, nicht durch ziehen oder Anlehnung beeinflussen) und versuche, nur durch Atmen und eigene innere Entspannung SELBST zur Ruhe zu kommen und das Pferd damit auch zur Ruhe zu bringen. Und wenn es eine Stunde dauert, dann dauert es eine Stunde (dann kannst Du zwischendurch ein paarmal gaaanz entspannt und ruhig die Richtung wechseln ;-) ) Das klingt vllt komisch, würde euch beiden aber sicher weiterhelfen. Für Dich wäre es lehrreich, weil Du eine Erfahrung über Deine eigenen Gefühle machst und diese widergespiegelt bekommst, für Dein Pferd wäre es hilfreich, weil es Dich als ruhenden Pol erleben könnte.

Ansonsten kann ich nur wieder Mark Rashid aus anouks Signatur zitieren: "Wenn Sie die Geduld verlieren, verlieren Sie ihr Pferd. So einfach ist das."

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Re: Jungpferd = Atombombe?

Beitragvon calista » Do 9. Jan 2014, 14:59

Bei Stjern und Piebald unterschreib :-n .... Die beste Methode nützt Dir nichts, der beste Trainer nützt Dir nichts wenn Du Souveränität nicht lebst. Außerdem müssen die übrigen Parameter wie Auslauf und Futter usw. natürlich passen, das Pferd muss ankommen dürfen und dann auch in Dir seine Stütze finden.
Zuletzt geändert von calista am Do 9. Jan 2014, 15:04, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Jungpferd = Atombombe?

Beitragvon Sunny77 » Do 9. Jan 2014, 15:00

Stjern hat geschrieben:
Sunny77 hat geschrieben: Geduld ist im Leben nicht meine Stärke ;)
Dann ist Deine Aufgbe gerade klar geworden. Sei geduldig mit Dir und Deinen Erwartungen und Du wirst geduldig sein können mit dem Pferd.
Piebald hat geschrieben:Wahrscheinlich fühlt sich Dein Pferd neben Dir wie neben einer Atombombe.
Es ist garkeine Frage, wieviel Du mit dem Pferd machst oder was, sondern wie. Natürlich spielt die Auslastung auch eine Rolle (in diesem Zusammenhang auch die Frage nach KF-Dosierung), aber egal was Du machst wirst Du die Atombombe (wer auch immer von euch beiden das nun ist ;-) ) nur entschärfen, wenn Du ausgeglichen, souverän, mit Ruhe und Gelassenheit agierst und reagierst. Und zwar mit einer echten, aus Dir heraus, nicht mit einer aufgesetzten. DAS ist Deine Herausforderung und Deine Aufgabe, die Dir dieses Pferd stellt und an welcher Du mit einer guten Trainerin arbeiten musst. Alles andere wird sich dann wie von alleine fügen.
*ohgott* ich hoffe SEHR, dass Enia sich neben mir nicht genauso fühlt wie ich mich neben ihr. ;)
Mir ist schon klar, dass Enia mich vermutlich spiegelt - vielleicht sollte ich neben dem Pony einen Yoga oder Meditationskurs machen oder so...
Piebald hat geschrieben:Kleines Beispiel: Wenn Dein Pferd mal wieder aufgeregt neben oder unter Dir herumtanzt, lass mal den Strick oder die Zügel durchhängen, lass es um Dich herum oder auf einer Volte gehen (dabei die Richtung desd Pferdes nur durch zupfen, nicht durch ziehen oder Anlehnung beeinflussen) und versuche, nur durch Atmen und eigene innere Entspannung SELBST zur Ruhe zu kommen und das Pferd damit auch zur Ruhe zu bringen. Und wenn es eine Stunde dauert, dann dauert es eine Stunde (dann kannst Du zwischendurch ein paarmal gaaanz entspannt und ruhig die Richtung wechseln ;-) ) Das klingt vllt komisch, würde euch beiden aber sicher weiterhelfen. Für Dich wäre es lehrreich, weil Du eine Erfahrung über Deine eigenen Gefühle machst und diese widergespiegelt bekommst, für Dein Pferd wäre es hilfreich, weil es Dich als ruhenden Pol erleben könnte.
Ich werde Deinen Vorschlag einfach mal ausprobieren. Ich lese zwar auch immer wieder "Lassen Sie ihr Pferd niemals überholen/herumtanzen - es lernt dann, dass es das kann/darf." aber wenn ich versuche "konsequent" zu sein, werde ich meistens auch grob. Und das WILL ich nicht. Also Plan B - zappeln ignorieren/ruhig bleiben und zappeln lassen und zwischendurch einfach mal entspannt die Richtung wechseln, um ihre Aufmerksamkeit zurück zu bekommen. Ist gespeichert.

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Re: Jungpferd = Atombombe?

Beitragvon Sheitana » Do 9. Jan 2014, 15:09

Sunny77 hat geschrieben:Ich werde Deinen Vorschlag einfach mal ausprobieren. Ich lese zwar auch immer wieder "Lassen Sie ihr Pferd niemals überholen/herumtanzen - es lernt dann, dass es das kann/darf." aber wenn ich versuche "konsequent" zu sein, werde ich meistens auch grob. Und das WILL ich nicht. Also Plan B - zappeln ignorieren/ruhig bleiben und zappeln lassen und zwischendurch einfach mal entspannt die Richtung wechseln, um ihre Aufmerksamkeit zurück zu bekommen. Ist gespeichert.
Das ist vermutlich das Schwerste überhaupt, was wir alle zu lernen haben: Unemotional und ruhig zu bleiben, dabei entspannt und gelassen zu wirken, während neben uns das Pferd die Welle macht. Besonders bei den Eigenen nicht einfach, aber ihr schafft das sicher :gut:

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Re: Jungpferd = Atombombe?

Beitragvon ehem User » Do 9. Jan 2014, 15:31

Hier schließ ich mich mal an..... da kann ich noch was lernen! :kumbaya:
Ich hab einen 10 jährigen SEHR DOMINANTEN Wallach, der - wenn man ihm Grenzen setzen WILL, noch eins drauf legt und so groß wie ein Elefant wird.
Da gehen wir auch mal 100 meter Rückwerts bis es ihm zu doof wird *seufz*
Ich wollte eig. immer ein ruhiges zartes Stütchen... damit wär ich ja zu recht gekommen, das wär ja zu leicht !?
was hab ich mir ausgesucht... das komplette Gegenteil das mich oft an meine Grenzen stoßen lässt, und die sind teilw. schnell erreicht! :flag:
freu mich schon auf weitere berichte :)

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Re: Jungpferd = Atombombe?

Beitragvon tara » Do 9. Jan 2014, 15:52

klingt ja nicht gerade nach Traumpferd. *tröst* das wird schon.

meine spontane Idee, als ich deinen Satz gelesen habe:
Die einzige Situation, in der sie dieses Verhalten NICHT zeigt ist bei spaziergängen. Da ist sie nett, bleibt neben/hinter mir (aber ohne zu drängeln) und auch ruhig stehen, wenn wir uns was anschauen wollen.
im Prinzip fühlt sie sich bei dir sicher. Das restliche Umfeld macht ihr Stress. Wie groß war die Herde, aus der sie kommt? Wie viel Platz hatten sie? und wie groß ist die Herde, in der sie jetzt ist? Mit wieviel Platz?Vielleicht ist sie damit total überfordert.
Liebe Grüße
tara



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Re: Jungpferd = Atombombe?

Beitragvon ehem User » Do 9. Jan 2014, 17:19

Sunny77 hat geschrieben:Ich werde Deinen Vorschlag einfach mal ausprobieren. Ich lese zwar auch immer wieder "Lassen Sie ihr Pferd niemals überholen/herumtanzen - es lernt dann, dass es das kann/darf." aber wenn ich versuche "konsequent" zu sein, werde ich meistens auch grob. Und das WILL ich nicht. Also Plan B - zappeln ignorieren/ruhig bleiben und zappeln lassen und zwischendurch einfach mal entspannt die Richtung wechseln, um ihre Aufmerksamkeit zurück zu bekommen. Ist gespeichert.
Da gibt es einen großen Unterschied, zwischen "sich überholen lassen" und "herumtanzen lassen" und dem was ich meine: Nämlich das, was DU dabei machst. Zum "sich vom Pferd dominierenlassen" gehören nämlich zwei. Die Idee mit dem Yoga finde ich nicht schlecht ;-) das geht in die richtige Richtung. Allerdings, wenn das Pferd dich umrempelt, anrempelt, in seiner Unruhe Deinen persönlichen Respekabstand nicht einhält, dann musst Du aktiv werden und den Abstand sofort und energisch einfordern, was manchen Menschen in Deiner Situation dann leider schon nicht mehr gelingt, und dann taugt die ganze Übung nichts, weil Du dann ja nicht ruhig bleiben kannst sondern agieren musst um nicht verletzt zu werden. Aber dann ist das Kind schon ziemlich tief in den Brunnen gefallen, so weit ist es bei Dir hoffentlich noch nicht.

Und achte auch darauf: wenn Dein Pferd Dir etwas anbietet, wenn es etwas tun möchte, was es gelernt hat, was Du loben kannst, dann frage das zwischendurch einfach mal schnell ab, Belohnung und dann wieder Ruhe einkehren lassen.
Diese ruhigen Momente sind mMn ganz wichtig, damit das Pferd lernt, aus der Ruhe heraus zu agieren bzw. auf Deine Signale hin zu reagieren und nicht einfach immer irgendetwas zu tun. Jede Abfrage von Dir sollte mMn einen klaren Anfang haben und ein klares Ende. Also z.B. rückwärts Richten: Ruhe-->Deine Hilfe-->Rückwärts gehen--> ggf. anhaltendes Lob, also Lob, welches das Pferd darin bestärkt, dass es das Richtige tut und weitermachen soll --> Hilfe zum Anhalten oder ggf. abschließendes Lob --> Pferd bleibt stehen --> Ruhe


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