zeitgesteuerte Heuraufe

Anleitungen und Ideen wie man Dinge für Pferd/Hof/Reiter selbst machen kann

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Jochen
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Re: zeitgesteuerte Heuraufe

Beitragvon Jochen » Mi 17. Feb 2016, 22:44

Hoppla, richtig was los hier...

Guter Link, SunnyShadow!

Hab mal etwas im Internet gestöbert. Was es nicht alles gibt! und tatsächlich sogar 12-Volt-Schaltuhren, für knapp 8 € bis über 30 €. Das erleichtert die Sache natürlich ganz schön, wenn die Dinger korrekt funktionieren. Sind so komische digitale Apparate. (Sorry, ich bin noch aus dem vorigen Jahrtausend.)

Allerdings scheinen wohl alle diese Schaltuhren den Strom mindestens 1 Minute lang eingeschaltet zu lassen, obwohl bei diesen "pe"-Magneten (Permanent-Elektromagnete) ein kurzer Impuls genügen würde, um die Magnetwirkung aufzuheben, und schon läßt er los.

Ich hätte Bedenken, daß die Wicklungen bei lange Strom drauf zu heiß werden könnten. Davon wird nämlich irgendwann die Isolierung spröde, und zwei Wicklungen schließen sich kurz. Daraufhin wird das Ganze noch heißer, noch mehr Wicklungen schließen sich kurz, und irgendwann brennt das Heu...

Daher hier mal eine erweiterte Aufbau-Skizze, mit Sicherung, und mit einem Kontaktgeber als Ausschalter, der den Stromkreis unterbricht, wenn die Bodenplatte von den Magneten freigegeben wird, weil sie daraufhin den Druckknopf nicht mehr runtergedrückt hält. Dazu muß der Kontaktgeber in der richtigen Höhe montiert werden, und zwar auf dem Unterbau, auf den auch die beiden Magnete geschraubt werden (ein Brett oder so).

Ich hoffe, die Skizze ist einigermaßen verständlich. Die beiden weißen Pfeile zeigen jeweils die Bewegungsrichtung, wenn die Schaltuhr einschaltet.

Bild

(Zum Vergrößern aufs Bild clicken.)

Unter der Skizze zwei Sicherungsmodelle. Links einfach eine Sicherung und zwei aufsteckbare Kabelschuhe, der linke isoliert, der rechte "nackt", zum Zeigen. Rechts zwei Sicherungshalter, der untere offen mit einer Sicherung zwischen den beiden Teilen. Kriegt man alles in der Autoabteilung in gutsortierten Supermärkten, sonst im Autoshop.

Es gibt zwei Sorten Kontaktgeber. Diejenigen, die bei Auto und Kühlschrank die Innenbeleuchtung ausschalten, wenn sie durch die sich schließende Tür Druck bekommen die gehören zur falschen Sorte. Gebraucht wird ein Kontaktgeber, der bei Druck Strom fließen läßt.

Der Magnet ist für 28 Watt angegeben, bei zwei Stück sind das 56 Watt, dividiert durch 12 Volt macht weniger als 5 Ampère. Mit einer handelsüblichen 7,5-Ampère-Sicherung dürfte man wohl in trockenen Tüchern sein.

Diese Schaltuhr https://www.conrad.de/de/zeitschaltuhr- ... ggest=true ist für maximal 8 Ampère angegeben, das müßte also passen wenn nicht, einfach mit 10 A absichern.

Schaltuhr und Sicherung sollten leicht zugänglich bleiben vielleicht in einer Plastikdose, pferdesicher verstaut. Die Öffnungen für die Elektrodrähte alle nach unten orientieren.

Nachtrag: Bei nassem Heu ein Stück Plastikfolie über alles legen (vor allem über den Kontaktgeber) und unter dem Unterbau festklemmen. (Na gut, SunnyShadow war schneller.)
Der Magnet ist im pdf "Technische Daten" als "sealed" angegeben, müßte also wasserdicht sein. Es kann aber nichts schaden, wenn auch über den beiden Magneten Plastikfolie liegt (halten tun die trotzdem), und ein Brett braucht ja auch nicht dauernd naß zu werden. Aber gelegentlich lüften, damit das Holz nicht fault.

Zur Frage der Magnetkraft: Die ist bei diesem Magneten mit 300 N angegeben (1 Kilogramm entspricht 9,8 Newton), also gut 30,6 kg. Da müßte auch ein einziger Magnet reichen.

(Läßt sich ja leicht feststellen: Ein Stück Brett hochkant auf die leere Bodenplatte stellen und mit einer Personen- oder Heuwaage runterdrücken. Zum abgelesenen Wert das Eigengewicht von Brett und Waage hinzufügen: falls das weniger als 30 kg ergibt (besser: weniger als 25 kg), ist alles Ok.)

Das Problem dürfte eher ein Verkanten der Bodenplatte sein, daher in jedem Fall doch lieber zwei Magnete (die halten dann 60 kg).

Preislich sind wir jetzt bei 120 bis 150 € reine Materialkosten (das sind satte 100 € mehr als ein 10-Liter-Shishi-odoshi...) unter der Bedingung, daß nicht auch noch eine 12-Volt-Batterie hinzukommt, wenn man nämlich den Strom aus dem Zigarrenanzünder eines in der Nähe geparkten Autos beziehen kann (und nach jeder Fahrt die Schaltuhr neu programmieren muß bei längerer Abwesenheit Pufferbatterie herausnehmen!). Und zwar wirklich in der Nähe geparkt, denn bei Gleichstromleitungen treten enorme Verluste auf!

(Ich habe auch mal im Internet nach mechanischen Weckern gesucht, und tatsächlich einen neu für 14 € gefunden echt mit Quarz-Uhrwerk und Batteriebetrieb...)

So, und auch von mir: Viel Spaß!
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Re: zeitgesteuerte Heuraufe

Beitragvon Zissa » Do 18. Feb 2016, 00:07

Uftz, ich wollte gerade fragen, ob es Sinn macht einen Expander an einer Seite auszuhängen, ans andere Ende eine Kofferwaage zu hängen, den Expander so weit zu strecken, als wäre er auf Bodenniveau und dann kg Zugkraft abzulesen, mal vier zu nehemen (vier Ecken) und die Kilo Heu dagegenzurechnen um auf die benötigten Newton Haltekraft der Magnete zu kommen. Vorausgesetzt ich kann die Hebelkraft minimieren, also fast vernachlässigen. Plus wiederum abzurechnend Plastik-Isolierung der Magnete, plus Pulverbeschichtung Lochblech.

Die Frage erübrigt sich glaube ich gerade. Danke Jochen für Deine Ideen. Die Magnete sind zu teuer um sie durchbrennen zu lassen. Ich muss morgen noch mal in Ruhe mit dem nötigen Gehirnschmalz lesen, habe gerade nur pi mal Daumen verinnerlicht.

Wenn die Magnete zu stark aus fallen, die ganze Kiste ist ja aus Metall, was könnte da mit z.B. den metallernen Brustschnallen einer Pferdedecke passieren, während das Pferd zum nachschauen, ob das Heu schon da ist, an der Box steht? Ich komme nur auf die Idee, weil Ponymann phasenweise die Reinkarnation von Houdini zu sein scheint. Ich sehe ihn gerade rückwärts aus seiner Decke krabbeln, weil die Brustschnallen von den Magneten, oder vielmehr der Kiste, festgehalten werden. Also er schafft das auch ohne Magneten. Blühende Phantasie wahrscheinlich, oder?
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Re: zeitgesteuerte Heuraufe

Beitragvon Scheckenfan » Do 18. Feb 2016, 13:59

Ich kann doch noch was beisteuern... in dem Offenstall wo das Pony einer Freundin steht gibt es Raufen, die mit Klappen zugemacht sind und morgens automatisch aufgeklappt werden. Das wäre doch auch ne Lösung, oder? Also, dass man einfach den Klappe auf die Heuraufe macht?
Ich frag sie bei Gelegenheit mal, wie das mit den Klappen genau funktioniert (und warum die Isis die Klappe nicht einfach selbst aufmachen :whistle: )
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Re: zeitgesteuerte Heuraufe

Beitragvon Zissa » Do 18. Feb 2016, 22:36

Ja, bitte frag mal!
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Re: zeitgesteuerte Heuraufe

Beitragvon Muriel » Do 18. Feb 2016, 23:03

http://pferde-freunde.com/zeitgesteuert ... ber-bauen/

guck mal, vielleicht ist das noch eine Idee.
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Re: zeitgesteuerte Heuraufe

Beitragvon Zissa » Sa 20. Feb 2016, 22:41

Danke Muriel, auch eine schicke Lösung.

Ich habe ein neues Problem: es klang bei der SB durch, dass es nicht erwünscht ist, das ich im Stall mit Strom hantiere. Auch nicht mit einer Autobatterie. Wieder mal seuftz.
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