Erfahrungsaustausch Longieren mit Shetty

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Cashew
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Erfahrungsaustausch Longieren mit Shetty

Beitragvon Cashew » Do 16. Mai 2019, 21:03

Hat jemand Interesse an einem Erfahrungsaustausch zum Longieren von Shetty's oder anderen kleinen Ponies? Ich finde das irgendwie ganz anders als das Longieren von Großen, die Perspektive ist anders, das Tempo,...

Würde mich jedenfalls über Austausch freuen :-)
Viele Grüße,
Sarah und Co


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Re: Erfahrungsaustausch Longieren mit Shetty

Beitragvon Reitmaus » Do 16. Mai 2019, 23:26

Ich arbeite seit einiger Zeit auch mit 2 Minishettys (eins davon halbseitig blind). Als wir begonnen haben, waren beide vollkommen roh.

Ob das nun soviel anders ist...? War mir bisher nicht bewusst. Die Unterschiede liegen evtl eher im individuellen Charakter/Temperament, als in der Rasse/Grösse, denke ich. Oder vielleicht ist es auch rassetypisch, dass kleine Ponys die Neigung haben, in enormen Nähmaschinen-Stakkato loszutrippeln. Auch auf Videos sehe ich oft, dass kleine Ponys im Dauer-Trab mit sehr wenig Raumgriff gearbeitet werden. Finde ich irgendwie nicht gut. Ich habe viel Zeit und Geduld darauf verwendet, ihnen einen taktmässigen ruhigen Schritt beizubringen.

Der nächste Lernschritt bei den kleinen Hektikern war, anzuhalten ohne rumzuquirlen. Bis sie bei "halt" echt STILL stehen konnten, hat es auch gedauert. Ich hab das auch nicht ausschliesslich an der Longe erarbeitet (irgendwie haben die weder an der Longe noch beim Führtraining begriffen, dass der Hintern beim anhalten nicht auswärts schwenkt, - teils bis 180 Grad rum und wieder zurück und wieder auswärts... Und ich hab leider keine Dualgassen oder sonstwas zur Begrenzung, da ich die Beiden nur als Pflegis hab und nicht auf unseren Hof stehen hab), sondern ich hab dann Langzügel/Fahren vom Boden aus dazu genommen, wobei ich sie aus der Position hinter dem Pony mit tief gehaltenen Zügeln seitlich einrahmen konnte. Damit haben sie verstanden, was bei "halt" gefordert wird.

Na ja, und ansonsten ist alles dasselbe wie bei grösseren Pferden auch. Nur dass die Kleinen (zumindest die, mit denen ich arbeite) oft übereifrig sind und man immer wieder Ruhe, Ruhe, Ruhe reinbringen muss. Erst wenn das klappt, wird weiter auf- und ausgebaut, Übergänge, Tempowechsel, usw usw...

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Re: Erfahrungsaustausch Longieren mit Shetty

Beitragvon Cashew » Fr 17. Mai 2019, 13:58

Lustig, ich finde es wirklich sehr anders. Ich habe bisher mit zwei Großpferden gearbeitet, die von ihrer Art beide auch sehr unterschiedlich waren. Aber das Schauen mit "anderem Blickwinkel" finde ich schon echt gewöhnungsbedürftig. Ich bin es auch gewöhnt, über meine eigene Bewegung und Energie zu arbeiten, und da muss ich mich ganz neu einpolen.

Das Krümelchen ist vermutlich irgendwann eingefahren worden, wahrscheinlich mit eher harten Bandagen :( Als wir ihn übernommen haben, hatte er panische Angst vor Gerte, Peitsche und allem was danach aussieht. Die Vorbesitzer hatten ihn als Beistellpferd und wussten aber auch nichts Genaues über seine "Ausbildung". Inzwischen kann ich ganz normal Handarbeit mit Gerte mit ihm machen, und auch die Longierpeitsche ist ok, wenn auch noch nicht ganz so angenommen wie die Gerte.

Stehen kann Krümel sehr gut (wenn er möchte ;) Er zieht schon seit einigen Jahren unseren Sandplatz ab, und das war das erste, was er gelernt hat. :lol:

Der Schritt gefällt mir schon ganz gut. Der Trab ist aber nicht sehr schön, sehr kurz und schnell, genau wie du es beschreibst. Er tritt deutlich hinter seiner Vorderspur, was im Schritt nicht so ist. Den Trab durchgreifender und vor allem lockerer zu bekommen ist im Moment dann auch mein Hauptaugenmerk. Für seinen Spaß springt er auch ein bisschen an der Longe, denn er ist ein richtiges kleines Jagdpony und flitzt nur so über Hindernisse.
Viele Grüße,
Sarah und Co


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Re: Erfahrungsaustausch Longieren mit Shetty

Beitragvon Reitmaus » Fr 17. Mai 2019, 19:45

Über Körpersprache/Energie arbeite ich auch (ausser bei dem einen auf der blinden Seite). Dazu hab ich allerdings nichts verändern müssen. Die Minis reagieren da genauso drauf wie andere Pferde. Die Bereitschaft der Tiere, auf Körpersprache zu reagieren, ist meiner Erfahrung nach allerdings unterschiedlich. Und eben individuell, und nicht rasseabhängig. Manche reagieren sensibel, Andere wiederum dickfelliger. Eine Anweisung verstehen heisst nicht in jedem Fall, dass Mensch/Tier auch gewillt ist, dem Folge zu leisten. Ausserdem hängt es auch von den Vorerfahrungen ab, - wenn ein Tier in seinem bisherigen Leben erfahren hat, dass der Mensch widersprüchliche Anweisungen gibt, hat es gelernt, dessen Kauderwelsch zu ignorieren und bestenfalls bestimmte verbale Kommandos oder mechanische Anweisungen herauszufiltern, um zu enträtseln was verlangt wird. Manchmal hängt es auch von der Tagesform ab - von Tier UND Mensch - wie es mit der Körperenergie klappt. Ist ja in der Herde genauso : wenn ein Pferd dem Anderen sagt "geh mir aus dem Weg", dann heisst das nicht in jedem Fall, dass der Andere das auch tut.

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Re: Erfahrungsaustausch Longieren mit Shetty

Beitragvon Cashew » Fr 17. Mai 2019, 21:57

Nein, so meine ich das auch gar nicht. Da habe ich mich vielleicht falsch ausgedrückt. Mir geht es da, insbesondere bei der Arbeit an der Longe, viel mehr um ein rhythmisches Miteinander. Mir ist oft aufgefallen, dass ich den Rhythmus meiner Pferde beeinflussen kann. Viele Pferde passen sich ja auch zB Musik einer Kür an. Die Art und Weise, wie ich gehe, beeinflusst den Vierbeiner. Klar, die reine "Energie" oder der Ausdruck (ruhig, stolz, erhaben,...) bleiben gleich, aber vom Gangrhythmus, Bewegungsmuster usw. ist das (für mich) komplett anders.
Viele Grüße,
Sarah und Co


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