Baucher Gebiss

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tara
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Re: Baucher Gebiss

Beitragvon tara » Do 12. Sep 2019, 14:42

Avalon hat geschrieben:
Do 12. Sep 2019, 11:02
hatte ich bezüglich Stange auch einige Bedenken aber die waren völlig unnötig im Nachhinein.
Stange ist nicht gleich Stange. Man muß da unterscheiden, ob mit oder ohne Anzüge.
Liebe Grüße
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Re: Baucher Gebiss

Beitragvon Heidemi » Do 12. Sep 2019, 14:43

Ja, kann man mit reiten, ja muss jeder selbst rausfinden.
Doppelt gebrochen wirkt voll auf die Zunge und ist daher nicht weich.
Aber in der physikalischen Welt in der ich lebe wird sich eine Stange, die ich an einer Seite bewege immer als ganzes bewegen/ verschieben. Da es eine Stange aus Metall ist, kann ich nicht einen Teil bewegen, ohne den anderen auch zu bewegen. Wenn sie aus Zuckerwatte wäre ginge das. Aber so bewegt sich das ganze Teil. Das ist kein Gerücht, sondern Physik.
Ich habe ja nix gegen Stangen, aber wenn ich meinen Kulli vor mir verschiebe, dann bewegt der sich immer komplett. Das ist die Aussage, kann ja sein, dass das bei euch irgendwie anders ist. ;)

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Re: Baucher Gebiss

Beitragvon A.Z. » Do 12. Sep 2019, 14:53

So ein Gebiss liegt ja aber nicht lose auf dem Tisch. Für einen Eindruck von der Einwirkung muss ich ihn schon in die Hand nehmen. Und wenn ich dann eine Seite zu mir ziehe (annehme) dann beweg sich genau diese Seite zu meinem gedachten Mundwinkel und die andere Seite bewegt sich von ihrem Mundwinkel weg.
Ja, das ist beides eine Einwirkung. Aber ich denke mir, es kann für das Pferd durchaus sehr logisch sein so.
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Re: Baucher Gebiss

Beitragvon Heidemi » Do 12. Sep 2019, 15:09

ganz ehrlich: Ich glaube nicht, dass ein Pferd mit Logik arbeitet. Aber wurscht.

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Re: Baucher Gebiss

Beitragvon A.Z. » Do 12. Sep 2019, 15:24

Wollen wir uns jetzt wirklich an Begriffen hochziehen? Ersetze logisch mit einem Begriff, der dir im Sinne des Pferdes passend erscheint bitte.
Viele Grüße Angela

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Re: Baucher Gebiss

Beitragvon Schnucke » Do 12. Sep 2019, 15:29

Heidemi hat geschrieben:
Do 12. Sep 2019, 15:09
ganz ehrlich: Ich glaube nicht, dass ein Pferd mit Logik arbeitet. Aber wurscht.
Seh ich auch so. Und WENN und dann eine Seite zurück die andere vor geht könnte das Pferd auch draus schließen Maul auf weil Druck auf Kiefer nach vorn und nach hinten, oder den Unterkiefer verkanten/ verschieben, alles Dinge die ich als Reiter eigentlich NICHT möchte :nix: .
Also ich geh da nach dem was schon die alten Meister zu Stangengebissen anmerkten, die 3:1 Führung auf Kandare hat auch dort ihren Ursprung.
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Re: Baucher Gebiss

Beitragvon tara » Do 12. Sep 2019, 15:34

Schnucke hat geschrieben:
Do 12. Sep 2019, 15:29
Also ich geh da nach dem was schon die alten Meister zu Stangengebissen anmerkten, die 3:1 Führung auf Kandare hat auch dort ihren Ursprung.
ich wiederhole mich ungern, aber Stange ist nicht gleich Stange. Und die 3/1 Führung bezieht sich auf Stange mit Anzügen plus einem zweiten Gebiß. Also ein völlig anderes System.

Und letztlich ist es doch Wurscht, was alle Theoretiker und Physiker der Welt dazu sagen. Das Einzige was zählt, ist die Meinung meines Pferdes.
Liebe Grüße
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Re: Baucher Gebiss

Beitragvon Kora » Do 12. Sep 2019, 15:46

Oh,zu diesem Thema kann ich auch Erfahrungswerte beisteuern!
Mein Trabersenior ist ,was Gebisse angeht, auch schnell unzufrieden,unruhig im Maul,eine ruhige Kontaktaufnahme ohne genervte Kauaktionen seinerseits schon immer unser Thema... Ich bin ihn jahrelang mit einer einfach gebrochenen Wassertrense geritten, Olivenkopfgebiss/D-Ring wurden übrigens bei jeder stellenden Zügelhilfe (einseitig kurzzeitig angehobener Vibrierzügel in den Maulwinkel) sofort mit Ohren-und Genickschütteln quittiert.
Ich glaube daher,dass diese Gebisse durch den nicht drehenden Gebissring beim Zügelannehmen nach oben einen ganz winzigen hebelartigen Drehmoment auf die Backenstücke und somit auf das Genick haben. Für mein physikalisches Verständnis müsste dieser geringe Hebel doch auch bei einem Bauchergebiss wirken,zumindest drehen sich doch die kleinen Bäume samt Backenstücken etwas nach vorn,wenn man die Zügel anhebt? Aus diesen Überlegungen und Vorerfahrungen mit dem Olivenkopfgebiss habe ich selbst dann allerdings auch kein Bauchergebiss probiert,da ich es nicht ausleihen konnte.
Aber ich reite jetzt seit fast einem Jahr mit einer relativ schweren Stange ohne Anzüge mit Wassertrensenringen und Herr Traber ist damit ausnehmend zufrieden. Ich habe auch hin-und herüberlegt,wie einseitige Zügelhilfen wohl ankommen, fürs Pferd waren diese theoretischen Überlegungen lustigerweise kein Thema,er hat vom ersten Tag an einfach alle Zügelhilfen genauso verstanden und beantwortet,wie vorher mit der einfach gebrochenen Trense auch,ich habe alle Hilfen genauso gegeben wie vorher auch.Nur die Maulzufriedenheit und Ruhe ist einfach deutlich besser als vorher,ich habe das Gefühl,er geht einfach viel lieber "an das Gebiss heran"(Pferd ist jetzt 24,schade,dass ich das nicht viel früher mal ausprobiert habe...). Ich bin für mich auch zu dem Schluss gekommen,dass zwar keine einseitige Hilfe möglich ist,die Hilfen für das Pferd aber scheinbar eindeutig sind,da die nicht angenommene Seite sich eben vom Maulwinkel wegbewegt (AZ :five: ).

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Re: Baucher Gebiss

Beitragvon Heidemi » Do 12. Sep 2019, 15:59

danke Schucke.
Und klar, macht ein Hebel Hebelwirkung, aber trotzdem ist es eine Stange, die sich immer als massives Gebilde bewegt.

Und in dem System stellst du auch wieder über die Unterlegtrense und führst mit der Stange und der Kette den Unterkiefer des Pferdes.
So ganz wurscht die Physik einfach nicht, denn sie wirkt immer auf uns.
Auch bei der 3/1 Führung, da finde ich es schwierig, die Zügel wirklich gleichmäßig zu führen und nicht ein schiefes Dreieck (jetzt auch noch Mathe! ;) ) zu haben.
Da ich nur selten meinen Säbel ziehen muss beim Reiten und sonst auch, finde ich durchaus 2/2 in Ordnung.

Also Reiten hat schon was mit Logik zu tun (aber eher beim Menschen im Kopf ;) )

@Kora, genau, wenn du die Voraussetzungen kennst, kannst du ja damit arbeiten.

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Re: Baucher Gebiss

Beitragvon Scheckenfan » Do 12. Sep 2019, 16:17

Das Stangengebiss wird nach meiner Beobachtung auf der anderen Seite nicht nach vorn bewegt. Denke das ist das selbe Phänomen wie das einfach gebrochene Gebiss, das angeblich in den Gaumen piekst - durch den Druck am Zügel bewegt sich das Gebiss nicht 'frei' sondern wird gegen die Zunge gezogen, entsprechend an einer Seite mehr als an der anderen.
Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst in dieser Welt.
- Mahatma Ghandi


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