Diskussion rund um Hufe

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Re: Diskussion rund um Hufe

Beitragvon lungomare » Fr 17. Mai 2019, 13:30

ich komm nun seit 2010 mit meiner Kombi aus NHC und F-Balance ganz gut klar ;) wenn ich da mitreden darf, denn als Huftante bin ich dann ja doch parteiisch :lol:

ich hab aber auch ein paar Hufe in der Kundschaft, die ich auch über Jhre nciht dahin bekomme, wo ich hin will. bei ein paar davon spielt definitiv die Fütterung mit rein (seit jahren zu dick und ziemlich sicher immer ne latente rehe vorhanden, entsprechend verbreiterte weiße Linie, flache Sohlen, gern risse, Plattfüße), bei ein paar Pferden kommt man bis Punkt x (hab da einen, der damals pro huf drei Risse hatte, jetzt noch einen pro Huf, den bekomm ich aber nicht weg. Besi raspelt fleißig zwischendurch, Riss zeigt sich unbeeindruckt), aber nicht weiter. ob da dann vllt eine andere hufbearbeitung den Rest auch in den Griff bekäme? ich kann es nicht sagen.
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Scheckenfan
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Re: Diskussion rund um Hufe

Beitragvon Scheckenfan » Fr 17. Mai 2019, 13:36

Da wir eher zu viel als zu wenig Wachstum haben glaub ich nicht, dass sich da über die Fütterung viel machen lässt. Hab über all die Jahre auch noch keinen Unterschied an den Füßen gemerkt, egal was gefüttert wurde.
Zu dick ist er auch nicht.

Ich hätte ihn an sich gerne steiler stehen, aber er will einfach nicht :nix: obwohl die fesselung was anderes sagt.
Kurze Zehe bringt nix, kurze trachte hat er eh (lange trachten legen sich sofort um), eckstreben machen auch keinen unterschied.
Denke es ist einfach wahnsinnig viel Pferd auf den Hufen (auch wenn die nicht klein sind mit 15x15cm), das auch noch auf weichem Marschboden aufgewachsen ist. :nix:

Ansonsten läuft er super mit den Füßen, also meckern auf hohem Niveau.
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Re: Diskussion rund um Hufe

Beitragvon Pirat » Fr 17. Mai 2019, 16:38

Hallo zusammen,

ich habe da auch mal eine "Philosopie"-Frage:

Wie bearbeitet man einen "schiefen Huf". Bzw. ich lese gerade das hier und habe dazu Fragen:
Cat_85 hat geschrieben:
Mi 20. Mär 2019, 15:28
Lewitzer Flummi hat geschrieben:
Mi 20. Mär 2019, 12:10
Naja, außer dass Jacks Hufe halt auch wieder deutlich schiefer werden und HO meint, dass müsse so sein. :nix:
Wenn das Pferd schief ist, sind auch die Hufe schief. Werden sie aber schief und das Pferd läuft schlechter, stimmt was nicht.

Ich hatte in der Kundschaft Mal eine Friesenstute, die hatte beim ersten Termin recht gerade Hufe, lahmte aber deutlich hinten rechts. Nach drei Bearbeitungen von mir war der rechte Hinterhof total schief und die Stute lief lahmfrei. :nix:
Woher weiß ich, ob das Pony schiefe Hufe haben "möchte"? Sprich, wie schafft man es entgegen "dem Pferd" gerade Hufe zu trimmen und wie erkennt man, dass das Pferd eigentlich etwas anderes braucht.
Und umgekehrt - wie erkenne ich, ob man den Huf nicht doch mal gerade trimmen sollte, damit das Pferd dann den Huf auch wieder gerade belasten kann?

verwirrend...
ich erklär mein Problem mal:

Mein Pony hat relativ unauffällige Hufe. Gute Hornqualität, läuft (fast) alle Böden (O.k. bei grobem, kantigen Schotter ist er nicht mehr ganz glücklich...)
Ist sein Leben lang unbeschlagen.

Bis vor 1,5 Jahren waren die Hufe "gerade", gut ausbalanciert, keine hebelnden Wände, etc. Also nichts extremes. Finden kann man ja immer was, aber das war alles jammern auf hohem Niveau.

Vor 2 Jahren hat die SB "abgefrästen Asphalt" als Befestigung auf die Übergänge "Offenstall-Asphalt-Platte -> Wiese" gekippt. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir (wieder) vermehrt Steine zwischen weißer Linie und Außenwand.
Das ist huftechnisch seine einzige Schwachstelle. Hebelnde Wände (als ich ihn bekommen habe), Wandüberstand verstärken die Problematik, aber auch, seitdem diese Baustellen alle bearbeitet sind, und es zwischendurch auch längere Phasen gibt, wo keine Steine "klemmen", wo die weiße Linie fest an der Außenwand anliegt - ein blöder Wechsel aus nassen und trockenen Tagen, blöde Steine und schwupps klemmt da wieder was.

Vor 1,5 Jahren waren die Hufe also eigentlich gut in Schuss aber durch hohe Feuchtigkeit und diesen Asphaltschredder hatten wir auf einmal massive Probleme mit eingetretenen Steinen. Die Hufe waren von der Wiese aufgeweicht und auf dem Weg von der Wiese auf die Platte drückten sich die kleinen super spitzen, scharfkantigen Asphalt-Steinchen so richtig schön ins Horn hinein.

Letztendlich hatten wir dann HR eine richtig schöne lose Wand (außen) und haben diese dann aus der Last genommen (Außenwand weggeschnitten), da sich immer wieder sofort neue Steine dort festklemmten.

Ziemlich gleichzeitig hatte er dann zusätzlich einen Sehnenschaden am selben Huf (ab August). Ab Oktober war er dann so lahm, dass er aus der Herde raus und für fast 3 Monate auf einem (für normale Verhältnisse immer noch sehr großem) Paddock stand. Der Sommer und Herbst waren sehr nass. Auf dem Paddock waren auch viele kleine Steine. Wir haben uns damals mit Hufschuhen beholfen, damit sich nicht immer wieder etwas zwischen Wand und ws Linie reindrückte.

Durch das Wegschneiden der äußeren Wand HR und/oder die Fehlbelastung durch den Sehnenschaden hat sich der Huf jedenfalls verzogen und wird auch nicht mehr "gerade".

Ich frage mich nun also:
Ich kenne das Pony seit es 6 oder 7 ist. Es hatte immer reativ gerade Hufe. Der Huf hat sich durch die Schwächung der Außenwand und/oder der Fehlbelastung verzogen.
Seitdem ist der Huf verzogen.

Der Hufschmied meint, dass er sich durch den Sehnenschaden vielleicht eine Schonhaltung/Fehlhaltung angewöhnt hat, die den schiefen Huf begünstigt.

Ich denke, dass der Huf hilfte bräuchte beim "wieder gerade werden" - wenn ich mit schief abgelaufenen Schuhen laufe, dann laufe ich die auch immer weiter, immer schiefer ab, weil ich gar nicht mehr anderes darin gehen kann!?!

Er lief ja viele Jahre lang auf geraden Hufen, sprich - das Skelett wird sich ja nicht in genau dem halben Jahr verändert haben...?

Was meint Ihr dazu? Würdet Ihr einen Versuch starten und den Huf mal "gerade trimmen" und dann beobachten, ob das Pony damit laufen kann/will?

Ich verstehe noch nicht, wie man erkennt, was das Pony wirklich will/braucht?!? (Wobei sich da ja anscheinend die Bearbeiter auch nicht wirklich einig sind, oder?!?)

Ich weiß, dass das Foto zu wenig aussagekräftig ist und auch nicht für Bearbeitungsempfehlungen dient. Es dient nur als Veranschauung, was mit "schief" meine...
Ich bin eher an einer Diskussion interessiert, ob man in unserem Fall mal aktiver am Huf manipulieren sollte...
https://www.dropbox.com/s/w20d9i2c2kvv9 ... 7.jpg?dl=0

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Re: Diskussion rund um Hufe

Beitragvon lungomare » Fr 17. Mai 2019, 18:09

ich finde nur ein bild von der trachtenansicht...?
würde anhand dessen vermuten, dass der Huf etwas flacher steht, als vorher und die zehe nach innen länger wird?
WENN dem so ist, würde ich die Zehe innen von unten kürzen und auch innen deutlicher berunden. also quasi "gegenüber" der eingezogenen Trachte. bei dieser Konstellation hinten funktioniert das oft ganz gut... aber alles unter vorbehalt, da ich eben nur ds eine bild finde
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Re: Diskussion rund um Hufe

Beitragvon Cat_85 » Fr 17. Mai 2019, 19:46

Ich gucke mir zwar Pferde auch an, bevor ich sie bearbeite, aber bei der Bearbeitung orientiere ich mich nur am Huf selbst. An den Überständen, Verbiegungen, losem Horn usw. Das bearbeite ich und so formt der Huf sich mit der Zeit so, wie er das braucht. :nix: und entweder wird er dadurch schief oder gerade.
Ja, ich mache mir das Leben einfach. :lol:
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Re: Diskussion rund um Hufe

Beitragvon Topsana » Fr 17. Mai 2019, 20:05

Zu den Eckstreben noch: Ich habe einen Hufpfleger kennen gelernt, der viel Wert auf individuelle Eckstreben-Bearbeitung legt und z.B. auch mal am gleichen Huf, die eine Eckstrebe kürzt (bei der flachen Wand) die andere stehen lässt (bei der steilen Wand).

Bzgl. "die Natur wird sich schon was dabei gedacht haben", ja schon. Aber die Hufwand ist ja auch irgendwann zu lang und muss gekürzt werden (bei den meisten Pferden), weil unsere Pferde sich halt doch nicht alles ablaufen. Und die Eckstreben werden sich halt genauso wenig perfekt ablaufen, wie der Rest vom Huf bei einem Pferd, das nicht in Wildnis lebt. Aber solange die nicht drücken, denke ich, macht es auch nichts, wenn sie nicht auf Sohlenniveau sind.
Ich habe da bei meinem Pferd auch schon experimentiert und ich konnte keinen Unterschied feststellen im Laufverhalten und auch sonst am Huf. Aber mein Pony hat auch ganz hübsche kleine, "schlanke" Eckstreben :mrgreen: . Da legt sich nichts um, wenn die zu lang sind, brechen sie ab.

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Re: Diskussion rund um Hufe

Beitragvon lungomare » Fr 17. Mai 2019, 21:36

topsana, womit hat er das begründet? ich muss nochmal drauf achten - bei halb eng/halb weit bearbeite ich die auch unterschiedlich, würde aber meinen: genau anders rum. nur bin ich jetzt grad so verwirrt... dass ich morgen nchmal gucken muss :lol:
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Re: Diskussion rund um Hufe

Beitragvon Topsana » Sa 18. Mai 2019, 08:11

Ich weiß es nicht mehr. :tuete: Ich muss da nochmal nachfragen.
Aber ich glaube, vielleicht, weil die Eckstrebe, die steile Wand dann nach außen "drückt"? Oder sie zumindest nicht noch steiler werden lässt? :-e

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Re: Diskussion rund um Hufe

Beitragvon Beate1712 » Mo 20. Mai 2019, 08:01

dibadu hat geschrieben:
Do 16. Mai 2019, 19:38
Hast Du die Erfahrung gemacht, dass sich dadurch mehr Sohlengewölbe bildet?
Falls du mich meintest: Ja, ganz genau. Es dauert ein Weilchen und man muss auch konsequent immer zwischendurch nachbearbeiten , aber das ist bei uns das Einzige gewesen, was der Sohle geholfen hat. Leider für mein Risenpferd im märkischen sand nicht genug, weil sich der Tragrannd abschmiergelt wie nix. Da nutzt dann alle halbwegs gute Sohlenwölbung wenig. Sie hat jetzt Duplos, das ist allerdings unseren Extremen geschuldet.
Einige meiner Trainingspferde werden aber auch so bearbeitet und vor allem den Kalten ( Tinker etc.) mit dem meist platschigen Hufen tut das richtig gut.
Zuletzt geändert von Beate1712 am Mo 20. Mai 2019, 08:06, insgesamt 1-mal geändert.
Es ist oft viel schwerer, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben!

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Re: Diskussion rund um Hufe

Beitragvon Beate1712 » Mo 20. Mai 2019, 08:03

Scheckenfan hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 11:53
Ich hab gerade eine zeitlang die eckstreben testweise sehr stark zurückgenommen (bisschen nach F Balance, also bis zum Stresspunkt).
Hat genau gar nix gebracht :nix:

Die Stresspunkte bach F-Balance gelten doch aber für die Trachten und haben mit den Eckstreben nix zu tun...... ?
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