Arthrose Fesselgelenk Barhuf vs Beschlag

Moderator: Sheitana

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Ponylein
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Arthrose Fesselgelenk Barhuf vs Beschlag

Beitrag von Ponylein »

Hallo ihr Lieben,
hier sind ja viele Pferdemenschen mit vielen Erfahrungen unterwegs, ich möchte mich gerne zum Thema Arthrose Pferd - Beschlag oder Barhuf kurz austauschen:
Es geht um mein 17 Jähriges Pferd. Schon bei der AKU (vor 10 Jahren) konnten wir leichte Veränderungen im Sprunggelenk feststellen. Als Freizeitpferd wurde mir damals das ok gegeben, von einer Sportkarriere wurde mir damals abgeraten. Ich habe ihn damals beschlagen gekauft - dann umgestellt auf Barhuf (Gruppenhaltung). Seit 3 Jahren bin ich dann durch einen Stallwechsel zu einem Hufschmied gewechselt- mit der Bearbeitung war ich all die Jahre nur semi zufrieden (Standard Trim für jedes Pferd). Der rechte hintere Huf hat sich seit einem Jahr ziemlich stark in Richtung Bockhuf entwickelt (aus menschlichen Gründen bin ich nicht von der Hufschmiedin weg gewechselt). Vor 10 Tagen zeigte er dann starke Lahmheit an - röntgen und Gelenke abspritzen zeigten die Arthrose im Fesselgelenk. Nach dem Röntgen bin ich dann zu einem Barhuforthopäden gewechselt (pferdeschule.ch). Er hat auch Erfahrungen mit Bockhufen. In unserem Gespräch haben wir das Thema auch angesprochen, er ist der Meinung, das es für das Gelenk und die Dämpfung besser ist, barhuf zu bleiben. Dennoch stehen bei mir im Stall auch Spat Pferde, alle mit Spezialbeschlag.
Nach 10 Tagen Schmerztherapie und Cortison, hat er sich relativ "gut" erholt, die Gelenke sind dennoch leicht gefüllt/geschwollen.
Ich bin jetzt etwas hin und hergerissen und mir fehlen Meinungen/Erfahrungen zum Thema: Barhuf belassen oder Spezialbeschlag zur Entlastung.
Gibt es hier im Forum bereits Erfahrungswerte? In erster Linie macht das Fesselgelenk Probleme, natürlich sind die Sprunggelenke auch nicht ganz in Ordnung und seine Stellungen an den Hinterbeinen sind grundsätzlich nicht optimal. Er neigt zur Durchtrittigkeit - sein linkes hintere Bein war immer schon durchtrittig, allerdings hat er dort keine Veränderung im Röntgen angezeigt, da er diese Stellung schon seit Fohlen an hat.
Er läuft seit ich ihn umgestellt habe barhuf - im Gelände mit Floating Boots. Kleinere Runden gehe ich auch ohne Hufschuhe.
Was wäre optimaler- Barhuf belassen oder das Pferd beschlagen lassen?
Der TA ist der Meinung ich solle ihn wieder normal belasten.
Danke für eure Rückmeldungen und den Austausch
Schöne Grüße
sabine
PS er wird auch übers Futter unterstützt - Teufelskralle und von H..po.Sp.rt ein flüssiger Zusatz mit Glucosamin, Hyaluronsäure, MSM, Collagen. (von einer Bekannten habe ich noch den Tipp bekommen - Borax (?))
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Scheckenfan
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Re: Arthrose Fesselgelenk Barhuf vs Beschlag

Beitrag von Scheckenfan »

Ich würde erstmal schauen, barhuf zu versuchen und zu gucken, ob man da wieder auf ne stabile Schiene kommt.
Wenn nicht, kannst du immer noch beschlagen, aber das verfälscht halt das Ergebnis, weil das Pferd dann weniger fühlt von seinen Füßen.

Grundsätzlich finde ich Eisen bei Arthrose als Behandlung nicht geeignet, da das klirren sicher nicht hilfreich ist. Als Symptombekämpfung kann es dennoch sinnvoll und hilfreich sein.
Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst in dieser Welt.
- Mahatma Ghandi
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Sheitana
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Re: Arthrose Fesselgelenk Barhuf vs Beschlag

Beitrag von Sheitana »

Du schreibst, dass die Hufe sich negativ entwickelt haben... das könnte ein guter Grund sein, dass die Arthrose jetzt "aufblüht". Ich würde vor Allem die Hufsituation kritisch beurteilen und schauen, was sich da verbessern lässt, bevor da Beschlag drauf gepackt wird.
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sacramoso
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Re: Arthrose Fesselgelenk Barhuf vs Beschlag

Beitrag von sacramoso »

Ponylein hat geschrieben: Mo 27. Sep 2021, 22:31 Was wäre optimaler- Barhuf belassen oder das Pferd beschlagen lassen?

Tatsächlich glaube ich daß sich diese Frage nicht so pauschal beantworten läßt. Wenn du Barhuf-Fan bist, die Hufe das von der Substanz her hergeben und ein guter Fachmann am Werk ist, dann kann das funktionieren. Wenn es weiter fehlt wird es barhuf schwierig. Generell ist es so, daß sich über einen orthopädischen Beschlag mehr ausgleichen läßt und ein deutlich größerer Spielraum für Korrekturen vorhanden ist als über Barhufbearbeitung.
Auf jeden Fall sollten der Hufbearbeiter/Schmied sehr eng mit dem Tierarzt zusammenarbeiten und das über einen längeren Zeitraum.

Zu den Erfahrungswerten:
Zugegebener Maßen, ich habe einen Schmied der seit gefühlt 100 Jahren orthopädische und Spezial- Beschläge macht und über entsprechend große Erfahrung verfügt. Jedenfall hatte mein Senior arthrosebedingte HG-Probleme was zu chronischer HG-Entzündung geführt hat. Behandlung durch den TA sowie ein orthopädischer Beschlag haben das Problem gelöst und er hatte dannach auch nie wieder eine HG-Entzündung. Das Ganze ist jetzt über 10 Jahre her und funktioniert bis heute (mittlerweile ist er Rentner und 28 Jahre alt)
Zur Unterstützung habe ich über all die Jahre sehr gute Erfahrung mit TRM Stride und TRM Stride MP gemacht.

Wie immer ist der schwierige Teil den geeigneten und kompetenten Fachmann ausfindig zu machen. Ich kenne einige Pferde in meinem direkten Umfeld die nur deshalb noch laufen weil sie den passenden Spezialbeschlag tragen. (und einen der vom TA zum Einschläfern empfohlen wurde, nach Wechsel zu "meinem Schmied" wurde er wieder fit und ist noch viele Jahre gelaufen)

Also Quintessenz meiner Erfahrungen: Arthrose ist kein Weltuntergang, durch die richtige Unterstützung, und das Spektrum reicht von Hufbearbeitung, über Spezialbeschlag, medizinische Behandlung bis zur Athroskopie können die Pferde noch ziemlich lange schmerzfrei und gesund laufen.
Als Gott erfuhr daß Reiten nur für die Besten ist erschuf er noch Fußball :dance1:
Ponylein
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Re: Arthrose Fesselgelenk Barhuf vs Beschlag

Beitrag von Ponylein »

ich melde mich mal zurück: Nach Rücksprache mit meinem TA würde er mir Eiereisen empfehlen, einen Hufschmied dazu hat er mir auch empfohlen. Nach reichlicher Recherche nochmals zum Thema Barhufbearbeitung bei Spat Pferden, konnte ich allerdings nicht wirklich viel finden. Falls hier Hauptberufliche Barhufbearbeiter mitlesen, möchte ich nochmals kurz anfragen, ob es hier Erfahrungen dazu gibt?
@sacramoso: TRM Stride werde ich ausprobieren, das H...osp..t geht nur mit Maulspritze
Ich habe mich entschieden, das ich ihn aktuell (nach Stehzeit während der Behandlung) wieder anfange normal zu belasten, diesen Monat noch Barhuf. Ende des Monats kommt nochmal der Huforthopäde, mit ihm bespreche ich auch nochmals das Thema Bearbeitung. Danach werde ich auf den Winter, als Vergleichsvariante, das Pferd beschlagen lassen. Dann werde ich sehen, wie er mit den Eisen, der Arthrose und den Böden klar kommt. LG aus dem recht herbstlichen Österreich!
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