Bautagebuch oder "Wie Frau sich einen Offenstall bau(t)en lässt"

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charmel
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Re: Bautagebuch oder "Wie Frau sich einen Offenstall bau(t)en lässt"

Beitragvon charmel » Mo 8. Jan 2018, 08:31

Sandpaddock

Den Sandpaddock haben wir im Oktober 2015 gebaut und sind damit bis jetzt recht zufrieden.
Der Aufbau erfolgte auf der Mutterboden mit einem Vlies (GRK5) als Trennschicht und 20 – 30 cm Sand als Tretschicht.
Der Sand hat sich natürlich verdichtet und ist von den erhöhten Punkten etwas abgewandert.

Hier ein Foto aus dem Sommer 2016 bei Trockenheit und Restfeuchte im Sand.
Bei andauernder Trockenheit lockert der Sand auf und wird tiefer.
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Und der Paddock zwei Tage später nach ein paar Regengüssen und Wärme.
Sofort bilden sich Algen bzw. diese blühen wieder auf.
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Der Paddock am gleichen Tag nach dem Unwetter.
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In den zwei Übergängen sind Sand und Naturboden nach zwei Jahren nicht erwähnenswert vermischt.
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Hier nun die aktuelle Situation vom 6. Januar 2018.
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Seit dem 7. Januar haben wir Minustemperaturen.
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Der Paddock zieht sich bei Regen glatt und benötigt bei großen Niederschlagsmengen bis zu 12 Stunden,
ehe der große Bereich ohne stehendes Wasser ist.
Auch in diesem nassen Winter konnte man den Platz daher überwiegend für das Training nutzen.

Dies ist der "untere" Teil des Paddocks. 6. Januar
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Und bei leichtem Frost am 7. Januar.
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Durch das etwas zu niedrig angelegte Pflaster, ist das Gefälle zur Weide nicht deutlich genug.
Und natürlich haben die Pferde genau diesen Wechsel zwischen Sand und Pflaster als Hauptlosungsstelle ausgewählt.
Zur Bodenpflege und gegen den Geruch probieren wir gerade Futterkalk aus.
Im warmen Halbjahr soll, durch leichte Anpassung der Sandtiefe, das Gefälle verbessert werden.
Zuletzt geändert von charmel am Mo 8. Jan 2018, 08:52, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße :-)
Melanie

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Re: Bautagebuch oder "Wie Frau sich einen Offenstall bau(t)en lässt"

Beitragvon charmel » Mo 8. Jan 2018, 08:52

Trail

Den circa 180 Meter langen Trail um die kleine Weide haben wir bisher unbefestigt gelassen.
In zukünftigen Jahren hätte ich gerne um den Innenzaun einen leicht erhöhten Patt mit Paddockplatten und Sand.
In diesem Jahr steht jedoch erst eine Trailerweiterung nach vorne zum Reitplatz an.
Dieser soll den Pferden auch als weiterer Auslauf dienen.
Mit der Befestigung des neuen Trailstückes und der weiteren Auslauffläche, kann ich mit dem Wegfall des langen Trailstückes im Winter leben.
Nebenbei muss man schließlich noch andere Dinge finanzieren.

Aktuell am 7. Januar sieht der Trail so aus.
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Der relativ feste Marschboden und die geringe Nutzung durch die Pferde verhindern tiefen Matsch.
Die Regenmassen der letzten Monate hinterlassen aber ihre Spuren.
Solche Wasseransammlungen gab es im Winter 2016/17 nicht.
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Der Graswuchs im warmen Halbjahr ist auch im Jahr nach dem Fräsen nur spärlich aufgekommen.
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Die kleinen Holzstämme werde ich wieder vom Trail verbannen, da sie beim Rennen behindern.
Zum Anknabbern werde ich sie an einer Stelle bzw. in den Ecken auslegen.
Der große Stamm bleibt liegen, da er eine Stelle markiert und tatsächlich mal zum Sprung animiert.

Hier im Spätsommer 2016 frisch bearbeitet durch die Bodenfräse und von den Pferden wieder etwas fest getreten.
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Viele Grüße :-)
Melanie

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Re: Bautagebuch oder "Wie Frau sich einen Offenstall bau(t)en lässt"

Beitragvon Gentiana » Sa 13. Jan 2018, 09:58

....so, mal wieder geschafft, zuhause hier rein zu schauen...
Kann man das Wasser vom Trail nicht irgendwie ableiten? ...das ist ja schon ´ne ganz schöne "Pfütze" da auf dem drittletzten Bild :shock:

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Re: Bautagebuch oder "Wie Frau sich einen Offenstall bau(t)en lässt"

Beitragvon charmel » So 14. Jan 2018, 19:32

Leider nein, Gentiana.
Diese Stelle ist ein ehemaliger Graben und dazu noch die tiefste Stelle im Umkreis.
Eventuell werde ich dort noch zwei weitere Weiden pflanzen und/oder ein Sickerloch graben.
Die Drainage liegt dort schon, aber derzeit kann das Wasser auch nicht wirklich weg ziehen.
Viele Grüße :-)
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Re: Bautagebuch oder "Wie Frau sich einen Offenstall bau(t)en lässt"

Beitragvon Cashew » Di 16. Jan 2018, 09:01

Ich lese immer sehr interessiert mit und bin beeindruckt von dem, was ihr so schafft! Vielleicht ein kleines Trostpflaster gegen dein Gefühl, manchmal auf der Stelle zu trappeln :hug: Wir wohnen seit fünf Jahren mit den eigenen Pferden auf einem Hof und bei uns sieht es nicht halb so ordentlich aus wie bei euch :whistle: Zeit ist ein großer Faktor, und - ja - die Pferde k... leider nur schwarzes Gold ;-)

Gegen Pfützen wollte ich im Frühjahr auch lebende Weidenzäune setzen, ich bin gespannt ob es hilft. Bei uns ist an einer Stelle ein richtiges Loch, da liegt zwar auch Drainage, aber das bleibt trotzdem alles stehen. Wir haben hier Lehm-Sand-Boden mit einigen richtigen Lehmadern (oooh), das vermatscht sehr und obwohl das Wasser nach meinem Gefühl allgemein recht rasch abzieht (wir haben zum Glück überall leichten Hang) trocknet es nur schwer. Um teilweises Befestigen des Trails werden auch wir nicht drum herum kommen.

Die Idee mit dem Einleiten vom Abwasser eurer Mistplatte in die Kleinkläranlage finde ich sehr spannend. Wir haben ja auch eine, die wird aber für unser eigenes Abwasser genutzt. Sie ist zwar deutlich größer angelegt als für unsere Familie, aber ich glaube nicht, dass sie das packen würde. Werdet ihr eure Anlage später auch noch für den Haushalt nutzen?
Viele Grüße,
Sarah und Co


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Re: Bautagebuch oder "Wie Frau sich einen Offenstall bau(t)en lässt"

Beitragvon charmel » Mi 17. Jan 2018, 09:07

Danke Cashew, das Trostpflaster ist lieb von dir. :hug:
Langsam geht es nun ja voran und der Frühling ist auch nicht mehr weit. :trommel: :-n

Gegen das Wasser werde ich wohl beides probieren: Bepflanzung und Sickerloch bzw. ein flacher Graben.
Den Weg um den Trail entlang des Innenzaunes wollte ich so erhöhen, dass das Wasser zu beiden Seiten in die Senken abfließt.
Irgendwo stand mal, dass Birken bis zu 80 Liter Wasser am Tag ziehen können.
Die Kopfweiden sind natürlich wesentlich kleiner als eine große Birke und im Winter ist der Wasserverbrauch eh niedriger.

Unsere Anlage ist ein veralteter Sandfiltergraben; wir müssen für das häusliche Abwasser eine neue Anlage bauen. ;)
Da ich beruflich damit zu tun habe, wusste ich, dass wir eine neue brauchen und die alte Anlage zur Verfügung steht.
Die Kammer werden wir noch abflusslos machen und dann bei Bedarf durch einen Landwirt (in seine Güllegrube) abfahren lassen.
Wie du schon vermutest- in eine aktive Anlage darf und sollte die Jauche nicht eingeleitet werden. :-d
Dieses Konzentrat kann die Anlage nicht verarbeiten und die Biologie würde komplett umkippen.
(Die Schadstoff-Werte explodieren und das Wasser wird nicht mehr gereinigt.)
Viele Grüße :-)
Melanie

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Re: Bautagebuch oder "Wie Frau sich einen Offenstall bau(t)en lässt"

Beitragvon Cashew » Mi 17. Jan 2018, 15:39

Achso... Das ist dann quasi eure "Güllegrube". Sehr praktisch! :-)

Ziehen Birken echt so viel Wasser? :staun: Das wusste ich nicht. Wäre ja eine super Randbepflanzung, da man Äste und Blätter ja auch verfüttern kann. Wir haben eine kleine ans Ende des Sandpaddocks gesetzt, die wird nur immer angeknabbert und kommt also momentan nicht über den Status "Zwerg" hinaus :motz: Die Weidenzäune sollen auch unseren Hühnern Versteck gegen Raubvögel bieten (sind dann quasi grüner Zaun zwischen Pferdebereich und Hühnerbereich), erfüllen also hoffentlich bald eine Doppelfunktion.
Viele Grüße,
Sarah und Co


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Re: Bautagebuch oder "Wie Frau sich einen Offenstall bau(t)en lässt"

Beitragvon charmel » Fr 19. Jan 2018, 09:34

Ja, über die Wassermenge war ich auch sehr erstaunt.
Die Zeitung hat mal über einen Mann berichtet, der hier in der Nähe eine feuchte Wiese mit Birken und Erlen aufgeforstet hat.
Der ehemals sumpfige Boden ist nun trocken - 10 Jahre später.
Aber das war auch ein wirkliches Sumpfloch mit stehendem Wasser auf Grünland in Flussnähe.
Trotzdem kann man davon ausgehen, dass jede Bepflanzung besser ist, als gar keine.

Ich schütze meine Bäume mit T-Pfosten und Breitband (ohne Strom).
Bisher klappt das gut, auch weil die Bäume auf der Weide stehen und die Pferde mehr Interesse am Gras haben.
Zuletzt geändert von charmel am Fr 19. Jan 2018, 09:50, insgesamt 2-mal geändert.
Viele Grüße :-)
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Re: Bautagebuch oder "Wie Frau sich einen Offenstall bau(t)en lässt"

Beitragvon charmel » Fr 19. Jan 2018, 09:48


Grünkompost-Einstreu
Langzeit-Erfahrung

Seit Februar 2016 nutzen wir Grünkompost als Einstreu auf der großen Liegefläche.
Bisher konnten wir nur den fertig verrotteten und daher entsprechend feinen Grünkompost beziehen.
Dieser hat den Nachteil, dass die Pferde ihn schnell festtreten können.
Ich suche daher gerade nach einer Bezugsquelle in der Region, die auch andere Rottegrade anbietet.
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Der Grünkompost im Eingangsbereich

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Der hintere Stallbereich, aufgelockert durch die Nutzung als Schlafbereich

In diesem Sommer haben wir auf die Einstreu erstmalig eine neue Lage Frischkompost gegeben.
Nach wie vor sind wir schwer begeistert vom Grün- bzw. Frischkompost.
Die Kosten belaufen sich auf circa 50 Euro plus Abholung beim Kompostierwerk – für zwei Liegeflächen über zwei Jahre.

Im Winter haben die Pferde keine alternative Liegefläche.
Ich war mir daher nicht ganz sicher, ob die Härte in Ordnung ist, oder sie nur dort liegen, weil sie es müssen.
Da sie im Sommer jedoch zwischen Sand und Stall wechseln, sind meine Bedenken wohl eher unbegründet.
Vor zwei Wochen jedoch las ich einen Bericht, einer sehr bekannten Paddock-Trail-Anlage, über den Einsatz von Spänen bei Grünkompost-Einstreu. Auf dem Heimweg fanden dann spontan zwei Späneballen den Weg in den Kofferraum.
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Vor der ersten Nacht mit Spänebereich

Zur Probe verteilte ich einen Ballen im Stall und wartete … den Mistboy griffbereit an meiner Seite.
Die Späne wurden beschnuppert, gegessen … und beschmutzt.
Ich ahnte, dass die Pferde den Stall nun nicht mehr so sauber halten würden.

Heute nun sind es fast 14 Tage und drei Späneballen später.
Seit gestern liegt Schnee, aber rund um den Stall wehte vorher schon so manche „Flocke“.
Die Pferde lieben die Späne und es schlafen wohl alle drei auf der Stallhälfte friedlich zusammen.
Zumindest liegen meine zwei noch schlummernd im Stall, wenn das Licht angeht.
Und natürlich gibt es nichts Schöneres, als nach dem Schläfchen in die Einstreu zu machen. :langweilig:
Der Oldie steht schon voller Erwartung auf das Extra-Futter im kleinen Stall, wenn wir aus dem Auto steigen.
Bild
Nach 7 Tagen mit Spänebereich, Späne und Kompost mischen sich etwas durch

Das bisherige Fazit bei circa 10 cm Späne auf Grünkompost.
Pro:
- den Pferden gefällt‘s
- Mensch weniger besorgt
- trotz Späne kein Ammoniakgeruch
- aufgrund der geringen Einstreuhöhe der Späne ist der Mehraufwand überschaubar
(nur Späne würde ich nie mehr einstreuen)

Contra:
- die Späne wird gerne als Toilette benutzt, dadurch…
… mehr Mist
… mehr Arbeitsaufwand
… mehr Kosten
- die Späne wird durch Wind und die Pferde auch draußen verteilt (geringfügig aber trotzdem nervig)

Ich werde diese Variante erstmal beibehalten.
Mal sehen, ob der Kompost die erhöhte Urinbelastung auf einer Stelle verträgt und wie er mit der eingeschränkten Belüftung klar kommt.
Davon ab, liegen die Pferde trotzdem gerne draußen, solange keine Pfützen stehen.
Die Spuren im Schnee sprechen für sich. So schlimm kann es auch ohne Späne nicht sein. :roll:
Bild
Viele Grüße :-)
Melanie

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Re: Bautagebuch oder "Wie Frau sich einen Offenstall bau(t)en lässt"

Beitragvon Gentiana » Fr 19. Jan 2018, 12:10

:kratz: Bekommst du den Mist mit den Spänen denn auch wieder problemlos entsorgt ?
Also ich find ja, dass die Liegeflächen auch vor deinem Späne-Experiment "einladend" aussehen, wobei mir aber vollends die Erfahrung mit Grünkompost fehlt :nix:
Hast du irgendwas verändert :-e ....ich kann jetzt wieder alle Bilder sehen :-D


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